Favorisierte Anlage  Kunstrasenplatz für Leer nimmt Fahrt auf

| | 05.11.2025 19:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit November 2023 rollt der Ball auf dem Kunstrasenplatz in Remels. Auf eine Anlange hoffen auch die Amateurfußballer in Leer. Archivfoto: Ortgies
Seit November 2023 rollt der Ball auf dem Kunstrasenplatz in Remels. Auf eine Anlange hoffen auch die Amateurfußballer in Leer. Archivfoto: Ortgies
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In das Projekt Fußball-Kunstrasenplatz für Leer kommt Bewegung. Am 19. November steht der Punkt auf der Tagesordnung im Sportausschuss, die Vereine haben wohl eine favorisierte Anlage.

Leer - Schon seit Jahren hoffen die Amateurfußballer in Leer auf einen Kunstrasenplatz. Aus den verschiedensten Gründen verliefen die letzten Versuche im Sande. In diesen Tagen nimmt das Projekt wieder so richtig Fahrt auf. Das Thema steht laut Edgar Behrendt, Pressesprecher der Stadt Leer, am 19. November im Sportausschuss auf der Tagesordnung.

Auf Initiative von Heino Müller (Vorsitzender JFV Leer) trafen sich schon Anfang des Jahres die Leeraner Vereine, um das Thema Kunstrasenplatz zu erörtern. Zu den Vereinen gehören der JFV Leer, Germania Leer, VfR Heisfelde, Frisia Loga, Borussia Leer, SC 04 Leer, Eintracht Nüttermoor und der BSV Bingum. „Aufgrund des fehlenden Kunstrasenplatzes hat Leer einen ganz klaren Wettbewerbsnachteil. Uns allen ist klar, dass wir bei diesem Thema an einem Strang ziehen müssen, sonst wird es mit der Umsetzung nicht klappen“, meinte Heino Müller, dem das Thema vor allem wegen des Jugendfußballs sehr am Herzen liegt.

Ein möglicher Standort

Im ersten Treffen erörterten die Vereine auch einen möglichen Standort, den sie favorisieren würden. Laut Müller kamen die Vereinsvertreter zu dem Ergebnis, dass sich die Anlage vom VfR Heisfelde (Zufahrt von der Heisfelder Straße) sowie Borussia Leer (Zufahrt vom Bahndamm) am besten für dieses Vorhaben eignet. Im Laufe des Jahres kam es dann noch einmal zu einem zweiten Gesprächstermin, an dem neben den Vereinen auch Bürgermeister Claus-Peter Horst, Stadtrat Detlef Holz und Stadtbaurat Jens Lüning teilnahmen.

Pressesprecher Behrendt wollte auf konkrete Nachfragen zur Finanzierung und anderen Themen zum jetzigen Zeitpunkt nicht antworten und verwies darauf, dass man der politischen Diskussion nicht vorgreifen wolle, da am 19. November der Sportausschuss tagt. Am 1. Dezember wollen sich die Vereine in einem nächsten Treffen beraten.

Neue Fördertöpfe vom Bund

Das Projekt positiv beeinflussen könnten neue Fördertöpfe, die der Bund kürzlich vorgestellt hatte. Dabei können auch für die Umwandlung oder Sanierung von Kunstrasenplätzen Fördermittel beantragt werden. Jedes Projekt wird vom Bund mit mindestens 250.000 Euro gefördert, der Höchstbetrag liegt dabei bei 8 Millionen Euro. Bis zum 15. Januar 2026 müssen Projektskizzen mit dem Rats- bzw. Kreistagsbeschluss eingereicht werden. Im Februar entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestages dann über die Anträge.

KSB-Vorsitzender Jörg Kromminga hatte vor wenigen Tagen gegenüber der Redaktion erklärt, dass der Zeitpunkt günstiger nicht sein könnte und alle Beteiligten dazu aufgerufen, schnell Lösungen zu finden. Bei Kommunen in Haushaltsnotlagen wie in Leer ist eine Förderung mit bis zu 75 Prozent möglich. Zudem könnten auch noch andere Fördermittel (z.B. Land Niedersachsen) beantragt werden, der Anteil der Kommune liegt dann insgesamt bei mindestens zehn Prozent.

Kromminga sieht einmalige Chance

„Wir hätten in der Stadt Leer die einmalige Chance, einen Kunstrasenplatz über Fördermittel zu finanzieren. Wenn nicht jetzt, wann dann?“, hofft Kromminga auf einen positiven Ausgang. Über etwaige Kosten kann zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Die minimalen Kosten liegen bei rund 800.000 Euro, der neue Kunstrasenplatz in Großefehn hat Kosten von 1,6 Millionen Euro verursacht.

In Ostfriesland gibt es derzeit 17 Kunstrasenplätze (Emden 2, Esens 2, Borkum, Norden, Hage, Dornum, Westerholt, Pewsum, Hinte, Ihlow, Aurich, Wittmund, Großefehn, Friedeburg). Im gesamten Landkreis Leer gibt es nur zwei Kunstrasenplätze, nämlich die im letzten Jahr eingeweihte Anlage in Remels und den Platz auf Borkum. Nun darf auch Leer wieder hoffen.

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