Lob vom Trainer  So leidenschaftlich kämpft Marek Janssen um seine Chance

| | 26.09.2025 18:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Jemgumer Marek Janssen (rechts) möchte sich bei Rot-Weiss Essen durchbeißen. Foto: Imago
Der Jemgumer Marek Janssen (rechts) möchte sich bei Rot-Weiss Essen durchbeißen. Foto: Imago
Artikel teilen:

Marek Janssen möchte es bei RW Essen wissen. Bisher verlief die Saison für den Jemgumer sehr holprig. Zuletzt saß er auf der Tribüne, am Samstag bekommt er beim Fußball-Drittligisten eine neue Chance.

Essen - Am 2. Drittliga-Spieltag wäre es fast passiert. Marek Janssen stieg beim Auswärtsspiel von Rot-Weiss Essen in der 80. Minute beim TSV Havelse zum Kopfball hoch, doch der Ball strich am Kasten vorbei. Beim 1:1 in der Partie beim Nordmeister hatte der Jemgumer Marek Janssen mit 12 Minuten in der Schlussphase seinen bisher einzigen Meisterschaftseinsatz für die Rot-Weißen. Wenige Minuten nach seiner Einwechselung musste er humpelnd mit einer Knieverletzung vom Feld, Essen kassierte zu zehnt noch den Last-Minute-Ausgleich. Der Angreifer aus Ostfriesland wartet beim ambitionierten Drittligisten weiter auf seine erste richtige Chance.

Nach der starken Rückrunde möchten die Essener mit Marek Janssen oben mitspielen. Foto: Imago
Nach der starken Rückrunde möchten die Essener mit Marek Janssen oben mitspielen. Foto: Imago

Schon der Wechsel nach Essen verlief sehr holprig. Im Wintertransferfenster wollte Janssen vom SV Meppen zu den damals stark abstiegsbedrohten Essenern, war sich mit RWE bereits einig. Doch die Essener machten den Fehler, sich vorher nicht bei den Emsländern zu erkundigen. Die lehnten nach Infos der „WAZ“ eine auch recht attraktive Ablösesumme in Höhe von insgesamt 100.000 Euro ab, Janssen musste in Meppen bleiben und unterschrieb dann ab Sommer in Essen einen Zwei-Jahres-Vertrag. In Meppen verlief die Rückrunde nicht nur für den Klub enttäuschend, auch Janssen selbst konnte nicht an die starke Hinrunde (12 Treffer/7 Vorlagen) anknüpfen, zudem warfen ihn auch Verletzungen zurück.

Janssen kam in ein euphorisches Umfeld

Die Essener spielten in der 3. Liga einen bärenstarken Endspurt, stellten hinter Aufsteiger Arminia Bielefeld (41 Punkte) mit 39 Zählern die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Somit stiegen im RWE-Umfeld auch die Erwartungen. Marek Janssen kam also in ein euphorisches Umfeld. Auf der Stürmerposition tat sich dann noch einiges. Mit Jannik Mause (1. FC Kaiserslautern), der ein ähnlicher Spielertyp wie Marek Janssen ist, und Jaka Čuber Potočnik (1. FC Köln) liehen die Essener kurz vor Transferschluss noch zwei weitere Stürmer aus. Die Essener legten laut Infos der „WAZ“ Janssen eine Leihe nach Havelse nahe, doch der lehnte dankend ab.

Marek Janssen verfolgte die Essener Spiele zuletzt von der Tribüne aus. Foto: Imago
Marek Janssen verfolgte die Essener Spiele zuletzt von der Tribüne aus. Foto: Imago

Nach seinem Kurzeinsatz gegen Havelse fand sich Marek Janssen auch nach Ende seiner Verletzung zuletzt nur auf der Tribüne wieder, feierte in Zivil vor der Essener Kurve den 3:0-Heimsieg gegen Hansa Rostock mit. Das wird sich aber beim Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim am Samstag (16.30 Uhr) ändern. Denn wie RWE-Trainer Uwe Koschinat auf der Spieltagspressekonferenz erklärte, wird Marek Janssen auf jeden Fall im Kader stehen. Jaka Čuber Potočnik fällt mit einer Muskelverletzung aus, sodass Janssen auf einen Einsatz hoffen darf.

Ursprung schlechte Rückrunde mit Meppen

Der Essener Coach nahm ausführlich Stellung zur aktuellen Situation des Jemgumers: „Marek hatte eine sehr, sehr unruhige Vorbereitung und auch bisher eine sehr unruhige Phase gehabt. Ich glaube, der Ursprung war einfach das sehr, sehr schlechte halbe Jahr in Meppen, bei dem er durch eine Verletzung zurückgeworfen wurde. In Meppen war es sehr unruhig, man war sehr unzufrieden mit der Saison und hat das dann möglicherweise auch ein Stück weit auf Marek abgeladen.“

Trainer Uwe Koschinat ist guter Dinge, dass Marek Janssen in Essen noch durchstartet. Foto: Imago
Trainer Uwe Koschinat ist guter Dinge, dass Marek Janssen in Essen noch durchstartet. Foto: Imago

In Havelse konnte Janssen den Trainer überzeugen, er habe direkt dafür gesorgt, dass RWE ein anderes Profil auf dem Platz hatte. Es folgte die nächste Verletzung und die Verpflichtung von Jannik Mause. Die Verantwortlichen hätten klar kommuniziert, dass er einen langen Atem brauchen werde. „Aber Marek sagt ganz klar, ich beiße mich hier durch. Ich habe mir diesen großen Traum in einem großen Klub zu spielen, nicht erfüllt, um direkt wieder wegzulaufen. Ich werde so lange daran ziehen, bis es zu einer Nominierung und logischerweise dann irgendwann auch zu einem Startelfeinsatz reicht. Manchmal gehen die Dinge sehr, sehr schnell, man ist auf dem Platz, hat eine gute Aktion und kann seine Position festigen. Er ist schon sehr widerstandsfähig“, so Koschinat.

„Zeitverzögert richtig Schwung aufnehmen“

Janssen besitze eine enorme Körperlichkeit, zu Anfang hätten sie auch viel an seiner Positionierung gearbeitet. „Ich halte Marek für jemanden, der total lernwillig ist, der wirklich daran zieht, deswegen bin ich da guter Dinge, dass er vielleicht ein bisschen zeitverzögert hier richtig Schwung aufnehmen wird.“ Vielleicht ja schon am Samstag in Mannheim.

Eine Interviewanfrage unserer Redaktion Anfang der Woche mit Marek Janssen wurde von der Essener Pressestelle zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt.

Ähnliche Artikel