600 Zuschauer in Großefehn Rote Karte und Ampelkarte für Joker im Topspiel
Der Gast aus Pewsum war beim 0:0 dem einen Tor näher. Der Tabellenzweite erzielte sogar eins, das aber nicht zählte. Ein überraschendes Comeback begann erst vielversprechend und endete dann ärgerlich.
Großefehn - 50 Treffer haben der SV Großefehn (29) und TuS Pewsum (21) zusammen an den ersten sieben Spieltagen erzielt. Doch im direkten Duell der beiden Topteams und Titelfavoriten der Fußball-Bezirksliga gab es am Freitagabend, 19. September, keinen weiteren. Das Spitzenspiel endete im Mühlenstadion 0:0. Langweilig war es für die mehr als 600 Zuschauer aber nicht. Ein zurückgenommenes Tor, eine Rote Karte für Großefehn und ein „Blitz“-Gelb-Rot für einen Pewsumer Joker sorgten für Unterhaltung.
Mit dem Punkt, aber nicht mit der Leistung zufrieden war SVG-Trainer Bi-Le Tran. Bis zum Freitag hatte sein Team alle Partien bisher gewonnen. Für den achten Sieg in Serie kam sein Team nicht wirklich in Frage. „Wir können zufrieden sein mit dem Punkt. Pewsum war vor allem in der ersten Halbzeit besser als wir, einen Tick besser. Wir hatten ein bisschen Schiss, hatten einen ganz anderen Matchplan. Wir haben nicht das gespielt, was wir wollten“, monierte er.
Pewsum dreht plötzlich auf
Von Respekt geprägt war die Partie in der ersten Halbzeit lange Zeit. Ein Freistoß von Pewsums Dirk Frerichs war die einzige nennenswerte Offensivszene. SVG-Keeper Timo Kuhlmann ließ sich am kurzen Pfosten nicht überrumpeln (16.). Die beiden Spitzenteams neutralisierten sich sozusagen.
Ein strammer Fernschuss von Heiko Visser, den Kuhlmann zur Ecke lenkte, war so etwas wie der Startschuss für eine Drangphase der Gäste (30.) mit einigen Abschlüssen, Chancen und gefährlichen Standards. Das dann auch verdiente 0:1 fiel auch tatsächlich. Doch der Schiedsrichter verwehrte dem Treffer von Klaas Folkerts die Anerkennung. Nach einer Ecke und einem Kopfball von Derk Schoneboom landete der Ball an der Latte. Beim Abpraller gab es viel Trubel im Fünf-Meter-Raum des SVG. Folkerts drückte den Ball über die Linie, der Unparteiische pfiff Foul an Torwart Kuhlmann (38.). „Wir waren näher an dem Tor und machen auch das 1:0, was aus meiner Sicht kein Foul war“, sagte TuS-Trainer Jonas Petersen nach der Partie. Die Großefehner Offensive blieb dagegen blass. Ein Kopfball von Klaas Bikker über das Tor war die gefährlichste Szene (35.).
Asprilla-Comeback
Der Halbzeitpfiff stoppte dann vorerst die Pewsumer Überlegenheit. Die Partie wurde nach Wiederanpfiff wieder ausgeglichener. Die Zuschauer sahen erstmal nur einen 18-Meter-Schuss von Pewsums Dirk Frerichs, der im Sturmzentrum den verhinderten TuS-Torjäger Marek Hinrichs mit vertrat.
Ein anderer und lange vermisster Pewsumer Angreifer betrat dann nach 63 Minuten das Feld. Nach einer Operation am Saisonende, der Rückkehr ins Teamtraining und ersten Kadernominierungen in den vergangenen beiden Spielen sollte nun die Bühne des Spitzenspiels die sein für das Comeback von Brayan Hernandez Asprilla. Und der Kolumbianer war direkt im Spiel. Nachdem er freigespielt worden war, wusste sich Nico Bohlen gegen den schnellen Kolumbianer nur noch durch ein Foul zu helfen: Notbremse, Rote Karte (68.). „Wir haben da wirklich kämpfen müssen, da kein Gegentor zu kassieren“, sagte Bi-Le Tran. Pewsum machte in den ersten Minuten der Überzahl viel Druck, brachte aber keine klare Torchance zustande.
Angreifer fliegt auch
Und dann stand Asprilla wieder im Fokus. Für ein kräftiges Trikotziehen gegen Verteidiger Sven Adam sah er Gelb, kurze Zeit später für ein Foul an der gegnerischen Eckfahne nochmals. Damit flog der Angreifer 19 Minuten nach seiner Einwechslung ungeschickt mit Gelb-Rot vom Platz. Damit herrschte wieder Gleichzahl (82.).
Spieldaten
Großefehn: Kuhlmann; Booms (56. Janssen), Adam, N. Bohlen, Martens, J. Zimmermann (84. N. Bohlen), Smidt, Wulff, Aden, Freudenberg (71. Karan), Bikker.
Pewsum: Ringena, Risto, Gwosdenko, Lübbers (79. Bamezon), Folkerts, Visser, Jauken, Schoneboom (86. Stomberg), Hempelmann (63. Asprilla), Frerichs.
Viel passierte danach nicht mehr, auch wenn es acht Minuten Nachspielzeit gab. So blieb es beim torlosen Remis, wodurch beide Mannschaften weiter ungeschlagen sind. „Ich bin mit dem Spiel eigentlich zufrieden. Es war eine gute Leistung meiner Mannschaft, wir nehmen den Punkt mit“, so Jonas Petersen.
Das Spiel in voller Länge