0:5-Schlappe Kickers Emden nach Pokaldebakel in großer Krise
Kickers Emden hat den Saisonstart verhauen. Nach zwei Niederlagen in der Meisterschaft gab es am Mittwochabend eine 0:5-Schlappe gegen SV Drochtersen/Assel. Die Beteiligten finden deutliche Worte.
Emden - Ganz dunkle Wolken über dem Ostfrieslandstadion. Aus der so sehr erhofften Wende wurde es nichts, in der Qualifikation zum Niedersachsenpokal gab es für Kickers Emden am Mittwochabend gegen die SV Drochtersen/Assel vor 1600 Zuschauern mit 0:5 (0:3) die nächste Pleite. Nach der dritten Niederlage im dritten Pflichtspiel ist beim BSV am Sonnabend gegen den Bremer SV (18 Uhr) so richtig Druck auf dem Kessel.
Trainer Stefan Emmerling war entsprechend bedient: „Die ersten 15 Minuten sind wir relativ gut ins Spiel gekommen. Den ersten Treffer müssen wir durch Jarno Janssen wesentlich besser verteidigen, das war für den Gegner zu einfach. Zu allem Überfluss kriegen wir dann nach einer Standard das zweite und verlieren mit Janek Siderkiewicz nach einer sehr harten Entscheidung noch einen Spieler. Dann wird es in Unterzahl und Rückstand gegen Drochtersen natürlich schwer“, meinte Trainer Stefan Emmerling nach der Partie. Solch eine Leistung sei nicht zu erwarten gewesen, da gebe es auch nichts schönzureden. „Jetzt müssen wir wie auch gerade von den Fans gefordert gegen den Bremer SV eine Reaktion zeigen“, so Emmerling weiter.
Kickers Emden: Quindt, Stöhr (46. Andresen), Janssen, Engel, Igwe, Siderkiewicz, Gumpert, Steinwender (46. Eickschläger), Steffen (46. Kaissis), Schiller (46. Schmidt), Steffens (66. Stepantsev).
SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Mohr, Hyseni (63. Fernandes), Wulff, Elfers (65. Plautz), von der Reith (71. Steinmann), Geißen, Rosin, Giwah, Aid Hamid (71. Dallmann), Kölle (71. Serra).
Tore: 0:1 Hyseni (15.), 0:2 von der Reith (17.), 0:3 Hamid (39.), 0:4 Rosin (59.), Fernandes (86.)
Gelb-Rote Karte: Siderkiewicz (Kickers Emden/34.).
Nur zwei Neuzugänge in der Startelf
Im Gegensatz zur Partie in Drochtersen nahmen die Emder zwei Änderungen vor. Für Mika Eickhoff und Kai Kaissis rückten Tido Steffens und Noah Gumpert in die Startelf. Verzichten musste der BSV wie angekündigt auf Fabian Herbst, Marvin Eilerts und Peer Mahncke. Zudem standen Theo Schröder und Emeka Oduah nicht im Kader. Somit waren mit Torhüter Norman Quindt und Jarno Janssen nur zwei Neuzugänge in der Anfangsformation.
Die Gäste mussten auf Angreifer Jannes Wulff verzichten. Der hatte im Meisterschaftsspiel gegen Emden noch den Führungstreffer geköpft, zog sich in dieser Aktion allerdings einen Bänderriss im Sprunggelenk zu und muss in den nächsten Wochen pausieren.
Böser Fehler von Jarno Janssen
Die Verunsicherung nach dem Fehlstart war den Emdern auch im Pokal anzumerken. Schon ganz früh stellten die Gäste die Weichen auf Sieg. Der Klärungsversuch von Janek Siderkiewicz entwickelte sich zum Querschläger, dann patzte Innenverteidiger Jarno Janssen ganz böse. Seine Kopfballrückgabe auf Torhüter Norman Quindt war viel zu kurz. Haris Hyseni (15.) schaltete sehr schnell und vollendete eiskalt in die lange Ecke. Zwei Minuten später dann die nächste kalte Dusche. Nach einer Ecke war die Emder Abwehr unsortiert, Nico von der Reith (17.) köpfte völlig ungehindert zum 0:2 ein. Die Emder konnten sich noch bei ihrem Torhüter Norman Quindt bedanken, der bei weiteren Möglichkeiten einige glänzende Reaktionen zeigte.
Aber es kam noch schlimmer aus Emder Sicht. Zunächst holte sich Janek Siderkiewicz (33.) für ein taktisch kluges Foul die Gelbe Karte ab. Aber nur eine Minute später leistete er sich dann einen ganz dummen Fehler. Nach einem Ballverlust riss er seinen Gegenspieler, es folgte völlig zurecht die Gelb-Rote Karte. Der dritte Gästetreffer durch Allah Aid Hamid (39.) war dann mehr als eine Vorentscheidung. Es folgte ein gellendes Pfeifkonzert. Nach dem Wechsel besorgten Dennis Rosin (59.) und Miguel Fernandes (86.) den 0:5-Endstand.
Auch Kapitän Dennis Engel fand deutliche Worte. „Wir kommen vernünftig ins Spiel, nach dem individuellen Fehler zum 0:1 knicken wir komplett ein. Wir haben keine langen Bälle mehr angenommen, nicht gut verteidigt, nicht verschoben, nicht geholfen, nicht gesprochen. Wir haben eigentlich in allen Belangen das gemacht, was man nicht machen darf.“