Es wird konkreter  Regionalliga-Reform – das müssen Kickers-Fans wissen

| | 18.02.2026 11:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auch der BSV Kickers Emden hatte sich der Initiative „Meister müssen aufsteigen“ angeschlossen und vor dem Auswärtsspiel in Meppen Anfang November dies mit diesem Plakat der Initiative auch nochmal dokumentiert. Foto: Imago
Auch der BSV Kickers Emden hatte sich der Initiative „Meister müssen aufsteigen“ angeschlossen und vor dem Auswärtsspiel in Meppen Anfang November dies mit diesem Plakat der Initiative auch nochmal dokumentiert. Foto: Imago
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Damit alle Regionalliga-Meister aufsteigen können, soll die Zahl der Staffeln vermutlich reduziert werden. Die Ideen der DFB-Arbeitsgruppe werden genauer. Das ist nach der letzten Sitzung bekannt.

Emden - 59 Vereine in Deutschland haben sich inzwischen der Initiative „Meister müssen aufsteigen“ angeschlossen. Auch Fußball-Regionalligist BSV Kickers Emden. Daraus entstand eine vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe, die sich mit einer Regionalliga-Reform beschäftigt. Das Ziel: Am Ende sollen alle Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Derzeit gilt das nur für die West- und Südwest-Meister. Die Titelträger aus den Staffeln Nord, Ost und Bayern teilen sich einen festen Aufstiegsplatz und müssen den weiteren über Aufstiegsspiele ermitteln.

59 Vereine sind der Initiative zur Aufstiegsreform inzwischen beigetreten. Foto: Imago
59 Vereine sind der Initiative zur Aufstiegsreform inzwischen beigetreten. Foto: Imago

Es hatte sich zuletzt herauskristallisiert, dass der Fokus auf der Reduzierung von fünf auf vier Staffeln liegen soll. Dann könnten alle Regionalliga-Meister immer direkt aufsteigen, hätten Planungssicherheit. Vor der vierten Sitzung der DFB-Kommission am Dienstag sickerte nun durch, dass ein sogenanntes „Kompass-Modell“ heiß diskutiert wird. Das sieht vor, dass sich die Staffeln nicht mehr nach Verbandsgrenzen richten, sondern sich in jeder Saison anhand der kürzesten Fahrtstrecken zusammensetzen sollen. Dabei soll nach Medienberichten auch KI helfen, die Staffeln jedes Jahr neu zu ermitteln. Doch einen Durchbruch gab es bei der vierten Zusammenkunft nun offensichtlich nicht, wie der Deutsche Fußball-Bund in einer Mitteilung verkündete. „Die AG Regionalliga-Reform ist auf dem angestrebten Weg, den zuständigen Entscheidungsgremien einen konkreten Vorschlag als Empfehlung vorzulegen, noch zu keiner Lösung gekommen.“

Mahnende Worte

In ihrer vierten Sitzung habe die AG um den Vorsitzenden Dr. Michael Vesper in erster Linie das sogenannte „Kompass-Modell“ für eine viergleisige Regionalliga vertieft und sich dabei zahlreichen Detailfragen, die für die Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle spielen würden, gewidmet.

Dr. Michael Vesper führt die Arbeitsgruppe an. Foto: Imago
Dr. Michael Vesper führt die Arbeitsgruppe an. Foto: Imago

„Die Diskussionen sind intensiv, ich nehme sie aber weiterhin als konstruktiv wahr. Klar ist: Wenn jeder nur aus seiner eigenen Brille auf die Dinge schaut, werden wir keine Lösung finden. Wir müssen daher immer das Gesamtbild im Blick behalten. Ich halte es im Sinne der Sache weiterhin für entscheidend, dass wir verstärkt positive Aspekte einzelner Modelle betrachten und nicht allein gegen etwas argumentiert wird“, so Dr. Michael Vesper. Nach Medienberichten regt sich aus den Regionalligen West und Südwest etwas Widerstand. Also aus jenen Staffeln, die von der Reform nicht profitieren würden, da sie ohnehin jede Saison einen festen Aufstiegsplatz haben.

Geht alles ganz schnell?

Wie der DFB in seiner Mitteilung bekannt gab, seien darüber hinaus im Rahmen der Sitzung weitere Alternativen andiskutiert worden, ohne dass sich dabei bisher ein bevorzugtes Modell herauskristallisiert hat.

Kickers Emden (links Tido Steffens) müsste im Ringen um einen Startplatz für die neue Regionalliga nach derzeitigem Stand in einer Qualifikationssaison unter die ersten Zwölf kommen. Foto: Jens Doden/ Emden
Kickers Emden (links Tido Steffens) müsste im Ringen um einen Startplatz für die neue Regionalliga nach derzeitigem Stand in einer Qualifikationssaison unter die ersten Zwölf kommen. Foto: Jens Doden/ Emden

Am konkretesten wurde bisher offensichtlich das Modell mit künftig vier statt fünf Regionalliga-Staffeln angegangen. Demnach müsste die Zahl der Regionalligisten von 90 auf 80 reduziert werden. Es gäbe dann vier Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften. Sollte dieses Modell sich durchsetzen und vom DFB beschlossen werden, könnte bereits die kommende Saison im besten Fall zur Qualifikationssaison werden und ab der Serie 2027/2028 in vier Staffeln gespielt werden. Berechnungen zufolge müsste Kickers Emden in der Nord-Staffel dann kommende Spielzeit unter den ersten zwölf Teams landen, um in der neuen Regionalliga dabei zu sein.

Vorteile für Abstiegsregelung

Das „Kompass-Modell“ mit logistisch sinnvollen Ligazusammensetzungen hat nach Meinung der Befürworter auch Vorteile in Bezug auf die Abstiegsregelung. „Die Abstiegsregelung in der Regionalliga wäre in diesem Modell ebenfalls einheitlich und nicht mehr von der regionalen Zugehörigkeit der Absteiger aus der 3. Liga abhängig. Es könnte also nicht mehr in einzelnen Staffeln zu einem verstärkten Abstieg kommen. Auch die bestehenden Aufstiegsregelungen aus der 5. Liga könnten beibehalten werden“, so der DFB.

Die nächste Sitzung der AG Regionalliga-Reform ist für den 25. März terminiert. Dann dürfte es konkreter werden, damit etwaige Reformvorschläge auch über die notwendigen Gremien und Verbände noch offiziell beschlossen werden können.

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