0:1 gegen Meppen Klopp-Berater und Timo Schultz sehen verdiente Kickers-Schlappe
Das war zu wenig: Kickers Emden kassierte zum Auftakt der Fußball-Regionalliga Nord gegen den SV Meppen eine 0:1-Heimniederlage. Unter den 6400 Zuschauern war auch viel Fußball-Prominenz.
Emden - Den Auftakt in die neue Spielzeit hatte sich Kickers Emden etwas anders vorgestellt. Vor der starken Kulisse von 6400 Fans musste der BSV eine völlig verdiente 0:1 (0:0)-Niederlage hinnehmen, da vor allem vom Emder Angriff über die 90 Minuten so gut wie nichts zu sehen war.
Kickers-Boss Henning Rießelmann, der am Morgen mit seinen Kindern aus Österreich zum Spiel eingeflogen war, hatte prominente Begleitung mit dabei. Marc Kosicke, Berater von Jürgen Klopp, zugleich auch Gesellschafter der Rießelmann-Firma Onside sowie Kickers-Sponsor, plauderte vor der Partie mit dem Sportlichen Leiter der Emder auf dem Rasen. Zudem wollte sich auch noch der Esenser Trainer Timo Schultz (VfL Osnabrück) mit seinem Emder Co-Trainer Ferydoon Zandi den Regionalliga-Auftakt nicht entgehen lassen. „Toller Rahmen, zwei tolle Mannschaften, ich hätte mir nur ein anderes Ergebnis gewünscht“, meinte Timo Schultz nach der Partie.
Eine Veränderung zum Werder-Spiel
Im Vergleich zum Test gegen Werder Bremen nahm Kickers Emden nur eine Veränderung vor. Auf der linken Defensivseite begann Julian Stöhr für Bent Andresen. Nicht in den Kader hatten es Marvin Eilerts, Nick Stepantsev und Emanuel Adou geschafft. Die Gäste aus Meppen fanden wesentlich besser in die Partie, bestimmten die ersten Minuten klar und kamen auch zu den besseren Möglichkeiten, eine frühe Führung wäre nicht unverdient gewesen.
Nach einem Abspielfehler im Aufbau von Michael Igwe kam Thorben Deters in eine gute Position, doch der starke Emder Keeper Norman Quindt konnte retten. In der 12. Minute war Dominique Domroese auf der linken Seite plötzlich frei, aber er zog den Ball links vorbei. Dann versuchte es Julian Ulbricht (14.) mit einem Fallrückzieher, das Leder ging ebenfalls daneben. Die Emder mussten früh wechseln, für Fabian Herbst (18.) ging es nicht weiter, für ihn kam Neuzugang Jarno Janssen.
Umstellung nach Verletzung
Wenig später stellte die Kickers-Bank etwas um, Michael Igwe wurde auf die linke Seite gezogen, der BSV agierte fortan in einer Dreierkette mit Jarno Janssen als Abwehrchef. Es lief etwas besser für die Emder, die Partie wurde ausgeglichener, große Chancen für Emden ergaben sich allerdings nicht.
Kickers begann die zweite Halbzeit mit zwei frischen Kräften, Janek Siderkiewicz und David Schiller durften sich versuchen. Das Bemühen war den Emdern nicht abzusprechen, aber nach vorne blieb es weiterhin überwiegend blass. Gefährlich wurde es nur zweimal durch Tobias Steffen (65.). Einen Freistoß aus 30 Metern konnte Julius Pünt zur Ecke klären. Die Ecke hätte Steffen fast direkt ins Tor gezirkelt, aber auch dort war der SVM-Keeper auf dem Posten.
Kickers Emden: Quindt, Stöhr, Herbst (18. Janssen), Engel, Igwe, Kaissis, Gumpert (46. Siderkiewicz), Steffen (75. Steffens), Eickhoff, Oduah (74. Eickschläger), Schröder (46. Schiller).
SV Meppen: Pünt, Domroese, Mißner, Fedl, Zehir Wensing, Deters (57. Wessels), Stuhlmacher, Sprekelmeyer, Haritonov (57. Engelmann), Ulbricht.
Tore: 0:1 Wessels (74.).
Viel Gewusel vor dem Gegentor
In der 74. Minute war es dann soweit. Nach einer Ecke stand der eingewechselte Niclas Wessels nach dem Emder Abwehrversuch an der Strafraumgrenze völlig frei und schoss den Ball durch Freund und Feind vorbei zur Meppener Führung ins Netz. „Vor dem Tor war ein ziemliches Gewusel, ich habe vom Schützen nur die Ausholbewegung gesehen, aber leider nicht mehr. Dann wurde da auch noch gerangelt, aus meiner Sicht war das auch ein Freistoß für uns“, meinte BSV-Keeper Norman Quindt nach dem Spiel. In einer Szene hatten die Meppener noch ein wenig Glück, denn in der 82. Minute hätte es nach einem Rempler an Michel Eickschläger durchaus einen Elfmeter geben können, aber der ansonsten sehr kleinlich leitende Schiedsrichter Luca Sambill verzichtete auf den Pfiff.
„Wir hatten leider zu Beginn des Spiels überhaupt keinen Zugriff, das hat fast bis zur Verletzung von Fabian Herbst gedauert, wo wir dann auch unser System umgestellt haben. Leider haben wir es aber nicht geschafft, uns gegen die kompakten Meppener durchzusetzen“, meinte Trainer Stefan Emmerling.