Aurich-Cup-Finaltag  SV Großefehn triumphiert bei Weene-Sensation

Bei der dritten Finalteilnahme in Folge hat es für den SV Großefehn beim Aurich-Cup geklappt. Der Favorit behielt gegen Weene mit 1:0 die Oberhand. Fotos: Doden/Emden
Bei der dritten Finalteilnahme in Folge hat es für den SV Großefehn beim Aurich-Cup geklappt. Der Favorit behielt gegen Weene mit 1:0 die Oberhand. Fotos: Doden/Emden
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Der SV Großefehn hat es im dritten Anlauf geschafft. Im Männer-Finale behielt der Favorit gegen den TuS Weene knapp die Oberhand. Die Entscheidung beim Aurich-Cup fiel Sekunden vor Schluss.

Aurich - Gänsehaut-Stimmung, Golden Goals und viel Dramatik beim größten Hallenfußballturnier Deutschlands. Der Finaltag des Aurich-Cups bot wieder jede Menge Spektakel. Vor fast ausverkauftem Haus standen insgesamt 14 Finalspiele an. Trotz des winterlichen Wetters hatten sich über den ganzen Tag rund 4000 Zuschauer auf den Weg in die Sparkassen-Arena gemacht. Die jüngsten Sieger aus Ostfriesland waren die E-Junioren von BW Borssum, die sich mit 2:1 gegen den VfB Oldenburg durchsetzen konnten. Für die größte Sensation des Turniers sorgte zweifelsohne der A-Klassist TuS Weene bei der Männer-Konkurrenz.

Jugend

Die Kleinsten liefen um 17.20 Uhr mit ganz großen Augen in die Halle. Von den vollen Tribünen gab es für die Jungs des Jahrgangs 2019 und jünger frenetischen Applaus. Dabei machte sich Ihno Adelmund von Finalteilnehmer Ostfrisia Moordorf im Halbfinale schon das größte Geschenk zu seinem siebten Geburtstag gleich selber, als er alle drei Treffer beim 3:2-Sieg gegen den TuS Großheide erzielte. Im Finale mussten sich die Moordorfer dann mit 0:3 gegen die JSG Delmenhorst geschlagen geben.

Ihno Adelmund (Mitte) traf im Halbfinale der G-Jugend dreifach und feierte seinen siebten Geburtstag.
Ihno Adelmund (Mitte) traf im Halbfinale der G-Jugend dreifach und feierte seinen siebten Geburtstag.

Der Titel bei den E-Junioren ging dann nach Ostfriesland. Der starke Nachwuchs von Blau-Weiß Borssum gewann ein dramatisches Finale gegen den VfB Oldenburg 2:1. Die Blau-Weißen drehten in der Schlussphase einen Rückstand noch in einen Sieg um.

Die E-Jugend von BW Borssum feierte frenetisch den Titel.
Die E-Jugend von BW Borssum feierte frenetisch den Titel.

Hochspannung und einen neuen Rekord gab es dann im Finale bei den B-Mädchen. 1:1 hatte es nach 10 Minuten gestanden, am Ende siegte die U-15 dank eines Golden Goals in der 19. Minute der Nachspielzeit - neuer Aurich-Cup-Rekord. Frieda Peters war die glückliche Torschützin.

Frieda Peters erzielte ein historisches Tor.
Frieda Peters erzielte ein historisches Tor.

Für eine ganz dicke Überraschung sorgte die JSG Egels/Wiesens/Popens im B-Jugend-Finale gegen die U-16 des VfB Oldenburg. Die Ostfriesen siegten nach einem Golden Goal in der vierten Minute der Verlängerung. Um ein Haar hätte es im A-Jugend-Finale auch noch einen ostfriesischen Turniersieger gegeben. Die JSG WIR unterlag nur denkbar knapp mit 0:2 SV Osterholz-Scharmbeck. Für die beste Stimmung wurden die Anhänger der JSG WIR ausgezeichnet.

Frauen

Die Frauen-Konkurrenz war fast eine Auricher Vereinsmeisterschaft. Von zwölf teilnehmenden Teams kamen insgesamt sieben von der Sportvereinigung. Organisator Stefan Wilts kündigte bei uns im Livestream schon an, dass im kommenden Jahr ein anderer Turniermodus angedacht sei. Die Leistungsunterschiede seien teilweise sehr groß, sodass einige Frauenmannschaften von einer Teilnahme abgesehen hätten. Im kommenden Jahr möchte er in den Gruppenspielen nach Leistungsstärke unterscheiden. Das erste Halbfinale bei den Frauen verlief dramatisch und wurde erst nach einem Golden Goal entschieden. Nach vier Golden-Goal-Minuten war es soweit: Sanne Albring schoss die Regionalliga-Frauen der SpVg Aurich mit dem 2:1 gegen den TuS Büppel (Oberliga) ins Endspiel. So standen sich im Frauen-Finale mit der Regionalliga-Mannschaft und den Auricher All Stars auch zwei Mannschaften der Sportvereinigung gegenüber. Auch in diesem Finale fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung. Jule Kersten war schließlich die viel umjubelte Matchwinnerin für die favorisierten Regionalliga-Frauen.

Die Auricher Frauen siegten nach einem Golden Goal.
Die Auricher Frauen siegten nach einem Golden Goal.

Männer

Bei der Männer-Konkurrenz war schon die Finalteilnahme für den A-Klassisten TuS Weene eine ganz dicke Sensation. Unser Experte Michael Zuidema meinte nach dem Finaleinzug am Mikrofon: „Da werden sich wohl einige noch spontan für morgen Urlaub nehmen müssen.“ Schon in der Achtelfinal-Gruppenphase sorgte das Team für eine faustdicke Überraschung, als man sich am Samstag als Gruppensieger mit sechs Punkten durchsetzte. Dabei war der Auftakt mit einer 0:2-Niederlage gegen Steenfelde alles andere als optimal.

Highlight war danach der 3:2-Sieg gegen die Sportvereinigung Aurich. Aber am Finaltag wurde es dann sogar noch besser. Nach dem knappen 2:1-Sieg gegen die U-23 des SV Großefehn mit einem Golden Goal gab es dann im Halbfinale den nächsten Knaller. Der TuS Middels dominierte quasi drei Jahre lang den Aurich-Cup und siegte zweimal in Serie. Auch diesmal gingen alle wieder von einem Finale gegen Großefehn aus. Doch der TuS Weene setzte seine traumhafte Aurich-Cup-Reise fort und zog mit einem 4:2-Sensationssieg ins Endspiel ein.

Mit einer Finalteilnahme des SV Großefehn konnte hingegen gerechnet werden. Der Bezirksliga-Tabellenzweite präsentierte sich am Sonntag sehr souverän. Im Viertelfinale hieß es 5:0 gegen den A-Klassisten SV Leezdorf, und auch das Halbfinale gegen BW Borssum wurde verdient mit 4:1 gewonnen.

Klaas Bikker und Großefehn knackten Weene erst spät.
Klaas Bikker und Großefehn knackten Weene erst spät.

Die vergangenen beiden Jahre gab es gegen Middels jeweils Finalniederlagen, in diesem Jahr sollte es für den SV Großefehn dann mit dem Turniersieg klappen. Im Endspiel kontrollierte der Favorit aus Großefehn zunächst die Partie, ohne sich die ganz dicken Chancen zu erarbeiten. Weene war in der Lage, immer wieder Nadelstiche zu setzen. 14 Sekunden vor Schluss traf Ben Smidt mit einem Flachschuss zum 1:0 für den SV Großefehn und machte sein Team zum Aurich-Cup-Sieger bei den Männern.

„Die Erleichterung ist groß, dass wir es im dritten Anlauf endlich geschafft haben. Das Wie ist mir egal. Wir sind froh und glücklich, dass wir den Aurich-Cup mal gewonnen haben“, freute sich Großefehns Trainer Bi Le Tran nach dem insgesamt verdienten Turniersieg seiner Mannschaft.

„Man hat im Laufe des Turniers gemerkt, dass wir immer besser reingekommen sind. Der Sieg gegen Aurich am Samstag hat uns noch einmal so einen letzten Ruck gegeben. Das konnte die Mannschaft so heute fortführen. Das ist eine Riesensache, dass wir es soweit geschafft haben“, war auch Weene-Coach Franz Wouk sehr stolz auf sein Team.

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