Später Elfmeter Kickers-Besuch aus Schalke jubelt in der 95. Minute
Kickers Emden bot gegen den Spitzenreiter SV Drochtersen-Assel ein Regenspektakel. Ein BSV-Joker erzielte das 1:1 und holte den Elfmeter zum 2:2 heraus.
Emden - Der Freitag nach Martini ist beim BSV Kickers Emden offenbar den Wasserspielen vorbehalten. Vor genau zwei Jahren (11. November 2023) erkämpfte sich der BSV gegen den damaligen Oberliga-Spitzenreiter TuS Bersenbrück in einer legendären Matsch-Partie, die bundesweit Furore machte, durch ein Tor in letzter Sekunde einen 4:3-Erfolg. Nun regnete es den ganzen Freitag wieder ohne Unterlass. Erneut wurde beim BSV Kickers angepfiffen, erneut war ein Tabellenführer zu Gast und erneut jubelte Kickers kurz vor dem Abpfiff. Torjäger Tido Steffens erzielte vor 1700 Zuschauern im Dauerregen gegen den SV Drochtersen-Assel in der 95. per Elfmeter das 2:2.
Damit erzielte Kickers dasselbe Resultat wie vor einer Woche in Meppen, als dem Gegner in der Nachspielzeit der Ausgleich glückte. „In Meppen fühlte es sich an wie eine Niederlage, heute wie ein Sieg“, genoss BSV-Trainer Stefan Emmerling das späte Glück. Gäste-Trainer Oliver Ioannou haderte hingegen mit dem späten Strafstoß‚ als David Schiller attackiert wurde und im Strafraum zu Boden ging. „Der Elfmeter war leider keiner“, sagte er in der Pressekonferenz und stieß mit dieser Aussage auf Unverständnis der Kickers-Freunde im VIP-Zelt.
Tim Dietrich war zu Gast
Ioannou sprach auch über schwierige Platzverhältnisse. Tatsächlich sorgte der durchnässte Rasen für so manche Rutschpartie, war aber mit der Schlammwüste vom Bersenbrück-Spiel 2023 nicht vergleichbar. Letzte Pfützen hatten emsige Helfer samt Trainer Stefan Emmerling und seinem Assistenten Markus Unger mit Laubbläsern und Wasserschiebern beseitigt.
So entwickelte sich ein packendes Kampfspiel, das auch einem besonderen Tribünengast gefiel. Tim Dietrich, der im Sommer von Kickers zu Schalke II gewechselt war, kehrte als Besucher zurück nach Emden. Am Donnerstag hatte er beim Testspiel gegen Twente Enschede (1:0 für Enschede) seinen ersten Einsatz für das Schalker Zweitliga-Team absolviert. Einen Tag später fuhr er Richtung Norden. „Mein Herz schlägt noch immer für Emden.“
BSV zweimal in Rückstand
Er erlebte eine Emder Mannschaft, die dem Titelanwärter anders Paroli bot, als bei der 1:3-Niederlage im Hinspiel oder dem 0:5-Debakel im Pokalspiel. Beflügelt vom 5:1 über Altona 93 und dem starken Spiel in Meppen kontrollierte der BSV lange Zeit das Geschehen. Das 1:0 lag aber nur einmal in der Luft. Nach einem Einwurf hatte im Getümmel Tido Steffens die Chance, scheiterte aber an Torwart Patrick Siefkes. Erst Ende der ersten Halbzeit kam der Favorit besser ins Spiel. In der 42. Minute hieß es durch ein Traumtor prompt 0:1. Aus 20 Metern hatte Aid Hamit den Ball unhaltbar in den Winkel gewuchtet.
Statistik
Emden: Djokovic – Engel, Göttlicher, Mahncke, Andresen (79. Schröder) – Schmidt (61. Stöhr), Kaissis, Adou (74. Igwe) – Eickhoff (54. Schiller), Steffen (98. Eilerts)– Steffens. Tore: 0:1 Hamid (42.), 1:1 Schiller (58.), 1:2 Serra (65.), 2:2 Steffen (Foulelfmeter, 95.).
Nach dem Wechsel intensivierte Kickers beim Spiel aufs Lieblingstor nahe des Fanblocks die Angriffsbemühungen. Dann bewies Trainer Stefan Emmerling mit der Einwechslung von David Schiller ein goldenes Händchen. Nur vier Minuten später lenkte Schiller eine Flanke von Tobias Steffen akrobatisch am Torhüter vorbei zum 1:1. Der Gast antwortete nur wenig später mit dem 1:2 durch Nicolai Serra, der eine Freistoßflanke ins Netz grätschte. In den Schlussminuten warf der BSV alles nach vorne. Nach einer Schiller-Flanke verpasste Felix Göttlicher im anschließenden Gewühle das 2:2 und schob den Ball neben das Tor. Auf der anderen Seite verhinderte Dennis Engel mit einer grandiosen Rettungstat auf der Linie bei einem Schuss von Tjorve Mohr das 1:3.
So nutzten die Emder die letzte Chance der Partie und schickten 1700 mit einem gefühlten Erfolg beim Wasserspektakel nach Hause.