Kickers-Boss auf Tour  Rießelmann verhandelt in Buenos Aires

| | 28.11.2025 07:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Henning Rießelmann sprach in Buenos Aires auch mit den Verantwortlichen von Boca Juniors. Foto: Privat
Henning Rießelmann sprach in Buenos Aires auch mit den Verantwortlichen von Boca Juniors. Foto: Privat
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Henning Rießelmann ist auf Expansionstour. Der Boss von Kickers Emden verhandelte unter anderem mit Boca Juniors, dem legendären Klub von Diego Maradona, über eine Zusammenarbeit.

Buenos Aires - Henning Rießelmann ist ein ehrgeiziger Sportler und Geschäftsmann. „Die kleinste Zahl ist die eins“, hatte er augenzwinkernd vor der Saison in unserem Podcast angemerkt, welche Ziele er mit Kickers Emden verfolgt. Sportlich muss er in dieser Spielzeit mit dem BSV kleinere Brötchen backen und erlebt nach der starken letzten Saison mit der Vizemeisterschaft eine Talsohle. Statt im Aufstiegsrennen mitzumischen, befindet sich der BSV im Abstiegskampf.

Beruflich schwimmt Rießelmann weiter auf einer Erfolgswelle. Mit seiner Firma Onside ist er in Europa Marktführer, was die Abwicklung von Trainingslagern und Freundschaftsspielen angeht. Im April übernahm er mit seiner Firma den Konkurrenten Match IQ, den er vom kriselnden Medienunternehmen Sport1 kaufte.

Termin mit Weltmeister Sergio Batista

In der Sommervorbereitung war ein Höhepunkt dann die Ausrichtung des Trainingslagers von Superstar Cristiano Ronaldo und seinem Klub Al-Nassr in Saalfelden, inklusive eines Freundschaftsspiels. Kurz nach dem Kickers-Saisonstart organisierte Onside dann noch ein Freundschaftsspiel von Real Madrid in Innsbruck, was ebenfalls riesige Dimensionen annahm.

Auch Weltmeister Sergio Batista (links) gehörte zu Rießelmanns Gesprächspartnern. Foto: Privat
Auch Weltmeister Sergio Batista (links) gehörte zu Rießelmanns Gesprächspartnern. Foto: Privat

Am Dienstag erwischte die Redaktion den Kickers-Boss dann im argentinischen Buenos Aires. Wie Rießelmann erklärte, hatte er Gespräche mit insgesamt sieben Vereinen und den Verantwortlichen der argentinischen Nationalmannschaft. Darunter waren die argentinischen Erzrivalen und Weltklubs River Plate und Boca Juniors sowie Independiente, Racing Club, San Lorenzo, Banfield und Argentinos Juniors. Legende Diego Maradona spielte in seiner Jugend für Argentinos Juniors, später dann für Boca Juniors. Zu Rießelmanns Gesprächspartnern zählte mit Weltmeister (1986) Sergio Batista auch ein ehemaliger Mitspieler Maradonas.

Gespräch mit Nationalteam und sieben Klubs

„Unser Ziel ist es, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Möglicherweise eröffnen wir hier auch ein Büro. Das geht nicht per Telefon, da muss man persönlich die Gespräche führen“, so Rießelmann im 13-Flugstunden entfernten Buenos Aires. Er könnte sich vorstellen, europäische Teams nach Argentinien zu vermitteln und umgekehrt auch Trainingslager und Freundschaftsspiele für die argentinischen Topteams und die Nationalmannschaft in Europa zu organisieren.

Auch bei River Plate hatte der Kickers-Macher einen Geschäftstermin. Foto: Privat
Auch bei River Plate hatte der Kickers-Macher einen Geschäftstermin. Foto: Privat

Zwischen den Geschäftsterminen blieb natürlich auch noch Zeit, sich das ein oder andere Fußballspiel anzusehen. Am Montagabend besuchte er das Achtelfinalspiel zwischen Racing Club und River Plate (Endstand 3:2). „Solche Fußball-Emotionen habe ich selten erlebt“, zeigte er sich von der Atmosphäre begeistert, er habe zwischen den Ultras gestanden. Am vergangenen Sonntag flog er in Richtung Buenos Aires, am Freitag möchte er um 11 Uhr wieder in Bremen landen. „Wenn alles pünktlich ist, plane ich schon, mir unser Spiel in Flensburg anzusehen“, so Rießelmann.

Von Buenos Aires nach Flensburg

Der Kontrast ist schon extrem: Statt südamerikanischer Atmosphäre vor Zehntausenden Zuschauern bei 27 Grad geht es für ihn dann direkt vom Bremer Flughafen zum Emder Regionalliga-Spiel bei Weiche Flensburg. Die Wettervorhersage prognostiziert neun Grad und Nieselregen, im Schnitt begrüßte Flensburg bisher 886 Fans in dieser Saison zu den Heimspielen.

Mit einem Auswärtssieg im Gepäck möchte er sich dann nach einer intensiven Arbeitswoche auf den Heimweg machen.

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