Kickers legte los Ehemaliger Baumgart-Spieler startet in Emden
In der Soccerhalle legte Kickers mit der Vorbereitung los. Mit dabei waren ein Überraschungsgast und die neuen Keeper. Wir sprachen mit dem Duo. Einer trainierte schon unter drei Bundesliga-Trainern.
Emden - Minigolf, Bowling oder Kinder-Spielparadies Okidoki – das Freizeitcenter Emden hat ein breites Angebot. Für die Fußballer des BSV Kickers Emden bot es am Mittwoch, 14. Januar, das Umfeld für den Trainingsstart nach fünfeinhalbwöchiger Pause. In der ebenfalls zur Spaß-Location gehörenden Soccerhalle trafen sich die Regionalliga-Kicker zur ersten von 37 Trainingseinheiten bis zum Ligastart am Sonntag, 22. Februar, beim FSV Schöningen.
Stefan Emmerling und sein Trainerteam wählten einen smarten Vorbereitungsstart für ihre Mannen, die sich nach einem Warm-Up aufs Fußballspielen freuen durften. Es wurden vier Viererteams gebildet. Felix Göttlicher, Michael Igwe, Mika Eickhoff und Marten Schmidt gewannen das Turnier mit Vor-/Rückrunde und lächelten mit zwei ganz neuen Kickers-Gesichtern für das Siegerbild in die Kamera von Social-Media-Chef Patrick van Hove. Die beiden neuen Keeper Moritz Schulze und Luca Petzold lernten ihre Teamkollegen erstmals kennen. Sie waren vor wenigen Tagen verpflichtet worden, nachdem die bisherigen Keeper Isaak Djokovic (Auslandssemester) und Norman Quindt Kickers verlassen hatten. Quindt ist nun zu seinem Ex-Verein TSV Havelse gewechselt. Das gab der Drittligist am Mittwoch bekannt.
Nachmieter von Quindt
Apropos Quindt: Er ist auch der Vormieter von Moritz Schulze. „Ich habe seine Wohnung in Emden übernommen, die Schlüssel schon erhalten“, erzählt Schulze, der seit dem Sommer und seinem Vertragsende bei Greuther Fürth vereinslos war. Dort hatte er im Zweitliga-Kader gestanden, in der Regionalliga-Mannschaft Spielpraxis gesammelt. Er bestritt gegen Hannover 96, Hamburger SV und Preußen Münster vor einem Jahr auch drei Zweitliga-Spiele.
Nach dem Ende seiner Franken-Zeit hielt er sich bei verschiedenen Profi-Vereinen fit. „Ich war in der Sommer-Vorbereitung zweieinhalb Wochen bei Energie Cottbus, dann zweieinhalb Monate bei Carl-Zeiss Jena und danach noch beim Halleschen FC“, erzählt der 24-Jährige, der das eine oder andere Gespräch führte: „Am konkretesten wurde es mit Emden. Ich bin froh, dass ich nun hier bin. Klar ist, dass ich mit dem Ziel nach Emden gekommen bin, zu spielen, Spielpraxis zu sammeln – und das möglichst viel.“
Möbel beim Ur-Großvater
Der aus einem Vorort von Leipzig stammende 1,92-Meter-Mann reiste am Dienstag von seiner Familie nach Emden, schläft zunächst im Hotel. Aber nicht mehr lange. „Am Wochenende kommt meine Familie und hilft mir beim Umzug. Die Möbel sind bei meinem Ur-Großvater in Leipzig gelagert.“ In der B-Jugend wechselte er einst zu RB Leipzig und trainierte dort auch unter dem heutigen Bundesliga-Trainer Alexander Blessin (FC St. Pauli).
Noch etwas länger im Hotelbett wird sein Konkurrent um die Nummer eins schlafen müssen. Die Wohnungssuche beginnt erst noch bei Luca Petzold, der auch einen weiten Weg nach Emden auf sich nehmen musste. Auch er reiste aus seiner Geburtsstadt an. „Ich war über die Feiertage und den Jahreswechsel bei meiner Familie in Bamberg“, erzählt der ebenfalls 24-jährige Petzold. So weit von der Heimat entfernt Fußball gespielt hat der 1,90-Meter-Mann auch schon: vergangene Saison in Greifswald. „Das waren auch so sechs bis sieben Stunden Autofahrt nach Bamberg.“
Petzold löste Vertrag auf
Schon vor der Sommertransferphase bestand Kontakt zwischen ihm und Kickers. Letztlich wechselte der ehemalige Jugendspieler des 1. FC Nürnberg zum Bahlinger SC in die Regionalliga Südwest, wurde auch Stammkeeper beim Tabellenvorletzten. „Ich wollte mich verändern und habe den Vertrag aufgelöst.“
Wenige Wochen später unterschrieb er nun einen neuen bei Kickers. Auch er ist nach Ostfriesland gekommen, um zu spielen. „Als Torwart muss man sich immer Konkurrenzsituationen stellen“, sagt der Bayer, der im Männer-Fußball auch noch für Bayreuth (3. Liga/Regionalliga) und Rot-Weiß Erfurt (Regionalliga) im Tor stand.
„Gast“ aus Jeddeloh
Beim ersten Training in der Soccerhalle bekamen die Keeper auf dem kleinen Feld gut zu tun. Bis auf Michael Igwe kannte Petzold noch keinen Mitspieler. „Die Namen und Gesichter werde ich mir aber schnell einprägen.“
Nicht beim Auftakttraining dabei waren Fabian Herbst und Janek Siderkiewicz, die noch individuell trainierten. Dafür gab es mit Pascal Steinwender einen überraschenden Trainingsgast. Der langjährige Mitspieler, der noch in Emden lebt, wechselte Ende August zum Ligakonkurrenten SSV Jeddeloh. Er plauderte während der Spiele angeregt mit den zwei wartenden Teams. Als Michel Eickschläger nach einem Zusammenprall nicht weiterspielen konnte, ging der spaßige Blick eines Kickers-Spielers zu Steinwender: „Hast du Hallenschuhe mit?“
Baumgart und Kwasniok
„Calli“ blieb natürlich weiter Zuschauer, zu denen neben dem Trainerteam auch der Technische Direktor Sebastian Plog zählte. Er hieß die neuen Keeper auch willkommen, die nun sowieso das beste „Kennenlern-Programm“ vor der Brust haben: tägliches Training.
Am Sonntag, 18. Januar, steht das erste Testspiel beim SC Paderborn II (Regionalliga) an. Das ist für Moritz Schulze eine Reise in die Vergangenheit. Seine ersten drei Profijahre verbrachte der Sachse nämlich in Ostwestfalen. In Paderborn gehörte er zum Zweitliga-Kader, sammelte Spielpraxis bei der Reserve. „Ich stand auch in über 30 Zweitliga-Spielen im Profikader.“ Seine Trainer damals waren zwei heutige Bundesliga-Trainer: Steffen Baumgart (Union Berlin) und Lukas Kwasniok (1. FC Köln).