Letzte Etappe des Ossiloops Strahlende Sieger im strömenden Regen in Bensersiel
Andreas Kuhlen hat auch die Schlussetappe gewonnen und feierte am Freitag seinen vierten Gesamtsieg in Folge. Die 21-jährige Katharina Saathoff entschied die Frauen-Wertung klar für sich.
Bensersiel - Es regnete in Strömen, als die Ossilooper am Freitagabend das Ziel in Bensersiel erreichten. Dennoch hatten die meisten Läufer ein Lächeln auf den Lippen – so wie Andreas Kuhlen, der wieder einmal der Schnellste war und zum vierten Mal in Folge den Sechs-Etappen-Lauf gewann. Überglücklich war auch Katharina Saathoff, die den Gesamtsieg bei den Frauen feierte. Das fiese Wetter machte ihr auf der Strecke gar nichts aus: „Es hat richtig viel Spaß gemacht, durch die Pfützen zu laufen und richtig nass zu werden.“
841 Starter – ohne Tagesläufer – hatten die 11,5 Kilometer lange Strecke von Dunum nach Bensersiel in Angriff genommen. Wegen des anhaltenden Regens war im Zielbereich deutlich weniger los als gewöhnlich. Auch der Applaus fiel verhaltender aus, weil die Zuschauer ihre Regenschirme wegen des Windes festhalten mussten. Wegen des schlechten Wetters wurde zudem die Siegerehrung abgesagt. Cheforganisator Edzard Wirtjes und sein Team werden die Preise den Siegerinnen und Siegern zuschicken.
Edzard Wirtjes und Enno Heidergott mussten zu Hause bleiben
Wirtjes konnte am Freitag nicht in Bensersiel dabei sein. Schon bei der fünften Etappe war er ausgefallen, da er sich mit Corona infiziert hatte. Auch Enno Heidergott, der Wirtjes am Freitag vertreten und das Velomobil fahren sollte, musste corona-bedingt zu Hause bleiben.
Für die 21-jährige Katharina Saathoff, die wie Kuhlen für den Braunschweiger LC an den Start gegangen war, war es bereits der dritte Sieg beim Sechs-Etappen-Lauf. 2018 und 2019 gewann sie die weibliche Jugend-Wertung. In diesem Jahr wurde sie auch aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in den vergangenen Monaten als Favoritin gehandelt. Dieser Rolle wurde sie nun gerecht: Mit einem großen Abstand zur zweitschnellsten Frau, Verena Coordes, konnte sie jede der sechs Etappen für sich ausmachen. Nur sechs Männer waren in der Gesamtwertung schneller als sie. „Das fühlt sich echt toll an“, sagte sie und fügte schmunzelnd hinzu: „Aber ein bisschen hat es mir auch gefehlt, mit einer starken Konkurrentin um den Sieg zu laufen. Das gibt immer noch ein bisschen mehr Nervenkitzel.“ Ob Saathoff auch im nächsten Jahr wieder am Start sein wird? „Das weiß ich noch nicht“, sagte sie. „Ich hätte Lust, aber der Aufwand ist schon ziemlich groß. Da muss ich mal gucken, ob es zeitlich passt.“
„Die Konkurrenz ist stärker geworden“
Während Saathoff der Frauen-Konkurrenz davonlief, musste Kuhlen ziemlich kämpfen. Er gewann zwar auch in diesem Jahr jede Etappe – zum Zweitplatzierten Johannes Wiltfang (Pewsumer Windhunde) blieb aber nicht ganz so viel Luft. „Die Konkurrenz ist stärker geworden. Besonders Johannes hat ordentlich Druck gemacht“, sagte der Familienvater.
Hendric Siebolds (MTV Aurich) und Merle Hamacher (Ulricianum Aurich) gewannen die jeweiligen Jugendwertungen. „Es war ein absolut geiles Gefühl, in Bensersiel einzulaufen – und das als Erster der Jugendwertung“, strahlte Siebolds, der den Ossiloop ohne große Erwartungen angegangen war. Er hatte sich eigentlich nur zum Ziel gesetzt, das Dörloper-Shirt zu bekommen. Mit seinem Gesamtsieg in der Jugend-Tabelle habe der 18-Jährige aus Hage niemals gerechnet. „Das ist ein überwältigendes Gefühl.“
Über den Gesamtsieg von Merle Hamacher freute sich auch Leevke Schmeding (Ulricianum Aurich). Die beiden lernten sich in der Ossiloop-AG des Auricher Gymnasiums kennen und freundeten sich an. Die Schüler der AG trafen sich seit März jeden Donnerstag zum Training. Obwohl Leevke Schmeding erst in diesem Jahr mit dem Laufsport begonnen hatte, wurde die 15-Jährige Gesamtzweite in der weiblichen Jugend-Wertung. Während der Etappe am Freitag litt sie unter Knieproblemen, weshalb sie als Dritte ihrer Wertung – hinter Merle Hamacher und ihrer Schwester Neele – ins Ziel kam. „Ich werde nachher erst mal unter die warme Dusche springen“, sagte die klitschnasse Leevke Schmeding.Die Sieger der sechsten Etappe stehen fest
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