Ihlow klagte Uplengen an  „Topspiel“ am grünen Tisch – so ging es aus

| | 09.01.2026 16:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach einer Platzsperre des Rasenplatzes in Remels fiel das Spitzenspiel Anfang November aus. Die Partie war im Vorfeld vom Kunstrasen auf den B-Platz verlegt worden. Symbolbild: Imago
Nach einer Platzsperre des Rasenplatzes in Remels fiel das Spitzenspiel Anfang November aus. Die Partie war im Vorfeld vom Kunstrasen auf den B-Platz verlegt worden. Symbolbild: Imago
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Anfang November fiel das Ostfrieslandliga-Duell der beiden Aufstiegsaspiranten in Remels aus. Eintracht „stinkte“ der Ausfall, dem VfB das „Nachspiel“. Das passierte nun vorm Sportgericht.

Hesel - Eintracht Ihlow und der VfB Uplengen trafen sich nun auf ungewohntem Terrain – vor dem Sportgericht des Fußballkreises Ostfriesland. Die Ihlower unterstellten den Remelsern ein „Foul“ bei der Absage des Spitzenspiels Anfang November. Doch das Sportgericht konnte dem nicht folgen, arbeitete in der Verhandlung heraus, dass der VfB sich an die geltenden Regeln gehalten hatte. Zum Ende der Verhandlung zog Eintracht formell seinen Protest-Antrag deshalb zurück. Es war absehbar, dass das Sportgericht den Protest abweisen würde.

„Wir sind trotzdem zufrieden. Uns ging es nicht darum, drei Punkte am grünen Tisch zu bekommen. Wir wollten das Thema grundsätzlich auch mal auf die Agenda bringen, weil wir finden, dass es viel zu einfach ist, Spiele abzusagen“, erklärte Ihlows Vorsitzender Bernd Emkes am Freitagmittag, 9. Januar. Am Donnerstagabend, 8. Januar, hatte die mündliche Verhandlung in der Sportschule in Hesel stattgefunden. Sportlich wird die Partie nun wie geplant am 22. Februar nachgeholt.

Die Hintergründe

Das war passiert: Wenige Tage vor dem Duell der beiden Aufstiegsaspiranten sperrte der Landkreis Leer die Sporthalle in Remels bis auf Weiteres aufgrund diverser Mängel für sämtlichen Schul- und Sportbetrieb. Der VfB Uplengen nutzt die Kabinen und Sanitäranlagen auch für die Fußballer, die auf dem direkt angrenzenden Kunstrasenplatz hauptsächlich ihre Spiele austragen. „Wir haben daraufhin das Spiel dann auf unseren B-Platz, einen Rasenplatz, verlegt“, berichtet VfB-Fußballobmann Heino Müller.

Der B-Platz mit eigenen Umkleiden sei einen langen Fußweg entfernt vom Kunstrasenplatz. „Wir hätten am Kunstrasenplatz auch keine Sanitäranlagen für die erwarteten bis zu 300 Zuschauer gehabt“, sagt Müller. Zur Toiletten-Thematik sagt Ihlows Vorsitzender Bernd Emkes: „Das kann aber kein Grund sein, dass ein Spiel ausfallen muss. Dann muss man den Zuschauern vorher Bescheid geben.“ Auch der lange Weg für die Sportler sei nicht zwingend ein Verlegungsgrund. Letztlich konnte die Partie auch nicht auf dem B-Platz stattfinden. Nach Regenfällen in der Nacht vor dem Spiel sei der Platz nicht bespielbar gewesen, so der VfB. „An dem besagten Wochenende fielen einige Spiele in Ostfriesland aus. Wir waren nicht die einzigen“, so Müller.

Alles rechtens

Das Sportgericht arbeitete auch nach Befragung des Staffelleiters Hans-Adolf Tebben heraus, dass es an der Umlegung des Spiels aufgrund der besonderen Umstände nichts zu beanstanden gab. Und wie sah es mit der Spielabsage auf dem Rasenplatz aus? Auch dort hielt sich der VfB an geltendes Spielrecht. Ein Mitarbeiter der Gemeinde hatte den Platz am Sonntag für nicht bespielbar erklärt.

Die Ihlower waren wegen der Gesamtumstände der Absage angefressen und gingen auch deshalb den Weg vors Sportgericht. VfB-Leistungsträger Matthias Goosmann wäre in dem Topspiel gelbgesperrt gewesen. Indirekt stellen die Ihlower auch einen Zusammenhang mit der Spielabsage her. „Samstag wurde uns noch gesagt, der Platz sei in einem hervorragenden Zustand und Sonntag kam dann die Absage. Auch auf unser Angebot eines Heimrechttausches ist man nicht eingegangen“, sagte Ihlows Vorsitzender Bernd Emkes im Vorfeld. Dazu erklärte Heino Müller: „Es war ein Spiel der Hinserie. Wir sind nicht dazu verpflichtet, das Heimrecht zu tauschen. Wir konnten bei uns nicht spielen, so war es einfach“, so Heino Müller.

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