Aktueller Stand Arbeiten am UEG in Leer haben sich verzögert
Der Altbau des Ubbo-Emmius-Gymnasiums in Leer wird saniert. Eigentlich wollte man in den Sommerferien fertig werden. Doch das hat sich verzögert. Das ist der Grund und diese Arbeiten stehen noch an.
Leer - Eigentlich ist der Altbau des Ubbo-Emmius-Gymnasiums in Leer ein Blickfang. Das Gebäude aus dem Jahr 1909 sei eine Art Werbung für die Schule, sagte Direktorin Ute Wieligmann im Juni vergangenen Jahres. „Es ist ein Schatz in Leer, der muss erhalten werden.“ Daran wird derzeit auch gearbeitet. Das Gebäude ist weiterhin eingerüstet, große Planen verdecken die Sicht auf das Mauerwerk. Eigentlich war der Plan, die Arbeiten in diesen Sommerferien abzuschließen. Doch daraus wird nichts. Der zuständige Landkreis Leer erklärt, woran es liegt.
„Wir mussten den Dachziegelhersteller wechseln“, nennt Sprecherin Maike Kuch den Grund für die Verzögerung. Dadurch habe sich die Bauzeit im Bereich der Dachsanierung verlängert. „Wir sind aktuell zuversichtlich, dass wir nun mit den ganzen Dach- und Fassadenarbeiten bis Ende des Jahres fertig werden“, betont die Sprecherin. Auf der To-do-Liste stünden noch Zimmerarbeiten, Dachdeckerarbeiten samt Herstellung und Lieferung von Hand gemachter Dachziegel, Steinmetz-Sanierungsarbeiten an der Fassade, die Ertüchtigung und Restaurierung der Fenster und Türen, der Umbau des Dachgeschosses, die Wärmedämmung und die Sanierung des Mauerwerks.
Dachdeckerarbeiten
Bei der Dach- und Fassadensanierung des denkmalgeschützten Altbaus müssen als Ergänzung zu den beim Abbau zu erhaltenden Dachziegel-Originalen neue Repliken angefertigt und angeliefert werden, so Kuch. Das bedeutet, dass die alten Ziegel im historischen Sonderformat abgenommen und, wenn möglich, auf der alten Aula wiederverwendet werden.
Aktueller Stand:
„Bisher wurden alle First- und Gratdachziegel sowie das spezielle Sonderformat der Walmglocken des neuen Herstellers vom Denkmalschutz freigegeben und geliefert“, schreibt die Sprecherin. Auch bei den Kehldachziegeln auf den obersten Abdeckziegeln habe der Denkmalschutz grünes Licht gegeben. „Aktuell befinden wir uns noch in technischer Feinabstimmung bezüglich der beiden unteren ,Eindecker‘“.
In den Sommerferien seien alle vier Gauben bearbeitet und restauriert worden. „Die Nordgaube ist noch in Arbeit.“ Der Maler werde nun alle Gauben malermäßig sanieren. Die Dachdecker decken alle fehlenden Flächen ein, nur die Dachkehlen werden bis zur Lieferung der letzten drei Sonderformate freigelassen. Die Fertigstellung ist noch im Laufe dieses Jahres geplant, so Kuch.
Zimmerarbeiten
Im Zuge der Sanierung von Dach und Fassade muss auch das Holz-Dachtragwerk umfassend saniert werden.
Aktueller Stand:
„Die Sanierung der maroden Holzbauteile ist vollständig abgeschlossen“, erklärt die Sprecherin. Kürzlich sei die Nachbildung der Dachaustrittsgaube auf den Dachbalkon eingebaut worden und im Herbst würden alle Decken über dem Dachgeschoss gedämmt und mit einer Holzdielung beplankt.
Steinmetz-Sanierungsarbeiten der Fassade
Das Ende der umfangreichen Sanierung der Fassaden stehe kurz bevor. „Alle Arbeiten an der Süd- und Ostfassade sind inzwischen fertiggestellt“, so Kuch. Die Firma ist derzeit auf der Schulhofseite tätig und plane mit ihrer Fertigstellung im Herbst, voraussichtlich im Oktober oder November.
Sanierung des Mauerwerks
Die Sanierung des Sichtmauerwerks in der Fassade wurde in den Schulsommerferien abgeschlossen, teilt Kuch mit.
Umbau des Dachgeschosses
Es wird unter anderem der Fußboden über der historischen Aula verstärkt, sodass der Dachboden als Lagerraum genutzt werden kann.
Aktueller Stand:
Die Arbeiten seien bereits 2024 gemeinsam vom Stahlbauer, Zimmermann und Bauunternehmer umgesetzt worden, so Kuch. „Hierfür wurde eine neue eigene Stahlrost-Konstruktion freitragend über der denkmalgeschützten Holzdecke der Aula eingebaut, um die Lasten aus dem geplanten Lagerraum darüber direkt auf die Außenwände zu leiten.“
Der Umbau des Dachgeschosses umfasse aber weitere Maßnahmen: Die ehemaligen Abseiten wurden freigelegt und den Unterrichtsräumen zugeordnet. Das ist der unterste Bereich zwischen der Dachschräge und dem Fußboden. „Damit steht zukünftig nicht nur mehr Fläche zur Verfügung, es konnten zahlreiche Wärmebrücken durch Dämmmaßnahmen in diesen Bereichen beseitigt werden“, erklärt die Sprecherin. Außerdem müssten noch einige Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden.
Ertüchtigung und Restaurierung der Fenster und Türen
Die Sanierung schreite zügig voran. „Die Ausgangstüren im Erdgeschoss sind bis auf die Kunstschmiedearbeiten alle fertiggestellt“, so Kuch. „Die dem Original nachempfundenen handgeschmiedeten demontierbaren Fenstergitter für die beiden Türen zur Ubbo-Emmius-Straße sollen erst nach dem Gerüstabbau und der Schlussreinigung von Fassade und Türen montiert werden.“
Die Restaurierung der Originalfenster sei bereits seit längerer Zeit im Gange, da die 110 Jahre alte Verkittung von außen überall erneuert werden müsse. Dafür müssten alle Fensterscheiben ausgebaut werden. „Die Fertigstellung der Arbeiten an der Außenseite wurde uns für diesen Herbst zugesagt“, so Kuch. Die Bearbeitung der Originalfenster von innen erfolge anschließend Raum für Raum.
Wärmedämmung
„Für eine angemessene Wärmedämmung ist die komplette Erneuerung und Ergänzung der vorhandenen Innenfenster erforderlich“, erläutert die Sprecherin. „Dies ist eine Aufgabe, die im Zusammenhang mit der Sanierung der Außenfenster von innen umgesetzt werden soll.“ Zudem würden die Decken sowie die Dachflächenbereiche über den Aufenthaltsräumen im Dachgeschoss zusätzlich gedämmt.