Fußball

Leer: Goguadzes wollen zurück – Bleibt der Trainer?

| | 29.04.2022 17:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Mittwoch begrüßte Michael Zuidema (Mitte) Trainingsgäste aus Holland. Das Foto zeigt (von links): Jarickson Saragoza, Marco Oost, George Goguadze und Nikky Goguadze. Foto: Privat
Am Mittwoch begrüßte Michael Zuidema (Mitte) Trainingsgäste aus Holland. Das Foto zeigt (von links): Jarickson Saragoza, Marco Oost, George Goguadze und Nikky Goguadze. Foto: Privat
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Bei Germania Leer droht ein Ausverkauf der Spieler, dafür waren die Goguadze-Brüder zu Gesprächen in Leer. Und der Trainer deutete an, ob er Lust hat weiterzumachen.

Leer - Bei Fußball-Landesligist VfL Germania Leer deutet vieles auf einen kompletten „Ausverkauf“ der Mannschaft hin. „Noch hat mir kein Spieler aus dem Kader die Zusage für die kommende Saison gegeben“, sagt Trainer Michael Zuidema. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch der Coach die Brocken hinwirft. „Ich habe am Montag ein Gespräch mit dem Vorstand“, sagt Zuidema. „Danach werde ich meine Entscheidung treffen.“

Trotz des personellen Desasters ist Zuidemas grundsätzliche Lust auf Germania nicht abhanden gekommen. „Ich bin nun mal Germane durch und durch und wünsche mir auch für den Ehrenpräsidenten Enno Poets, dass wir noch einmal die Kurve kriegen.“ Poets hat den Verein über Jahrzehnte geprägt und finanziell gefördert.

Zuidema fordert leidenschaftlichen Vorstand

Nun muss der Klub mit weitaus weniger Geld auskommen. Das weiß auch Zuidema. „Aber darum geht es mir gar nicht.“ Der Trainer wünscht sich einfach bessere Rahmenbedingungen für die Fußballer und mehr Einsatz des Vorstands. „Wir brauchen Leute im Vorstand, die sich von morgens bis abends leidenschaftlich um den Verein kümmern.“ Daran hapere es seiner Meinung nach im Moment. „Unsere Eckfahren sind symptomatisch für die Zustände bei Germania. Die sind zerfranst und zerzaust.“

Zuidema wünscht sich gar nicht mal in erster Linie mehr finanzielle Zuwendungen. „Auch andere Parameter stimmen momentan nicht.“

Trainer hat noch Lust

Der Trainer mit literweise Germania-Herzblut nennt mehrere aktuelle Baustellen. „Die Plätze sind in schlechtem Zustand, wir haben keinen Physiotherapeuten und nicht einmal einen Stadionsprecher.“ Darüber hinaus würde er auch der Mannschaft etwas mehr Komfort und Möglichkeiten bieten. „Wir brauchen auch Events wie ein Trainingslager.“

Wenn er die Zusage für all solche Verbesserungen erhält, „dann könnte ich mir vorstellen, bei Germania weiterzumachen“. Den Verlust der aktuellen Mannschaft sieht er aus zwei Perspektiven. „Natürlich ist es schade. Aber es bietet auch die Chance für einen kompletten Neuanfang.“

Goguadzes waren beim Training

Für den Neustart könnten auch ein paar altbekannte Namen stehen. So waren in dieser Woche die Niederländer Nikky und George Goguadze zu Gast beim Germania-Training. Die beiden spielten ebenso wie ihr Bruder Dawid früher schon bei Germania, ehe sie nach Firrel und dann zu Kickers Emden wechselten. Auch Germanias zweiter Vorsitzender Ferhat Özdemir hat bereits Gespräche mit den Goguadzes geführt. „Es ist möglich, dass sie zu uns zurückkehren“, sagt Özdemir. Bei Kickers Emden hatten sie im Winter keine Zukunft, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten.

Mit dem Bruder-Trio werden vermutlich noch andere Kicker die Grenze nach Ostfriesland überschreiten. „Nächste Woche werden weitere talentierte Spieler aus den Niederlanden bei uns mittrainieren“, sagt Özdemir.

Abstieg könnte laut Zuidema Vorteile haben

Er hätte diese Verstärkungen aus dem Nachbarland beinahe schon im Winter verpflichtet. „Doch da stand noch die mögliche Impfpflicht im Weg.“

Michael Zuidema könnte sich jedenfalls eine neuerliche Zusammenarbeit mit den durchaus streitbaren Goguadzes vorstellen. „George selber hat auch schon ein paar Vorstellungen, wie wir das bei Germania umsetzen könnten.“

Zuidema selber glaubt, dass für einen Germania-Neustart der sich anbahnende Abstieg in die Bezirksliga sogar von Vorteil sein könnte. Trotzdem besitzen er und die Mannschaft den Ehrgeiz, noch etliche Siege in dieser Saison einzufahren. Vielleicht klappt es damit ja am Sonntag um 15 Uhr im Heimspiel der Abstiegsrunde gegen den VfL Oythe. Drei Punkte am Wochenende wären doch eine nette Grundlage für das Gespräch des Trainers am Montag mit dem Vorstand.

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