BSV machtlos  Polizei in Sorge – Kickers-Heimspiel abgesagt

| | 07.07.2025 14:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Beim Testspiel zwischen SC Cambuur und Feynoord Rotterdam (1:4) waren am Samstag Zuschauer zugelassen. Aber ein entsprechendes Polizeiaufgebot stand zur Sicherheit bereit. Foto: Imago
Beim Testspiel zwischen SC Cambuur und Feynoord Rotterdam (1:4) waren am Samstag Zuschauer zugelassen. Aber ein entsprechendes Polizeiaufgebot stand zur Sicherheit bereit. Foto: Imago
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Emder Testspiele gegen niederländische Klubs sind mittlerweile Geheimsache. Das gilt auch für die Partie gegen den Erstligisten Almelo am Dienstag. Ein Holland-Experte kennt die Gründe.

Emden - Fußball-Regionalligist BSV Kickers Emden ist in der Vorbereitung noch unbesiegt und hat mit erstaunlichen Resultaten beim Zweitligisten SC Paderborn (2:2) und beim holländischen Erstligisten PEC Zwolle (0:0) bei den Fans für reichlich Appetit auf den ersten Heimauftritt gesorgt. Doch aus der geplanten Heimpremiere am kommenden Samstag, 12. Juli 2025, gegen den SC Cambuur Leeuwarden wird nichts. Die Polizei legte wegen Sicherheitsbedenken ein Veto gegen die Austragung der Partie ein.

„Es haben sich offenbar gewaltbereite Fans aus Holland angekündigt“, erklärt Kickers-Manager Henning Rießelmann. „Das ist für uns sehr ärgerlich“, bedauert er die Absage. „Wir hätten den Fans sehr gerne unsere neue Mannschaft präsentiert.“

Ob es möglicherweise noch zu einem Emder Geheimtest gegen den Zweitligisten SC Cambuur an einem nicht öffentlich genannten Ort kommen wird, ist völlig ungewiss.

Gegen Holländer nur Geisterspiele

Auch der Emder Co-Trainer Bastian Dassel, der sich um die Spiel-Organisation kümmert, zeigte sich verwundert und enttäuscht von der Absage. „Wir reisen momentan sehr viel und hätten gerne mal ein Heimspiel gehabt. Aber das scheint gegen niederländische Mannschaften sehr kompliziert zu sein.“

Problemfrei möglich scheint das nur ohne Publikum an einem vorher nicht benannten Ort. Nachdem bereits die Emder Begegnung mit Erstligist Zwolle in die Rubrik „Geisterspiel“ eingeordnet wurde, findet auch das am Dienstag, 8. Juli, bevorstehende Kickers-Duell gegen Erstligist Heracles Almelo in den Niederlanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die neue BSV-Mannschaft von Trainer Stefan Emmerling wird versuchen, ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit auch beim nächsten Favoriten in Almelo zu verteidigen. Gleichzeitig möchte das Trainerteam auf der Suche nach der Stammformation für den Pflichtspielstart weitere Erkenntnisse gewinnen. Kickers-Anhänger sind hingegen in den Niederlanden nicht erwünscht.

Holländer sehr vorsichtig

Der Leeraner Holland-Experte Mario Rauch von der Ems-Dollart-Region weiß um die besonderen Sicherheitsstandards der Niederländer. „Solche Testspiele zwischen deutschen und niederländischen Vereinen finden immer seltener vor Publikum statt“, sagt er. „Die Niederländer sind da sehr, sehr vorsichtig – aus unserer Sicht erscheint das manchmal übertrieben.“

Deswegen hatte sich Rauch schon gewundert, dass am Samstag das Spiel zwischen Kickers und Cambuur vor Zuschauern in Emden ausgetragen werden sollte. „Ich hatte im Internet gesehen, dass die Cambuur-Fans ordentlich mobil gemacht haben. 300 Leute wären bestimmt nach Emden gefahren.“ Rauch weiß auch um die Gewaltbereitschaft einiger Cambuur-Anhänger. „Aber es knallt höchstens mal bei den Derbys gegen Heerenveen.“

Ein Duell zwischen Ostfriesen und Friesen besitzt hingegen wenig Konfliktpotenzial. Vermutlich habe laut Rauch aber die niederländische Polizei die Kollegen in Ostfriesland vor der drohenden Fahrzeug-Kolonne und möglicher Problemfans am Samstag aus Leeuwarden gewarnt.

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