Klimaschutz-Initiative So kommt der Klima-Taler bisher auf Borkum an
Die Stadt Borkum will, dass klimafreundliches Verhalten mit digitalen Talern belohnt wird. Unternehmen und Bürger können sich an dem System beteiligen und Vorteile erhalten.
Borkum - Nachdem die Mitglieder des Borkumer Umweltschutzausschusses im März den Beschluss gefasst hatten, dass die Verwaltung die Umsetzung des Projektes Klima-Taler weiter vorantreiben soll, gab es in der jüngsten Sitzung ein Update der Stadt. „In der Zwischenzeit wurden einige Unternehmen angeschrieben und es fand eine Info-Veranstaltung zur Vorstellung des Klima-Talers statt“, konnte Daniel Pantekoek aus der Ordnungsabteilung berichten.
Für interessierte Unternehmen, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, plant die Verwaltung Online-Vorstellungen. „Insgesamt haben bisher sechs Unternehmen (Stand 25. November 2025; Anm. d. Red.) der Verwaltung ihr Interesse an der Nutzung des Klima-Talers mitgeteilt“, so Pantekoek. Weitere Anschreiben, zum Beispiel an Gastronomen und Hoteliers, seien geplant.
Was es mit dem Prinzip des Klima-Talers und der dazugehörigen App auf sich hat, hatte Borkums Umweltbeauftragte Sandra Franke in der März-Sitzung so erklärt: „Klimafreundliches Handeln soll belohnt werden.“ Klima-Taler ließen sich etwa durch Reduzierung des eigenen Strom-, Gas- und Wasserverbrauchs sammeln. Oder durch klimafreundliche Mobilität: Radfahren, zu Fuß gehen, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. So bekomme man zum Beispiel pro fünf Kilogramm eingespartem CO2 einen Klima-Taler, sagte Franke seinerzeit. Ebenfalls belohnt werde unter anderem die Teilnahme an Umweltaktionen wie der Inselreinigung. Als zusätzlichen Anreiz gebe es CO2-Wettbewerbe, in denen App-Nutzer in Teams aus verschiedenen Städten und Regionen gegeneinander antreten.
Taler gegen Vergünstigungen eintauschen
Und wie kommen die Unternehmen ins Spiel? „Man kann die Klima-Taler bei teilnehmenden Unternehmen einlösen. Sie erklären sich bereit, kleine Vergünstigungen gegen die Klima-Taler einzutauschen, zum Beispiel zehn Prozent Rabatt auf ein Frühstück“, so Sandra Franke. Die jeweiligen Partnergeschäfte könnten selbst entscheiden, welche Leistungen sie für wie viele Taler anbieten. Auch Giveaways oder freier Eintritt seien möglich. Und: Inselbewohner können die „Währung“ sowohl auf Borkum als auch bei Klima-Taler-Partnern auf dem Festland einlösen – und umgekehrt Touristen und Gäste auch auf der Insel. Unter anderem beteiligt sich die Stadt Leer an der Aktion.
Die Umweltbeauftragte wies zudem darauf hin, dass für eine App-Nutzung grundsätzlich keine Daten (Namen, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) freigegeben werden müssten, lediglich der Standort. Für User und teilnehmende Geschäfte ist die App kostenlos, für Städte unter 10.000 Einwohnern fällt eine jährliche Teilnahmegebühr von 1.990 Euro (plus Mehrwertsteuer) an.