Fairplay im Bezirkspokal TV Bunde macht das eigene Tor frei für den Gegner
Ostfrieslands Fußballchef Winfried Neumann hat den Fußball-Bezirksligisten für eine Aktion im Spiel bei Germania Leer geehrt. Was war passiert?
Bunde - Ein ganz besonderer Trainingsgast tauchte am Donnerstag bei der Übungseinheit der Bezirksligakicker des TV Bunde auf. Ostfriesland-Fußballchef Winfried Neumann überreichte den Rheiderländern eine Urkunde, einen Ball und sprach äußerst lobende Worte. Die Ehrung für die „Fair-Play-Geste des Monats“ hatten sich die Kicker von der Grenze durch faires Verhalten im Bezirkspokalspiel bei Germania Leer verdient. Unmittelbar nach ihrem Treffer zum 1:1 machten sie den Weg und das Tor frei für die Germanen und ließen den Gegner im Gegenzug das 2:1 erzielen. Die Leeraner zogen letztlich auch dank dieses Geschenks mit 4:1 in die zweite Pokalrunde ein.
Der Gast verlor also das Spiel, gewann aber die Sympathien der Fußballszene und heimste dafür den Fair-Play-Preis ein. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagt Frank Winkler über den Charakter der TV-Kicker und das Verhalten in besagter Szene. „Ich hatte keinen Einfluss darauf. Das hat die Mannschaft ganz alleine entschieden.“
Erst Traumtor, dann Tor-Geschenk
Winkler hat die Szene der Partie in der 39. Minute noch vor Augen. Da ging der junge Germane Nilton Gertze ohne Einwirkung des Gegners zu Boden und schrie vor Schmerzen. „Er war zuvor schon einmal behandelt worden.“ Gertze war in diesem Moment der Gegenspieler von Mario Fokken. Vor den Füßen des Bunders landete in jener Situation der Ball. Aus 25 Metern hob Fokken das Leder wunderschön über den Torhüter hinweg zum 1:1 ins Netz.
„Es war keinesfalls so, dass wir über ein paar Stationen weitergespielt hätten“, sagte Winkler. Der Ball kam, Gertze ging zu Boden und danach schoss Fokken dann das Tor. „Er hatte gar keine Zeit zum Überlegen.“ Deshalb hielt Frank Winkler die Reaktion der Leeraner, die sich beschwerten, für etwas übertrieben. „Auch der Schiedsrichter mokierte sich ein bisschen über das Tor. Das habe ich überhaupt nicht nachvollziehen können.“
TV-Trainer erinnert sich an weitere Fairness-Aktion
Der Bunder Trainer registrierte aber sofort die Reaktion seiner Schützlinge, die sich kurz berieten. Nach dem Anstoß von Germania Leer traten alle zur Seite. Der Kontrahent nutzte die freie Bahn zum lässigen 2:1. „Das hätte mit Sicherheit nicht jede Mannschaft so gemacht. Meine Spieler sind wirklich sehr fair.“
Winkler betont, dass diese Aktion kein Bunder Einzelfall gewesen sei und erinnert an eine Szene vor zwei Jahren im Bezirksligaspiel bei TuRa Westrhauderfehn. Da verletzte sich ein TuRa-Akteur just in jenem Moment, als TV-Stürmer Eike Schmidt in aussichtsreicher Position an den Ball gelangte. Der damalige Bunder Torjäger verzichtete darauf, den Ball ins Tor zu befördern und spielte ihn stattdessen ins Aus.
Solch faire Aktionen sind keine Selbstverständlichkeit. Das sah auch Fußballchef Winfried Neumann so und ehrte nun die Kicker des TV Bunde für ihr vorbildliches Verhalten.