Regionalliga am Freitag  So geht Emmerling-Vertreter Unger das Lohne-Spiel an

| | 18.09.2025 14:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Markus Unger und Stefan Emmerling sind ein eingespieltes Team. In diesen Wochen übernimmt Unger die Chefrolle, wird vom anderen Co-Trainer Bastian Dassel unterstützt. Foto: Jens Doden/ Emden
Markus Unger und Stefan Emmerling sind ein eingespieltes Team. In diesen Wochen übernimmt Unger die Chefrolle, wird vom anderen Co-Trainer Bastian Dassel unterstützt. Foto: Jens Doden/ Emden
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Der Gast liegt hinter den Erwartungen. Der 43-Jährige will sich davon nicht blenden lassen und nennt ein Wort exemplarisch für die Emder Herangehensweise. Nun sind alle Partien bis Dezember terminiert.

Emden - Stefan Emmerling ist nicht da, aber doch weiter nah dran. „Natürlich sind wir stets auch im Austausch. Er kann sich auf uns verlassen“, sagt Markus Unger. Der Co-Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Emden ist bis auf Weiteres der Chef, weil Trainer Emmerling wegen eines verschleppten Infekts noch krankgeschrieben ist. Bereits am vergangenen Samstag lieferte die Mannschaft ohne „Emma“ durch das 2:0 in Norderstedt „Medizin“ in Form von drei Punkten. Die soll es auch an diesem Freitagabend, 19. September, geben, wenn die Ostfriesen um 19 Uhr als Elfter den Tabellenvierzehnten Blau-Weiß Lohne empfangen.

Markus Unger war als Spieler bei Kickers und ist es seit 2023 als Co-Trainer. Foto: Jens Doden/ Emden
Markus Unger war als Spieler bei Kickers und ist es seit 2023 als Co-Trainer. Foto: Jens Doden/ Emden

Ein wenig kommt es dabei zum Duell der Enttäuschten, wobei sich die Stimmung bei Kickers durch zwei intensive Trainingswochen und den dann „belohnenden“ Sieg in Norderstedt aufgehellt hat. „Wir haben einen kleinen Schritt gemacht, müssen nun dran bleiben und weiter diese Gier an den Tag legen, die Kickers immer ausgezeichnet hat – zu meinen Zeiten als Spieler unter Stefan und Marc Fascher. Und auch in den vergangenen zwei Jahren hatten wir diese Gier, diese Leidenschaft, für die Kickers steht und die die Menschen sehen wollen“, sagt Unger.

Lohne mit sechs Pleiten

Die Lohner haben sich in den vergangenen drei Jahren als Neunter, Zehnter und wieder Neunter in der Regionalliga Nord etabliert, vergangene Saison sensationell den Verbandspokal beim Drittligisten VfL Osnabrück gewonnen (4:2) und sich im Sommer mit namhaften Ex-Profis wie Luca Zander und Martin Kobylański verstärkt. Doch es läuft noch nicht rund bei den Lohnern, die am Dienstag im Verbandspokal-Viertelfinale mit 2:5 beim SV Drochtersen/Assel verloren und in der Liga in sechs von neun Spielen leer ausgingen.

Tipp

Kickers - Lohne 2:1. Die intensive Emder Trainingsarbeit und der Fokus auf auch defensive Abläufe zahlte sich in Norderstedt direkt aus. Mit der von Markus Unger angesprochenen „Gier“, auch das eigene Tor verteidigen zu wollen, könnte gegen alles andere als bisher stabil auftretende Lohner der nächste Schritt in die richtige Richtung folgen.

Dabei kassierten sie 25 Gegentore – so viele wie kein anderes Team. Die mutige und offensive Spielweise mit einer Mann-gegen-Mann-Verteidigung über das ganze Feld birgt derzeit ein hohes Risiko. „Wir tun gut daran, uns von diesen Dingen nicht blenden zu lassen. Das ist eine Mannschaft mit einer hohen Qualität. Es wird wieder mal ein Regionalliga-Spiel werden, in dem Nuancen entscheiden“, sagt Markus Unger.

Was ist mit Stepantsev?

Sein Fokus und der von Co-Trainer Bastian Dassel und dem verhinderten Stefan Emmerling ist ohnehin ein anderer: „Wir müssen bei uns bleiben, bei unseren Tugenden, unserer Gier.“ In Norderstedt hat die Mannschaft das gut umgesetzt. Personell viel verändert werden dürfte nicht. Vielleicht auch gar nichts. „Die Jungs haben Argumente für sich gesammelt“, so Unger. „Das gilt aber auch für die Einwechselspieler. Und so muss es auch sein. Die Jungs muss gönnen können, wenn sie nicht in der Startelf stehen – und Vollgas geben, wenn sie reinkommen.“

Kehrt Nick Stepantsev (Mitte) in den Kader zurück? Foto: Jens Doden/ Emden
Kehrt Nick Stepantsev (Mitte) in den Kader zurück? Foto: Jens Doden/ Emden

Ausfallen wird lediglich weiterhin Fabian Herbst (muskuläre Probleme). Offensivspieler Nick Stepantsev könnte in den Kader zurückkehren, nachdem er die ganze Woche wieder mit der Mannschaft trainiert hat.

Freitags in Oldenburg

Unterdessen sind nach der üblichen Rücksprache mit der Staffelleitung und der Polizei auch die restlichen Emder Spiele bis zur Winterpause tag- und zeitgenau terminiert worden. Bisher war dies nur bis einschließlich zum Heimspiel gegen den Hamburger SV II am Samstag, 4. Oktober, der Fall gewesen. Das Derby beim VfB Oldenburg findet nun am Freitag, 10. Oktober, statt. Anstoß beim Tabellenführer ist wegen des fehlenden Flutlichtes schon um 18.30 Uhr. Das andere Derby beim SV Meppen ist samstags. Am 8. November beginnt dann um 14 Uhr offiziell die Rückrunde für die Emder.

Das am ersten September-Wochenende wegen Bedenken der Polizei abgesetzte Heimspiel gegen Hannover 96 II wird nun am Mittwoch, 15. Oktober, nachgeholt (19 Uhr). Drei Tage später folgt gegen den SSV Jeddeloh am Samstag, 18. Oktober, um 18 Uhr das nächste Heimspiel. Auch die Heimspiele gegen Altona 93 (1. November) und den HSC Hannover (6. Dezember/Verlegung steht noch aus) sollen zu diesem Spieltermin über die Bühne gehen. Hinzu kommen noch drei Freitagsspiele: eines gegen Drochtersen/Assel (14. November) und zwei auswärts: beim VfB Lübeck (24. Oktober) und bei Weiche Flensburg (28. November). Sonntags tritt Kickers nur einmal noch bis zur Winterpause an: am 23. November beim Bremer SV.

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