Reform  Nur noch vier Regionalligen? Kickers Emden wäre gerüstet

| | 26.11.2025 16:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kickers-Boss Henning Rießelmann hat sich mit Emden der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ angeschlossen. Fotos: Jens Doden/Emden
Kickers-Boss Henning Rießelmann hat sich mit Emden der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ angeschlossen. Fotos: Jens Doden/Emden
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In die Reform der Fußball-Regionalligen kommt Bewegung rein. Henning Rießelman sieht Kickers Emden für alle Szenarien aufgestellt: „Ich würde lieber gegen Chemnitz spielen als St. Pauli II.“

Emden - „Meister müssen aufsteigen“, ist die deutliche Forderung von zahlreichen Vereinsvertretern als auch Fangruppen der Fußball-Regionalligen. Auch Kickers Emden hat sich der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ angeschlossen. Vor zwei Wochen traf sich erstmals eine 13-köpfige Arbeitsgruppe, am Montag gab es unter der Leitung von Michael Vesper (Ex-DOSB-Präsident und Grünen-Politiker) das zweite Treffen. In der Gruppe diskutieren Vertreter des DFB, der DFL, der Regionallverbände und Vereinsfunktionäre über eine mögliche Strukturänderung.

Lagen nach der ersten virtuellen Sitzung noch verschiedene Ansätze auf dem Tisch, teilte der DFB nach dem zweiten Meeting am Montag in Frankfurt nun in Präsenz mit, dass sich die Gruppe auf die Reduzierung auf vier Regionalligen konzentrieren wolle. Damit wird der Vorschlag von Kiel-Präsident Steffen Schneekloth, eine zweigleisige vierte Liga einzuführen, nicht weiter verfolgt.

Kommt eine U21-Bundesliga?

Laut MDR wurde noch eine zweite Arbeitsgruppe von DFL und DFB ins Leben gerufen, die auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Regionalligen haben könnte. In dieser Gruppe sollen hochrangige Vereinsvertreter über die Einführung einer U21-Bundesliga diskutieren. Unter anderem Jürgen Klopp („Head of Global Soccer“ bei Red Bull) hatte jüngst in einem Interview mit dem „Kicker“ angeregt, über eine U21-Bundesliga nachzudenken. Ob überhaupt und wenn ja wie viele zweite Mannschaften dann aus dem Drittliga- und Regionalliga-Spielbetrieb herausfallen könnten, ist momentan nur reine Spekulation.

Reenald Koch (Mitte) gehört für die Regionalliga Nord zur Arbeitsgruppe. Foto: Doden/Emden
Reenald Koch (Mitte) gehört für die Regionalliga Nord zur Arbeitsgruppe. Foto: Doden/Emden

„Das war ein sehr guter Einstieg in die inhaltliche Diskussion. Es wurde deutlich, dass alle in der Gruppe bereit und interessiert sind, konstruktiv an einer Lösung mitzuwirken. Wir haben über alle denkbaren Modellansätze gesprochen und erste Bewertungen vorgenommen. Aus meiner Sicht war das ein deutlicher Schritt nach vorne“, wird Michael Vesper in der DFB-Mitteilung zitiert. Aus dem Norden gehören Reenald Koch (Vorsitzender Regionalliga- und Spielausschuss) und Florian Egbers (Geschäftsführer SV Meppen) der Arbeitsgruppe an.

Zusammensetzung der Regionalligen

Unklar ist natürlich noch, wie sich die möglichen vier Regionalligen (Nord, Ost, West, Süd) zusammensetzen könnten. Ist es zudem denkbar, dass Mannschaften aus gleichen Landesverbänden in verschiedenen Regionalligen spielen? Zum Beispiel, dass Carl-Zeiss Jena (aktuell Regionalliga Nord-Ost) in einer Regionalliga Süd spielen könnte, andere Vereine aus dem Nordosten dann in einer Regionalliga Nord. All diese Punkte muss die Arbeitsgruppe noch erörtern.

Eine Reduzierung auf vier Staffeln würde natürlich auch längere Anreisen und höhere Kosten bedeuten. „Kickers Emden wäre für alle Möglichkeiten gerüstet. Mir ist es wichtig, dass wir interessante Gegner haben mit Traditionsmannschaften und vielen Zuschauern. Ich spiele doch lieber gegen den Chemnitzer FC als zum Beispiel den FC St. Pauli II“, meinte Kickers-Boss Henning Rießelmann in einer ersten Stellungnahme.

Ab wann könnte die Reform greifen?

Allerdings müsse sich der Verein noch einmal im Klaren werden, wie man sich für die Zukunft positionieren möchte, vor allem auch budgetär. „Mit Feierabend-Fußball in Chemnitz zu spielen, könnte schwierig werden. Dafür sind aber noch viele Gespräche zu führen, natürlich auch mit unseren Spielern. Wir sind aber für alle Szenarien gewappnet und arbeiten daran, wie wir uns sportlich und mit welcher DNA künftig aufstellen möchten.“

Laut der „Bild“ wurde zudem noch intensiv diskutiert, wann eine Regionalliga-Reform greifen könnte. Um eine Änderung in der Spielzeit 2027/2028 durchzuführen, müsste ein außerordentlicher DFB-Bundestag einberufen werden. Der nächste ordentliche ist für 2027 angesetzt, eine Reform könnte dann erst für die Spielzeit 2028/2029 greifen.

Nord-Meister steigt direkt auf

In dieser Spielzeit wird der Sieger der Regionalliga Nord zwar direkt aufsteigen. Aber im Gegensatz zur Regionalliga West und Südwest wechseln sich Norden, Nordosten und Bayern damit ab. In der aktuellen Saison spielt der Nordosten nach Ende der Spielzeit mit dem bayrischen Vertreter den vierten Aufsteiger aus. Seit der Spielzeit 2020/2021 gilt diese Regelung. Der Westen und Südwesten bekam einen festen Aufsteiger zugesprochen, da diese beiden Ligen die meisten Vereine mit der geografisch größten Fläche stellen. Diese Regelung sorgt vor allem im Norden, Nordosten und Bayern schon lange für Unmut, aber auch Vereine aus dem Westen und Südwesten haben sich der Initiative angeschlossen.

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