Neuer Frisia-Plan JFV Leer in der Krise – Loga holt Spieler zurück
Für den Jugendförderverein Leer liefen in dieser Saison acht Jugendmannschaften auf. Künftig sind es nur noch drei.
Leer - Vor 15 Jahren wurde der Jugendförderverein (JFV) Leer gegründet. Doch ähnlich wie in Norden, Emden oder Aurich wachsen auch in Leer die Zweifel am Jugend-Bündnis der Stadt. So hat sich Frisia Loga nun entschieden, ab der kommenden Saison wieder eigene Jugendmannschaften bei der C-, B- und vielleicht auch bei der A-Jugend an den Start zu bringen.
„Die Bindung an den Stammverein geht im JFV Leer verloren“, begründet Frisia-Klubchef Timo Boekhoff den Schritt in die Eigenständigkeit. „Seit Jahren haben wir vom JFV Leer kaum noch einen Spieler für unsere Herrenmannschaft bekommen. So macht das für uns keinen Sinn mehr.“
Frisia wird laut Boekhoff trotzdem vorerst im JFV verbleiben. „Da werden die hochtalentierten Spieler in den höheren Ligen besser gefördert.“ Doch von den mehr als 100 Frisia-Akteuren im Jugendförderverein tragen ab dem Sommer drei Viertel wieder das rot-weiße Frisia-Trikot.
Bei der D-Jugend möchte Loga mit zwei Teams wieder komplett eigenständig werden. Auch eine C- und eine B-Jugend meldet der Traditionsklub zur neuen Saison. „Es sieht gut aus, dass wir auch eine A-Jugend melden können. Aber das ist noch nicht sicher“, sagt Boekhoff. Die Rahmenbedingungen seien gegeben. „Wir haben für alle Mannschaften genügend Betreuer.“
Beim JFV Leer leitet der Frisia-Weg zurück zu alten Zeiten einen heftigen Schrumpfprozess ein. Denn die Logaer stellten immer über die Hälfte der Spieler für den JFV. Neben Loga gehören der VfL Germania und Borussia Leer dem Stadt-Bündnis an. Wenn nun ein Großteil der Akteure verloren geht, bleiben nicht mehr gar so viele Leeraner Jungen übrig.
So reduziert sich die Zahl der Mannschaften dramatisch. Von aktuell acht JFV-Teams bleiben nur drei übrig. Das bestätigt auch Reiner Voskamp, 2. Vorsitzender des JFV Leer. „Wir werden in der neuen Saison nur noch eine A-, eine B- und eine C-Jugend stellen.“ Die D-Jugendmannschaften werden hingegen komplett an die Stammvereine zurückgegeben.
Neben der Spieler-Abwanderung Richtung Loga verliert der JFV laut Voskamp auch eine weitere komplette Mannschaft. Die aktuelle B-Jugend wird künftig samt Trainer als A-Jugendmannschaft für den aufstrebenden SV SuS Steenfelde auflaufen.
Beim JFV Leer werden künftig nur noch die Leistungsmannschaften der A-Jugend (Bezirksliga), B-Jugend (Kreis- oder Bezirksliga) und C-Jugend (Niedersachsenliga) auflaufen. Das wiederum passt nicht zum Credo des verbleibenden Bündnis-Partners Borussia Leer. „Wir sind dem JFV beigetreten, um den weniger leistungsbezogenen Spielern die Möglichkeit zu bieten, am Spielbetrieb teilzunehmen“, sagt Mario Rauch. Er bedauert den Dreiviertel-Rückzug von Frisia Loga. „Aber ich kann den Schritt nachvollziehen.“
Der SV Borussia wird in der kommenden Saison weiter seine Kicker zum JFV schicken, zumal sein Klub vertraglich gebunden ist. „Aber wir werden die Entwicklung genau beobachten“, sagt Rauch und verweist darauf, dass eine Kündigung im JFV für die folgende Saison bis spätestens Februar erfolgt sein muss.
Die Zukunftsaussichten des 2011 gegründeten JFV Leer sehen also nicht gerade rosig aus. Der Trend geht auch andernorts weg vom komplett eigenständigen Jugendverein zurück zu Spielgemeinschaften. Frisia Loga hofft durch die eigene Nachwuchsarbeit nach jahrelangem Niedergang den leichten Aufwärtstrend in der Fußballsparte fortsetzen zu können. So werden sich auf dem schmucken Sportgelände künftig mindestens vier zusätzliche Jugendteams tummeln. Und auch die Herrenabteilung erhält Zuwachs. In der kommenden Saison meldet der Klub nach langen Jahren wieder eine zweite Mannschaft zum Spielbetrieb an.