Ostfriese trifft  Janssen nach 5. Saisontor für Essen sauer auf Coach

| | 18.01.2026 10:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Beim Spiel in München erzielte Marek Janssen bereits sein fünftes Saisontor. Foto: Imago
Beim Spiel in München erzielte Marek Janssen bereits sein fünftes Saisontor. Foto: Imago
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In der 80. Minute wurde der Jemgumer in München eingewechselt. Eine Minute später erzielte er das 0:1. Am Ende hieß es 1:1. Danach ließ Janssen Dampf ab.

München/Jemgum - Der Jemgumer Marek Janssen beherrscht weiterhin die Schlagzeilen beim ambitionierten Fußball-Drittligisten Rot-Weiss Essen. Nach dem Essener 1:1 im Verfolgerduell bei 1860 München gab es erst „Streit“ um den fünften Saisontreffer des Ostfriesen, weil das Tor zunächst seinem Mitspieler Marvin Obuz zugeschrieben wurde. Nach dem Spiel ließ Janssen dann im Interview mit dem Pay-TV-Sender „Magenta“ ordentlich Dampf ab und kritisierte indirekt seinen Trainer Uwe Koschinat.

„Irgendwann reicht’s“, beendete er das Interview, bei dem er zuvor seinen beschwerlichen Saison-Weg, der von der Tribüne über die Ersatzbank irgendwann aufs Spielfeld geführt hatte, mit markigen Worten beschrieb. „Ich habe in der Hinrunde sehr viel Dreck gefressen und weiß, dass das scheiße schmeckt“, lautete seine rustikale Formulierung am Mikro. „Jetzt habe ich heute wieder ein Tor gemacht. Vielmehr kann ich dazu nicht sagen“, fuhr der zweitbeste Essener Torschütze fort und mochte die Enttäuschung über fehlende Einsatzminuten nicht mehr verbergen.“ Im kurzen Schlusssatz ließ er den ganzen Frust raus. „Irgendwann reicht’s.“

Alle 66 Minuten ein Janssen-Tor

In München war der 28-Jährige beim Stand von 0:0 erst in der 81. Minute eingewechselt worden. Bereits 60 Sekunden später hieß es 1:0 für Rot-Weiss durch Janssen. Einen Schuss von Marvin Obuz hatte er reaktionsschnell verlängert und dabei deutlich sichtbar die Richtung des Balles entscheidend verändert. Trotzdem wurde bei Magenta und auch in der Sportschau Obuz als Torschütze genannt. Aber nicht nur der Ostfriese selber sah das anders. Auch sein Trainer sagte in der Pressekonferenz, dass „wohl Janssen“ das Tor erzielt habe. Und so verkündeten es die Essener auch auf ihrer Homepage. Damit hat der Jemgumer in nur 328 Minuten bereits fünf Tore erzielt und trifft somit durchschnittlich alle 66 Minuten. Das ist mit großem Abstand Liga-Bestwert. Kein Wunder, dass nicht nur er selber, sondern auch die Fans in den Online-Foren mit Nachdruck mehr Einsatzzeiten ihres Publikumslieblings fordern.

Sein Trainer gab sich in der Pressekonferenz angesprochen auf das Janssen-Interview diplomatisch. „Es ist okay, wenn das Selbstvertrauen, das er hat, in Taten umgemünzt wird“, sagte Uwe Koschinat zu diesem Thema. „Ich glaube auch, dass Spieler nicht so tief in der Denkweise eines Trainers sind, um jede Entscheidung verstehen zu müssen.“

Dickes Lob von Koschinat

Danach sprach Koschinat dem Jemgumer Jungen noch ein dickes Lob aus. „Ich würde mal sagen, dass die Vita des Jungen einfach beeindruckend ist, weil er sich nach oben gekämpft hat. Er spürt gerade, dass er einen Lauf hat. Das will ich logischerweise unterstützen.“ Koschinat machte aber zugleich deutlich, dass er Janssens Jokerrolle für das Spiel in München bewusst gewählt und auch im Nachhinein nicht als Fehler gesehen hat. „Es ist ja sehr hypothetisch, ob das Tor auch bei einer Startelfnominierung hier bei 60 München - sehr sehr weite Wege zum gegnerischen Tor - tatsächlich möglich gewesen wäre.“

Nach diesen unterschiedlichen Sichtweisen werden Trainer und Torjäger möglicherweise noch ein klärendes Gespräch zu zweit und ohne Kameras führen. Die Essener Fans und auch Marek Janssen dürfen auf jeden Fall gespannt sein, wo der Weg des Ostfriesen beim Anstoß der nächsten Essener Partie am Samstag um 14 Uhr gegen den TSV Havelse hinführen wird: zur Ersatzbank oder ins Sturmzentrum.

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