Appell vom KSB-Boss Kromminga sieht „einmalige Chance für Kunstrasenplatz“ in Leer
Jörg Kromminga steht unter Strom. Der Vorsitzende des Kreissportbundes Leer macht sich Hoffnungen auf einen Kunstrasenplatz in Leer. Der Hintergrund ist ein neues Förderprogramm des Bundes.
Leer - In Ostfriesland gibt es insgesamt 17 Kunstrasenplätze, die Stadt Leer ist dabei zum großen Frust der Amateurfußballer weiterhin ein weißer Fleck auf der Landkarte. Auch der gesamte Landkreis Leer verfügt mit dem Kunstrasenplatz auf der Insel Borkum und der Anlage in Remels nur ganz schwach vertreten. Jetzt wagt Jörg Kromminga, Vorsitzender des Kreissportbundes Leer, mit einem dringenden Appell an alle Beteiligten einen neuen Vorstoß: „Wir hätten in der Stadt Leer die einmalige Chance, einen Kunstrasenplatz über Fördermittel zu finanzieren. Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Der Hintergrund seines Vorstoßes ist ein neues Förderprogramm des Bundes, das am vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde. Dabei können auch für die Umwandlung oder Sanierung von Kunstrasenplätzen Fördermittel beantragt werden. Jedes Projekt wird vom Bund mit mindestens 250.000 Euro gefördert, der Höchstbetrag liegt dabei bei 8 Millionen Euro.
Enorme Zuschüsse denkbar
Die Zuschussförderung vom Bund liegt normalerweise bei 45 Prozent. Bei Kommunen in Haushaltsnotlagen wie in Leer ist eine Förderung mit bis zu 75 Prozent möglich. Zudem könnten auch noch andere Fördermittel (z.B. Land Niedersachsen) beantragt werden, der Anteil der Kommune liegt insgesamt bei mindestens zehn Prozent. „Solch eine Möglichkeit ist einmalig. Allerdings muss die Verwaltung jetzt schnellstmöglich reagieren“, so Kromminga. Bis zum 15. Januar 2026 müssen Projektskizzen mit dem Rats- bzw. Kreistagsbeschluss eingereicht werden. Im Februar entscheidet der Haushaltsausschuss des Bundestages dann über die Anträge.
„Wenn wir junge Menschen übers ganze Jahr vom Amateurfußball begeistern wollen, ist ein Kunstrasenplatz unabdingbar. Das ist ja in Leer schon eine Wettbewerbsverzerrung. Dabei geht es mir nicht nur um abgesagte Meisterschaftsspiele, sondern natürlich auch ganz stark um Trainingsmöglichkeiten für Kinder“, so Kromminga weiter.
Appell auch an die Vereine
Sein Appell richtet sich aber nicht nur an die Politik, sondern auch an die Vereine. „Der Vereinsgedanke muss in diesem Fall hintenanstehen. Die Leeraner Klubs müssen sich auch einig sein, wo solch ein Platz hin soll.“ Den letzten großen Versuch unternahm 2017/2018 der jetzige Ostfriesland-Cup-Organisator Manfred Bloem, als er noch für Frisia Loga aktiv war. Das Projekt wurde dann aber nicht weiter verfolgt, da sich auch die Vereine nicht einigen konnten, auf welcher Anlage ein Kunstrasen entstehen sollte. Abhängig davon, auf welchem Gelände solch ein Projekt in Betracht käme, wären dann auch die Kosten. Minimum müssten wohl Kosten in Höhe von 800.000 Euro veranschlagt werden, der neue Kunstrasenplatz in Großefehn kostete 1,6 Millionen Euro.
Kromminga hofft inständig, dass schnell ein Austausch zwischen den Vereinen wie Germania Leer, Frisia Loga, VfR Heisfelde und Borussia Leer stattfinden wird. Für Anfang Dezember war laut Kromminga ein Treffen der Leeraner Vereine angesetzt worden, seiner Ansicht nach müsste das Thema jetzt ganz schnell Fahrt aufnehmen, wenn man es ernsthaft verfolgen möchte. Am 18. November tagt die Haushaltssicherungskommission der Stadt Leer, einen Tag später dann der Sportausschuss. Ein möglicher Beschluss müsste dann auf der Ratssitzung im Dezember getroffen werden. Die eindringlichen Worte des KSB-Vorsitzenden sind verständlich, denn wie der Terminplan zeigt: Die Zeit drängt.