Esens trumpft auf  Werder chancenlos – 16 Hitzehelden und ein Schützenkönig

| | 25.06.2025 15:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Ü40-Fußballer des TuS Esens freuten sich nach der Siegerehrung in Bargteheide (Schleswig-Holstein) über die Norddeutsche Vizemeisterschaft. Foto: Verein
Die Ü40-Fußballer des TuS Esens freuten sich nach der Siegerehrung in Bargteheide (Schleswig-Holstein) über die Norddeutsche Vizemeisterschaft. Foto: Verein
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Die Ü40-Fußballer des TuS Esens erlebten ihr persönliches Sommermärchen. Als Vizemeister Norddeutschlands kehrten die Senioren-Kicker aus Bargteheide zurück.

Bargteheide - Die Ü40-Fußballer des TuS Esens erlebten dieser Tage ein grandioses Sommermärchen. Dem Triumphzug nach dem sensationellen zweiten Platz kürzlich bei der Niedersachsen-Endrunde fiel nun auf der nächsthöheren Ebene sogar der SV Werder Bremen zum Opfer. Bei der Endrunde um die Norddeutsche Meisterschaft in Bargteheide fertigte die TuS-Mannschaft von Trainer Wolfgang Menken die Bremer Senioren mit 3:0 ab. Nach diesem Auftakterfolg setzten die Esenser ihren Siegeszug fort. Endstation für die 16 Hitzehelden war bei 33 Grad erst das Finale. Dort unterlagen sie gegen Condor Hamburg mit 0:3.

„Es war ein toller Erfolg mit einer tollen Mannschaft“, schwärmte Trainer Wolfgang Menken. Die Vorzeichen standen für die Esenser alles andere als gut. Erst unmittelbar nach dem Finalfrust vor zweieinhalb Wochen in Roddau (bei Lüneburg), als der TuS gegen Croatia Hannover unterlegen war, erfuhr das Team von der Qualifikation für die Norddeutschen Meisterschaften. Und diese Titelkämpfe in Bargteheide wurden im Gegensatz zu den Landesmeisterschaften nicht mit 7er-Teams auf kleinen Toren, sondern auf dem Großfeld ausgetragen. Es drohten beim TuS jede Menge Ausfälle. Ingo Heien hatte am Samstag Geburtstag und eigentlich Besuch eingeladen. Klaus Barghorn weilte in Norwegen, Andreas Schipper in Frankfurt und Kai Hieronimus war noch bis Freitag auf Klassenfahrt. Weitere Akteure waren fraglich. „Und am Ende haben es bis auf Klaus Barghorn doch alle hinbekommen“, sagte Menken.

3:0 gegen Werder

So starteten die Esenser am Samstag um 6.30 Uhr zu ihrem Abenteuer, erreichten um 10 Uhr Bargteheide, wo je sechs Teams die Meister in den Altersklassen Ü32, Ü40 und Ü50 ermittelten.

Die Esenser trafen im ersten Gruppenspiel auf Werder Bremen. „Die hatten uns wohl unterschätzt“, sagte Menken. So rückte die Werder-Abwehr weit vor und wurde von den flinken Ostfriesen prompt überlaufen. Lars Janssen erzielte das 1:0 (3.), Cord Schulz erhöhte auf 2:0 (18.). „Wir hatten alles im Griff“, so Menken. Torsten Mintken traf in der letzten der 30 Spielminuten noch zum 3:0. Damit war Platz zwei und der Einzug ins Halbfinale bereits sicher, denn Werder hatte zuvor auch gegen Condor Hamburg verloren.

Akku leer erst im Finale

Die Esenser erkämpften sich im Vorrundenduell mit Condor ein 0:0 und trafen als Gruppensieger im Halbfinale auf den SC Langenhorn. Trotz der erbarmungslosen Sonne brachten die Ostfriesen auch im dritten 30-Minuten-Spiel des Tages noch einmal alle Energie auf den Platz. Nach dem 2:0 durch Keno Speetzen (7.) und Mario Kopp (17.) verkürzte Langenhorn zwar (21.), aber erneut Janssen (25.) machte alles klar. Erst kurz vor Schluss fiel das 3:2.

Nach dieser Partie war der Ostfriesen-Akku leer. Condor Hanburg siegte im Finale mit 3:0 und buchte das Ticket zur DM-Endrunde nach Berlin.

Statistik

TuS Esens: Ingo Deterts; Kai Hieronimus, Sven König, Andreas Schipper, Kai Probst, Marco Feddermann, Thorsten Mintken, Sören Siemens, Stephan Dichmann, Ingo Heien, Mario Kopp, Cord Schulz, Keno Speetzen, Lars Janssen, Jan Böhmer, Frank Terstappen.

„Wir haben es trotzdem krachen lassen“, sagte Menken. Die komplette Mannschaft peilte nach der Rückkehr den Schießstand in Esens an, wo bereits die Schüsse für die Königsehren zum Schützenfest abgegeben werden. Die Kicker durften ihr Zielwasser mit dem Gewehr an diesem Abend zwar nicht mehr beweisen. „Aber wir haben unseren Schützenkönig ausgeknobelt“, sagt Menken. Die Würfel bugsierten Marco Feddermann auf den Thron. „Die Proklamation fand an Ort und Stelle statt“, erzählt der Coach lachend. An diesem Tag hätten eigentlich alle 16 Hitzehelden die Krone verdient gehabt.

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