Mit SV Wilhelmshaven Ex-Kickers-Spieler träumt vom Regionalliga-Aufstieg
Der SV Wilhelmshaven hat ehrgeizige Ziele. Der ambitionierte Fußball-Oberligist mischt im Aufstiegskampf ganz stark mit. Ein Mittelstürmer steht noch auf der Wunschliste - von Kickers Emden?
Wilhelmshaven - Der „Kicker“ schrieb im Juni 2025 über den SV Wilhelmshaven: „Es war eine ereignisreiche Sommerpause.“ Einen ähnlichen Einstieg könnte man auch über die Winterpause des ambitionierten Fußball-Oberligisten wählen, denn beim SVW hat sich auch in den vergangenen Wochen jede Menge getan. Am kommenden Samstag (13 Uhr, bei uns im Liveblog) gastiert Fußball-Regionalligist Kickers Emden im zweiten Testspiel der Wintervorbereitung beim SV Wilhelmshaven.
Der Ostfriese Frank Löning übernahm überraschend am 8. Januar das Traineramt von David Jahdacic, zwei Tage später legte Sportchef Florian Schmidt sein Amt aus privaten Gründen beim SV Wilhelmshaven nieder. Am 20. Januar teilte er in einem emotionalen Post über die sozialen Netzwerke mit, dass er sich in tiefer Trauer nach dem Tod seiner Mutter Susanne Wucher befindet.
Schon vor der Saison ein Geheimfavorit
Es gab also viel Veränderung bei einem Verein, der sportlich eigentlich mehr als im Soll liegt, auch wenn er vor der Spielzeit schon als Geheimfavorit gehandelt wurde. Als Tabellenfünfter mit 29 Punkten auf dem Konto mischt der SVW voll im Aufstiegsrennen mit, wobei Wilhelmshaven noch zwei Spiele weniger auf dem Konto hat als Spitzenreiter 1. FC Germania Egestorf-Langreder (32 Zähler).
Nur eine Niederlage mussten die Jadestädter in der bisherigen Spielzeit hinnehmen, die gab es am 8. Spieltag gegen VfV Borussia Hildesheim. Sollte der SV Wilhelmshaven die beiden Nachholspiele beim 14. TSV Wetschen (7. Februar) und zu Hause gegen den Vorletzten Lupo Martini Wolfsburg (15. Februar) für sich entscheiden, stünde der Klub mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Also gut möglich, dass sich Kickers in der neuen Saison auf ein weiteres Derby freuen darf.
Efkan Erdogan ein Leistungsträger
Schon im Sommer gab es an der Jade einen großen Umbruch. Trainer Florian Schmidt wurde Sportlicher Leiter, Spieler David Jahdacic neuer Coach. Elf Spieler verließen den Verein, elf Spieler kamen als Verstärkung hinzu. Darunter war auch Efkan Erdogan, der in der Spielzeit 23/24 noch für Kickers Emden spielte und nach einem Kreuzbandriss den Verein dann in Richtung Union Bremen verließ.
„Ich stehe wieder voll im Saft und habe nur das erste Spiel aus privaten Gründen verpasst. Wir haben ein geiles Mannschaftsgefüge, um diese Liga zu rocken“, ist Erdogan, der gleich Mannschaftskapitän wurde, von seinem neuen Klub ganz begeistert.
Enger Kontakt zu Kickers-Spielern
Nach wie vor hat der 29-jährige Defensivspieler sehr engen Kontakt zu einigen Kickers-Spielern, studiert er doch zusammen mit den Emder Spielern Fabian Herbst, David Schiller und auch Kai Kaissis in Oldenburg zusammen Lehramt. „Ich weiß, was bei Kickers los ist, und sie wissen natürlich auch, wie die Lage bei uns in Wilhelmshaven ist.“ Die Wilhelmshavener Mannschaft sei von den Entwicklungen in der Winterpause überrascht worden. Das große Ziel hat sie aber nicht aus den Augen verloren. Erdogan fühlt sich in Wilhelmshaven pudelwohl, eine Vertragsverlängerung dürfte in Kürze bekanntgegeben werden.
Präsident Dr. Hans Herrnberger macht aus den großen Ambitionen keinen Hehl. „Wir wollen aufsteigen, die Strukturen mit einem tollen Stadion haben wir dafür. Es gab im Winter auch keine Turbulenzen, wir hatten halt lediglich einen Trainerwechsel.“ Wie nach dem überraschenden Trainertausch bekanntgegeben wurde, ließ Coach David Jahdacic eine Gesprächsfrist mit Boss Herrnberger in der Winterpause über eine weitere Zusammenarbeit ab dem Sommer verstreichen. Der mächtige und langjährige Präsident entschied sich dann trotz des erfolgreichen Halbjahres für einen sofortigen Trainerwechsel. „Wir freuen uns über die Rückkehr von Frank Löning. Er ist ein sehr bodenständiger Typ, der unseren Verein bestens kennt.“
Suche nach Mittelstürmer
Mit Leonid Mina verpflichtete Wilhelmshaven kürzlich einen 21-jährigen Offensivspieler. Ob noch weitere Transferaktivitäten geplant sind, wollte Herrnberger nicht verraten. „Einen starken Mittelstürmer könnten wir noch gut gebrauchen. Vielleicht hat Kickers ja für uns einen dabei“, lächelte Herrnberger. Ob die Freunde Efkan Erdogan und David Schiller bald wieder in einer Mannschaft spielen? Die nächsten Tage werden es zeigen.