Sicher im Becken  So läuft das Schulschwimmen auf Borkum

| | 05.02.2026 14:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf Borkum wird sowohl in der Grund- als auch in der Inselschule Schulschwimmen angeboten. Symbolfoto: dpa
Auf Borkum wird sowohl in der Grund- als auch in der Inselschule Schulschwimmen angeboten. Symbolfoto: dpa
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Laut Deutschem Schwimm-Verband verlassen jährlich etwa 500.000 Kinder die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Die Situation auf Borkum haben wir bei Grund- und Inselschule abgefragt.

Borkum - Der Landesschwimmverband Niedersachsen (LSN) hat kürzlich in einer Pressemitteilung darüber informiert, dass nach aktuellen Daten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) jährlich etwa 500.000 Kinder die Grundschule verlassen, ohne sicher schwimmen zu können. Laut DSV sind qualifizierte Lehrkräfte zwar vorhanden, doch der Sanierungsstau in den Bädern werde zum gefährlichen Nadelöhr.

Im Gezeitenland müssen sich Schwimmer und Nichtschwimmer wie auf diesem Bild aus einem anderen Schwimmbad mitunter ein Becken teilen. Symbolfoto: dpa
Im Gezeitenland müssen sich Schwimmer und Nichtschwimmer wie auf diesem Bild aus einem anderen Schwimmbad mitunter ein Becken teilen. Symbolfoto: dpa

An Borkums Grundschule hat der Schwimmunterricht nach Angaben von Leiter Jörg Deisinger „einen hohen Stellenwert und ist uns ein besonderes Anliegen. Unsere Schülerinnen und Schüler nehmen in der zweiten sowie in der vierten Klasse jeweils für ein halbes Schuljahr am Schwimmunterricht teil“. Der Unterricht, so Deisinger, werde von gut qualifizierten Sportlehrkräften sowie weiteren Begleitpersonen durchgeführt, die alle im Besitz des DLRG-Rettungsschwimmscheins seien. „Dieser wird regelmäßig in Zusammenarbeit mit der DLRG Borkum aufgefrischt. Unsere Lehrkräfte haben zudem die Möglichkeit, an entsprechenden Fortbildungen teilzunehmen. Einige von ihnen sind darüber hinaus auch als Trainerinnen und Trainer bei der DLRG Borkum aktiv.“

Ziel: Grundschule mit Schwimmabzeichen in Bronze verlassen

Ziel sei es, dass alle Schülerinnen und Schüler die Grundschule mit dem Deutschen Schwimmabzeichen in Bronze verlassen. „Voraussetzung dafür ist die regelmäßige Teilnahme am Schulschwimmen. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, dass die Kinder auch in ihrer Freizeit – selbstverständlich in Begleitung – weitere Schwimmerfahrungen sammeln“, erklärt der Schulleiter. In der zweiten Klasse strebe man an, dass die Kinder das Seepferdchen-Abzeichen erwerben. „Im Anschluss empfehlen wir eine Weiterqualifizierung, zum Beispiel durch die Teilnahme an Angeboten der DLRG oder durch Schwimmkurse im Gezeitenland.“ Dort könne man sowohl das Hauptbecken als auch bei Bedarf das Lehrschwimmbecken nutzen. „Insbesondere bei Schwimmzeiten mit Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmern wird uns stets die Nutzung des Lehrschwimmbeckens ermöglicht. Für diese guten Rahmenbedingungen sind wir sehr dankbar.“

Das Schulschwimmen findet im Gezeitenland statt. Foto: Florian Ferber/Archiv
Das Schulschwimmen findet im Gezeitenland statt. Foto: Florian Ferber/Archiv

An der Inselschule geht es mit Schwimmunterricht in der fünften und sechsten Klasse weiter – im zweiwöchigen Wechsel mit Sport in der Halle oder auf dem Platz, erklärt Schulleiter Philipp Wenning. „Bei denen, die noch nicht so gut schwimmen können, wird ein bisschen nachgeholfen, bei denen, die gut schwimmen können, wird Feinarbeit gemacht.“ Die Corona-Jahre seien ein massiver Einschnitt gewesen, so Wenning, fehlender Schwimmunterricht und daraus resultierende Nichtschwimmer waren die Folge. Das habe sich mittlerweile in den Jahrgängen aber nivelliert. Auch die Kolleginnen und Kollegen an der Inselschule müssten sich regelmäßig fortbilden und qualifizieren. Die Inselschule arbeite darüber hinaus gut mit der Grundschule und der Nordseeheilbad Borkum GmbH (NBG) zusammen, die den Kindern auch bei Vollbetrieb im Gezeitenland in einem abgetrennten Bereich das Schulschwimmen ermögliche.

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