Von Riepe zu Werder Ostfriesischer Bundesliga-Torwart ist gestorben
Albert Voß war von 1975 bis 1981 beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Weil Dieter Burdenski die unumstrittene Nummer eins war, kam der Ostfriese nur auf ein Bundesligaspiel.
Sandkrug/Ihlow - Albert Voß ist zweifellos einer der besten Fußball-Torhüter, die Ostfriesland je hervorgebracht hat. Vor 50 Jahren schaffte der junge Mann aus Ihlowerfehn den Sprung zum Bundesligisten Werder Bremen. Dort entwickelte sich der Ostfriese zum vielleicht treuesten Ersatztorhüter, den Werder jemals im Kader hatte. Sechs Jahre lang war er die Nummer zwei hinter Dieter Burdenski und kam in dieser Zeit auf einen einzigen Bundesligaeinsatz. Für die Fans war Voß auch als verlässlicher Reserve-Keeper von 1975 bis 1981 eine Kultfigur. Vor wenigen Tagen starb Albert Voß, der mit seiner Frau in Sandkrug (bei Oldenburg) lebte, im Alter von 74 Jahren.
Die Nachricht von seinem Tod schockiert auch die Fußball-Senioren in seiner alten Heimat. Beim TSV Riepe hatte der in Ihlowerfehn aufgewachsene Voß einst mit zwölf Jahren mit dem Fußball begonnen. „Er war ein Super-Torwart und ein so angenehm ruhiger Mensch“, schwärmt TSV-Legende Karl-Hermann „Kalli“ Post. Während Albert Voß mit seinen Paraden die Leute begeisterte, bewies sein jüngerer Bruder Hermann als Stürmer sein Talent und war in den 70er Jahren einer der Helden von Germania Leer.
Meister mit VfB Oldenburg
Für Albert Voß aber ging es noch höher hinaus. Für seinen Dorfverein war er schon in jungen Jahren zu gut. Er wechselte über die SpVg Aurich und Kickers Emden 1972 zum VfB Oldenburg. Dort hatte er großen Anteil am Titelgewinn des VfB 1975 in der Amateuroberliga Nord, scheiterte aber mit Oldenburg in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga. Der Ostfriese schaffte aber durch seinen Wechsel zum SV Werder sogar den Sprung in die 1. Liga. Dort trainierte er unter Größen wie Kuno Klötzer und später Otto Rehhagel. Und er traf mit Werder auf Weltstars wie Gerd Müller, Franz Beckenbauer oder Günter Netzer. Doch weil der Werder-Torwart und Nationalspieler „Budde“ Burdenski zu zuverlässig und nie verletzt war, durfte Voß nur ein einziges Erstligaspiel bestreiten. Das war im November 1977 bei der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Nach dem Bremer Bundesliga-Abstieg kam er in der Saison 1980/81 auf acht Einsätze in der 2. Liga. 1981 kehrte Voß zum VfB Oldenburg zurück und ließ seine Laufbahn danach auf unterer Ebene bei Vereinen in der Umgebung von Oldenburg ausklingen. Die größten Spuren hat Albert Voß zweifellos als „ewiger“ und loyaler Ersatztorwart des SV Werder Bremen hinterlassen. Aber auch beim Heimatklub TSV Riepe schrieb er ein Stück Fußballgeschichte. Denn er ist der einzige Spieler des Vereins, der es jemals zu Bundesliga-Ehren brachte.