Sieg über Osnabrück Ex-Emder ist der Held beim Pokalwunder von Jeddeloh
Der SSV Jeddeloh ist Regionalliga-Spitzenreiter. Am Dienstagabend glückte gegen den VfL Osnabrück der Erfolg im Verbandspokal. Dabei mischten drei Ex-Spieler des BSV Kickers mit.
Jeddeloh/Emden - Der SSV Jeddeloh zitterte in der vergangenen Saison bis zum letzten Regionalliga-Spieltag um den Klassenerhalt. Die erprobten Abstiegskämpfer gelten seit Dienstagabend endgültig als Wunderkicker aus dem Ammerland. In der 4. Liga ziert der Dorfklub nach sieben Spieltagen überraschend die Tabellenspitze. Nun glückte auch noch die Pokalsensation. Der SSV schaltete den Drittligisten VfL Osnabrück mit 5:4 nach Elfmeterschießen aus (reguläre Spielzeit 0:0). Und bei diesem Triumph mischte auch ein Ex-Trio von Kickers Emden kräftig mit. Torwart Moritz Onken avancierte sogar zum Pokalhelden. Er blieb in 120 Minuten unüberwindbar und entschied das Elfmeterduell mit der alles entscheidenden Parade beim Stand von 3:3 gegen Niklas Wiemann.
Die weiteren Ex-Emder, die nun das Ammerland-Wunder feierten, waren Abwehrchef Niklas von Aschwege und Mittelfeld-Wirbelwind Pascal Steinwender. Er hatte direkt vor der Onken-Großtat den Elfmeter zum 3:3 verwandelt. Die Krönung glückte dann Kasra Ghawilu mit dem 5:4-Siegtor, das die Jeddeloher Arena zum Beben brachte.
Onken war auch in Emden Pokalheld
Der alles gefeierte Mann war aber Moritz Onken. Vor einem Jahr hatte er im Pokal bereits den BSV Kickers Emden mit drei abgewehrten Elfmetern zum Sieg beim VfB Oldenburg verholfen. Im Duell gegen den VfL Osnabrück reichte eine Parade. Onken träumt nun von weiteren Großtaten im kleinen Ort. „Ich bin guter Dinge, dass wir in dieser Saison noch viel erreichen können.“ Der junge Tormann schwebt auf Wolke sieben, nachdem er in der vergangenen Saison in Emden wegen etlicher Verletzungen nach seinem großen Pokal-Auftritt nicht mehr zum Zuge gekommen war.
Von ganz unten nach oben geht es manchmal schnell - und in die umgekehrte Richtung ebenfalls. Kickers wurde nach gewonnener Vizemeisterschaft als Titelfavorit gehandelt und krebst nun als Elfter in der Tabelle herum - zwölf Zähler hinter Jeddeloh. Pascal Steinwender kennt beide Seiten. Erst vor zwei Wochen wechselte er von den kriselnden Deichkickern zu den Emporkömmlingen nach Jeddeloh. „In unserem Sport geht es auch immer um das Momentum“, sagt er. „Es wird irgendwann auch zu Kickers zurückkehren. Aber nun ist es ganz klar auf unserer Seite.“
Neue Rolle für Steinwender
Schafft der SSV Jeddeloh vielleicht sogar den Sprung in den DFB-Pokal oder wird er zum neuen TSV Havelse, der in der Vorsaison als Meister die Konkurrenz verblüffte? „Die Saison ist noch so lang“, wiegelt Steinwender ab. „Aber wir wollen gerne noch weiter auf der Erfolgswelle schwimmen.“
Der 29-Jährige erlebte bislang drei SSV-Partien und wurde jeweils eingewechselt. Gegen Osnabrück machte er am Ende viel Dampf und hatte Pech mit einem Lattenschuss. Als Vollzeitkraft wird er aber noch nicht eingesetzt. „Das ist mit dem Trainer so abgesprochen. Ich muss erstmals das System verinnerlichen.“ Während er in Emden als klassischer Außenspieler die Linie hoch und runter rannte, soll er beim Dorfklub eine nicht so exakt definierte Rolle übernehmen. „Das ist alles viel schwimmender. Ich soll den Spielaufbau auch mal selber in die Hand nehmen.“
Onken ist Stammtorwart
Steinwender ist eine zusätzliche Verstärkung für ein bereits funktionierendes Team. Gleich zum Auftakt erstaunte der SSV mit einem 3:1-Derbysieg beim VfB Oldenburg. Nach einem 3:2 über Altona 93 wurde die Abwehr noch stabiler. Beim Hamburger SV II (2:1), gegen Schöningen (3:0), St. Pauli II (7:1), beim VfB Lübeck (1:1) und gegen den Bremer SV (1:0) entwickelte sich die Defensive fast zum Bollwerk.
Daran ist neben Torhüter Moritz Onken auch Niklas von Aschwege beteiligt, der als Säule in der Abwehrkette gilt. Von seiner Defensivkunst profitiert auch Onken. Der Torwart erkämpfte sich auf Anhieb den Stammplatz und ist mit 22 sogar der Routinier unter drei „Küken“. Seine Stellvertreter sind erst 20. „Moritz gibt uns großen Rückhalt“, lobt Teamkollege Steinwender.
Spitzenspiel in Meppen
Für den SSV-Schlussmann ist der aktuelle Höhenflug nicht unbedingt eine Sensation. „Wir haben uns vor der Saison selber schon stärker eingeschätzt, als es die anderen getan haben“, sagt er kess. „Trotzdem bleibt Ziel Nummer 1 der Nichtabstieg.“ Den BSV Kickers behält der Schlussmann ebenso wie Pascal Steinwender in bester Erinnerung. „Charakterlich ist es bei uns ähnlich wie in Emden. Wir sind nur noch ein Stück jünger und unerfahrener.“
Nach dem Pokalhit am Dienstag gegen Osnabrück folgt für den SSV Jeddeloh nun das Regionalliga-Spitzenspiel am Freitag in Meppen. Moritz Onken fiebert aber nicht nur dieser Begegnung entgegen. Er denkt auch schon an den 19. Oktober. „Dann spielen wir in Emden. Darauf freue ich mich schon.“