Wiesmoor Fallrückzieher wie Ronaldo: Neunjähriger wird nach Traumtor zum Internet-Star
Annahme, Fallrückzieher aus zehn Metern Entfernung – Tor. Dem neunjährigen Wasem gelang ein Traumtor, dass ihn nun zum Internet-Star werden lässt. Nach sechs Niederlagen in Finalspielen atmet seine Mannschaft nun auf.
Ein ostfriesischer Nachwuchsfußballer ist über Nacht zum Internet-Star geworden. Wasem Al-Ali von den E-Junioren des VfR Heisfelde erzielte am Sonntag bei einem Hallenturnier in Wiesmoor ein traumhaftes Fallrückzieher-Tor. Weil Nathalie Pauls, Lebensgefährtin von Jan-Niklas Eickels, Herren-Trainer des Männer-Bezirksligisten VfL Germania Leer, Teile des Spiels filmte, verbreitet sich das Video vom Sensationstor des Neunjährigen über die Sozialen Medien nun wie ein Lauffeuer.
„So ein Tor habe ich noch nie gesehen. Wahnsinn. Welch ein Glück, dass wir es gefilmt haben und es nun alle sehen können“, sagt Eickels. Der Trainer ist seit einigen Jahren Jugendcoach beim VfR und begleitet die 2016er zusammen mit Pauls schon seit den Bambini-Zeiten. Am Sonntag freuten sie sich über den Turniersieg beim Wintercup der JSG Wiesmoor, dem durch das Sensationstor des Drittklässlers die Krone aufgesetzt wurde.
Im Endspiel des 2016er-Turniers stand es 0:0, als der Ball nach einem Heisfelder Freistoß aus der eigenen Hälfte nach vorne gespielt wurde. Wasem Al-Ali stand acht Meter vor dem Tor mit dem Rücken zum Gehäuse und hatte den Gegenspieler aus Bremerhaven im Nacken. Der Neunjährige nahm den Ball mit dem rechten Oberschenkel an, ließ das Spielgerät aufkommen, spielte es nochmal nach oben und setzte danach aus rund zehn Metern wie im Lehrbuch artistisch zum Fallrückzieher an.
Der Ball senkte sich traumhaft Richtung Torwinkel und zappelte im Netz. Da staunten selbst die Gegenspieler. „Die Halle tobte danach natürlich. Die haben gefühlt fünf Minuten lang durch geklatscht“, erzählt Jan-Niklas Eickels.
Die Heisfelder posteten das Tor-Video auf ihrem Instagram-Kanal der Heisfelder Jugend. Auch Jan-Niklas Eickels, der viele Jahre als Trainer in Düsseldorf tätig war, nutzte seine Social-Media-Reichweite. „Bereits am Sonntagabend wurden wir vom Niedersächsischen Fußballverband angeschrieben. Der NFV fragte nach dem Video.“ Am Montag folgten noch weitere bundesweite Portale wie zum Beispiel Kreisliga-Helden. Das Video erreicht nun viele Menschen und alle Teile des Landes. „Ich alleine hatte am Montagmittag schon 43.000 Aufrufe von dem Video.“
Wasem Al-Ali kam vor wenigen Jahren mit seiner Familie aus Syrien nach Leer. Dort begann er dann in Heisfelde mit dem Fußballspielen. „Er hat sich toll entwickelt, ist auch in der Kreisauswahl“, erzählt sein Trainer. So einen atemberaubenden Treffer hat er aber noch nie erzielt, wenngleich der Versuch schon in manchem Spiel unternommen wurde. Das sorgte dann auch mal für Stirnrunzeln beim Trainer, der nun aber den Beweis bekam: Wasem kann es – und wie.
Aber nicht nur der Schütze des Traumtores war am Sonntag überglücklich. Wenige Tage nach dem Staffelsieg auf dem grünen Rasen folgte nun der Turniersieg in Wiesmoor. Nach vier Siegen in der Gruppe folgte der 3:0-Finalerfolg gegen die ESC Geestemünde II. In der Winterrunde der vergangenen Saison kamen die VfR-Kicker auch oft sehr weit, hatten aber am Ende nie das Glück auf ihrer Seite. „Wir waren so etwas wie ,Vizekusen‘. Wir standen sechsmal in einem Finale, haben sechsmal verloren. Da freut es mich für die Jungs enorm, dass sie nun ein Endspiel gewinnen konnten.“
Möglicherweise bringt der Wiesmoor-Ausflug vom Sonntag noch eine weitere Auszeichnung. Nicht ausgeschlossen, dass das Traumtor von Wasem Al-Ali noch in irgendeinem Portal oder gar beim NFV als Tor des Monats nominiert wird und möglicherweise sogar gewinnt – verdient hätte es dieses Tor allemal.
Dieser Artikel erschien zuerst in der „Ostfriesen-Zeitung“.