Neuzugang im Podcast Nick Stepantsev über das emotionalste Spiel und wilde Internatszeiten
Nick Stepantsev ist bei Kickers Emden angekommen. Bei den letzten beiden Spielen stand er in der Startformation. Sein emotionalstes Spiel erlebte er in der letzten Saison. Das Gespräch auch im Podcast.
Emden - Die Formkurve beim Fußball-Regionalligisten Kickers Emden zeigt wieder deutlich nach oben. Nach den drei Saisonauftakt-Niederlagen ist die Stimmung ins Positive umgeschlagen. Die gute Laune wurde auch bei einem Teamevent deutlich, wie Neuzugang Nick Stepantsev verrät. „Die Stimmung ist einfach viel lockerer. Wir haben eine Bootstour ab Emden gemacht und uns auf der Rückfahrt noch bei unserem Trainer Stefan Emmerling in Hinte das ein oder andere Getränk abgeholt“, erzählt Nick Stepantsev in unserem Podcast „Inside Kickers Emden - der Fußball-Podcast für Ostfriesland“.
Der 23-Jährige wurde in den ersten beiden Meisterschaftsspielen noch nicht berücksichtigt, beim Heimsieg gegen den Bremer SV zählte der Offensivspieler dann zur Startformation und überzeugte nicht nur wegen seines Treffers zum 3:0-Endstand. „So kann es für uns und auch mich persönlich natürlich weitergehen“, ist Stepantsev froh, dass er sich vorerst in die erste Elf gekämpft hat.
„Spiel nicht in Worte zu fassen“
Auch wenn die vergangene Saison sportlich mit dem direkten Wiederabstieg mit Hannover 96 II endete, sammelte der gebürtige Schweriner in seiner ersten Drittliga-Saison ganz wertvolle Erfahrungen (13 Partien, sechs Startelfeinsätze, ein Treffer). Vor allem das Gastspiel bei Hansa Rostock in seiner alten Heimat vor 29.000 Zuschauern hat bei ihm eine ganz hohe Bedeutung.
„Das war das bislang emotionalste Spiel in meiner bisherigen Karriere, die ganze Familie war da. Früher habe ich als Fan solche Spiele auf der Tribüne erlebt. Das kann ich gar nicht in Worte fassen“, erzählt Stepantsev. Nach seinen Jugendjahren in Schwerin ist er schon mit 14 Jahren ins Internat nach Rostock gezogen und durchlebte die Talententwicklung bei Hansa. „Das waren schon sehr wilde Zeiten. Aber man musste schnell begreifen, dass man sich auf die wichtigen Sachen wie Schule und Sport konzentrieren muss.“ Über einen Nachbarsjungen sei er zum Fußball gekommen. Nebenbei habe er noch mit Kickboxen angefangen, sich dann aber schnell komplett für den Fußball entschieden.
Absoluter Leistungsträger bei Hannover 96 II
Nach der Internatszeit zog es ihn dann zur Zweitvertretung von Hannover 96. In der U23 gehörte er zu den absoluten Leistungsträgern und war in der Aufstiegssaison (Spielzeit 23/24) maßgeblich am Sprung in die Dritte Liga beteiligt (31 Spiele, sechs Tore, sechs Vorlagen). Mit Torhüter Norman Quindt und Abwehrspieler Felix Göttlicher spielte Stepantsev schon in Hannover zusammen. Und auch Theo Schröder kennt er aus gemeinsamen Zeiten bei den Niedersachsen. Mit dem Angreifer bildet Stepantsev auch eine Fahrgemeinschaft nach Emden, denn beide Neuzugänge sind bei ihrer Wohnungssuche in Leer fündig geworden. „Meine Verlobte und ich haben in Heisfelde eine sehr schöne Wohnung gefunden, dort fühlen wir uns sehr wohl.“
Natürlich möchte er gerne wieder zurück in die Dritte Liga. „Emden ist natürlich von der Stadt her nicht mit Hannover zu vergleichen. Man spürt aber sehr die Unterstützung der Fans.“ Überhaupt sei es den Neuzugängen sehr einfach gemacht worden. „Die Jungs sind einfach super zuvorkommend und auch die Trainer sehr offen.“
Auf dem Paddle-Platz beim PSV Leer
Er ist auch nach Emden gekommen, um das Gefühl eines Aufstiegs vielleicht noch einmal erleben zu können. Mit der U23 setzte er sich am Ende in der Relegation nach Elfmeterschießen gegen die Würzburger Kickers durch. „Für genau solche Momente spielen wir ja Fußball. Ich glaube, auch viele andere Neuzugänge sind deshalb nach Emden gekommen, um genau dieses Ziel in naher Zukunft zu erreichen. Die Region wünscht sich den Aufstieg, aber es herrscht noch nicht der absolute Druck“, so Stepantsev, der in Kürze ein Fernstudium im Wirtschaftsingenieurwesen aufnehmen möchte.
Die Mannschaft habe auf alle Fälle die Qualität, um die oberen Plätze mitzuspielen. Auf den Golfplatz hat er es bisher noch nicht geschafft, dafür freut er sich über den Paddle-Platz beim PSV Leer, auf dem er regelmäßig mit seiner Freundin spielt.
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