Das besondere Rezept Ein Schwamm voller Milch aus Mexiko

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 29.04.2026 12:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So sieht das fertige Ergebnis aus: Pastel Tres Leches ist Kuchen und Dessert gleichermaßen. Foto: Stephanie Tomé
So sieht das fertige Ergebnis aus: Pastel Tres Leches ist Kuchen und Dessert gleichermaßen. Foto: Stephanie Tomé
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Drei Milchsorten tränken den Biskuit: Nach mindestens sechs Stunden im Kühlschrank wird Pastel Tres Leches besonders saftig – mit Sahne und Zimt-Zucker getoppt.

Emden - Manchmal genügt ein Blick in ein Kochbuch, um Lust auf eine kleine kulinarische Reise zu machen. So erging es mir in meinem Urlaub zu Hause beim Durchblättern von „México mi Amor“ von Luis Fernando Gonzales Cortes. In dem im Frühjahr 2026 neu erschienenen Kochbuch des Callwey-Verlages stieß ich auf ein Rezept, das sofort meine Neugier weckte: Pastel Tres Leches – ein Kuchen, der offenbar in Mexiko ein Nationalgericht ist und viele Fans hat. Gehört hatte ich davon bisher jedoch noch nicht.

Eine kleine Internetrecherche bestätigt jedoch: Der Kuchen ist anscheinend so beliebt, dass viele verschiedene Rezepte davon im Netz kursieren. Allen gemein sind drei Zutaten, die ihn besonders machen: Kondensmilch, gezuckerte Kondensmilch und Sahne. Das Geheimnis liegt tatsächlich in der Kombination dieser drei Milchsorten: Nach dem Backen wird ein Biskuitboden mit einer Mischung aus den drei verschiedenen Flüssigkeiten getränkt. Wie ein Schwamm saugt er die süße Suppe auf, wird saftig und weich. Am nächsten Tag, nachdem die Milch vollständig eingezogen ist, schmeckt der Kuchen noch besser. Aber der Reihe nach:

Zutaten

Milch-Tränke

  • 1 Dose ungesüßte Kondensmilch
  • 1 Dose gesüßte Kondensmilch
  • 1 Becher Sahne
  • 1 Teelöffel Vanille

Biskuit

  • 6 Eier
  • 150 g Zucker
  • 3 Teelöffel Vanille
  • 150 g Mehl
  • 1,5 Teelöffel Backpulver
  • 2 Teelöffel neutrales Öl

Topping

  • ein Becher geschlagene Sahne
  • Zimt und Zucker nach Belieben
  • Obst zum Verzieren

So wird es gemacht

Zuerst ist der Biskuitboden dran. Dafür werden die Eier mit Zucker schaumig geschlagen. Im Rezept steht beschrieben, dass man zehn bis zwölf Minuten Rühren muss. Das ist eine ganz schön lange Zeit, doch das Durchhalten lohnt sich: Es entsteht in der Rührschüssel eine sehr cremige Masse mit vielen kleinen Luftbläschen, die nötig sind, damit der Kuchen später die Flüssigkeit gut aufnehmen kann. Vanille, Mehl und Backpulver kommen anschließend am besten gesiebt hinzu und sollten vorsichtig untergehoben werden, damit die Luftbläschen keinen Schaden nehmen. Das Öl kommt zum Schluss hinzu.

Bitte zehn bis zwölf Minuten Rühren: So entsteht ein besonders fluffiger Biskuit-Teig. Foto: Stephanie Tomé
Bitte zehn bis zwölf Minuten Rühren: So entsteht ein besonders fluffiger Biskuit-Teig. Foto: Stephanie Tomé

Den Teig in eine Form geben und 30 bis 35 Minuten bei 170 Grad Ober-/Unterhitze im Ofen backen. Nach der Backzeit den Kuchen aus der Form lösen und abkühlen lassen. Mit einer Gabel oder einem Stäbchen viele kleine Löcher in die Oberfläche piksen. Den Kuchen zurück in die Form geben, die man vorher am besten mit Frischhaltefolie auslegt, damit nichts durchtropft. Dann den Kuchen mit der Milch-Mischung tränken. Abdecken und mindestens sechs Stunden lang in den Kühlschrank stellen. Anschließend den Kuchen mit geschlagener Sahne bestreichen. Wer mag, kann ihn mit einer Mischung aus Zimt und Zucker bestreuen und mit Obst verzieren.

Das sollte man beachten

Beim ersten Versuch habe ich einen kleinen Fehler gemacht und nur mit einer Gabel kleine Löcher in die Oberfläche gestochen. Das Ergebnis: Die Milch hatte sich nicht überall gleichmäßig verteilt. Tipp fürs nächste Mal: Mit einem Stäbchen bis zum Boden einstechen – so zieht sich die Milch in jeden Winkel und jeder Bissen wird perfekt saftig.

Das Backen selbst ist unkompliziert: Der Biskuit gelingt leicht, die Milchmischung ist schnell angerührt, und schon bald steht ein Kuchen auf dem Tisch, der sich auch als Dessert eignet. Gekühlt serviert schmeckt er noch besser.

Wer sofort probieren möchte, wird enttäuscht. Vor dem ersten Anschnitt sollte der Kuchen mindestens sechs Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank bleiben. Foto: Stephanie Tomé
Wer sofort probieren möchte, wird enttäuscht. Vor dem ersten Anschnitt sollte der Kuchen mindestens sechs Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank bleiben. Foto: Stephanie Tomé

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