Lob für JFV-Boss Mehrere Chancen für Leeraner Kunstrasenplatz
Vom Sportausschuss gab es grünes Licht: Leer treibt die Planungen für einen Kunstrasenplatz voran. VfR Heisfelde und Borussia Leer betonen die gute Zusammenarbeit. Ein Sonderlob bekam Heino Müller.
Leer - Im Sportausschuss der Stadt Leer am 19. November fiel der Begriff „Silberstreif“. Die Leeraner Amateurfußballer träumen von einem neuen Kunstrasenplatz, die Hoffnungen sind so groß wie lange nicht mehr. Bei zwei Enthaltungen sprach sich der Ausschuss dafür aus, bis zum 15. Januar 2026 eine Projektskizze und entsprechende Ratsbeschlüsse vorzubereiten. Schon im Vorfeld hatten sich die Leeraner Vereine (JFV Leer, Germania Leer, VfR Heisfelde, Frisia Loga, Borussia Leer, SC 04 Leer, Eintracht Nüttermoor und der BSV Bingum) darauf geeinigt, dass der Platz von Borussia Leer der optimale Standort ist. Neben dem Platz von Borussia Leer befindet sich direkt die Anlage des VfR Heisfelde.
„Ein nächster, wichtiger Schritt ist gemacht, die Signale sind positiv. Es ist vor allem Heino Müller vom JFV Leer zu verdanken, dass alle Vereine an einem Strang ziehen“, erklärte Mario Rauch, 2. Vorsitzender von Borussia Leer. Sein Klub habe die Diskussion um die Standortwahl völlig neutral begleitet. „Wichtig ist vor allem, dass wir für den Jugendfußball in Leer einen Kunstrasenplatz bekommen, egal wo.“ Das Verhältnis zwischen den Vereinen Borussia Leer und VfR Heisfelde sei ausgesprochen gut, betonte Rauch. „Wir sind dazu bereit, es gemeinsam anzugehen, da nach Prüfung der Fakten unser Platz am sinnvollsten ist.“
Platzbelegung kein Problem
Der Platz gibt es von der Größe her, positiv sei zudem, dass zum Beispiel auch die Flutlichtmasten relativ neu sind und weiter genutzt werden könnten. Insgesamt sei er verhalten optimistisch. Er habe beruflich selber auch häufig mit der Beantragung von Fördermitteln zu tun und weiß daher aus eigener Erfahrung, dass viele Punkte und Entscheidungen zusammenkommen müssen, damit solch ein Projekt auch umgesetzt werden kann. Auch wenn es noch ein sehr weiter Weg ist, würde er für die Belegung des Kunstrasenplatzes durch Leeraner Vereine keine großen Probleme sehen. „Das kriegen andere Regionen ja auch geregelt. Die richtig heiße Phase ist ja dann nach dem Winter ab Februar, wenn es auch in die Vorbereitung geht. Das ist schon zu organisieren“, glaubt Rauch.
Ähnlich optimistisch beurteilt auch Thomas Bruns, Vorsitzender des VfR Heisfelde, die Entscheidung. „Wir haben zu Borussia Leer ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Im Kleinen ist es ja jetzt auch schon so, zum Beispiel nutzen schon Borussia Leer, Eintracht Nüttemoor oder Frisia Loga unseren kleinen Kunstrasen-Trainingsplatz mit“, so Bruns, der als CDU-Ratsherr ebenso wie seine Kollegen Ferhat Özdemir (Vorsitzender Germania Leer, Fraktion die Grünen) und Gerd Lübbers (Vorsitzender Eintracht Nüttermoor, CDU) für die Abstimmung im Sportausschuss auf die Zuschauertribüne wechselte. Bruns hält auch die große Anlage von VfR Heisfelde und Borussia Leer am geeignetsten. Das gesamte Areal befindet sich im Besitz der Stadt Leer, die mit einem Erbbaurechtsvertrag die Nutzung an den VfR Heisfelde übertragen hat. Heisfelde wiederum hat eine Nutzungsvereinbarung mit Borussia Leer.
333 Millionen Euro in der ersten Tranche
Aufgrund der neuen Fördermittel-Situation des Bundes stellte KSB-Vorsitzender Jörg Kromminga schon vor Wochen die Frage: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Er freute sich, dass die unendliche Kraftanstrengung, sich für die Verbesserung der Infrastruktur einzusetzen, vielleicht von Erfolg gekrönt sein könnte. In der ersten Tranche stellt der Bund im Jahre 2026 Fördermittel in einer Höhe von 333 Millionen Euro zur Verfügung, in den folgenden zwei Jahren noch einmal die gleiche Summe.
Die Stadt Leer hofft bei Gesamtkosten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro auf eine Förderung von ca. 1 Million Euro durch den Bund. Einfach gerechnet: Sollten andere Städte und Kommunen Projekte in ähnlicher Größenordnung beantragen, stünden Mittel für grob gerechnet 332 weitere Projekte zur Verfügung.
Antrag bleibt im Topf
Da stellt sich die Frage, wie groß die Hoffnung der Leeraner Fußballer auf einen erfolgreichen Förderbescheid sein kann? „Das kann keiner einschätzen. Aber sofern der Antrag erst einmal eingereicht ist, bleibt man im Topf und könnte bei einem negativen Bescheid im Jahr 2026 auf eine Zuteilung in den folgenden Jahren hoffen“, so Kromminga.