Verstärkung für 3. Liga  21-Jährige aus Florida zieht für Fußball nach Aurich

| | 23.06.2025 17:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Stürmerin Isabella Ruggiano wird in Kürze aus den Vereinigten Staaten nach Aurich kommen.
Stürmerin Isabella Ruggiano wird in Kürze aus den Vereinigten Staaten nach Aurich kommen.
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Die Frauen der Sportvereinigung Aurich feierten den Sprung in die Regionalliga. Zwei US-Amerikanerinnen und eine Spielerin vom Karlsruher SC verstärken das Team.

Aurich/Worpswede Heiß, heißer, Aurich – viermal innerhalb von zwei Jahren kämpften die Fußballerinnen der SpVg Aurich in Entscheidungsspielen um den Aufstieg. Und jedes Mal kletterte die Anzeige über die 30-Grad-Marke. Nach zwei Fehlversuchen 2023 und der dritten Niederlage vor einer Woche gegen den SV Hastenbeck stieg die Temperatur am Sonntag auf den Auricher Aufstiegsspiel-Rekord von 33 Grad. Nach der Hitzeschlacht von Worpswede lagen sich Trainer, Betreuer und Spielerinnen glückselig in den Armen. Mit einem 3:1-Erfolg über den SSC Hagen Ahrensburg hatten sie sich den langgehegten Regionalligatraum endlich erfüllt.

„Damit haben wir auch den Fünf-Jahres-Plan abgehakt“, sagte Trainer Stefan Wilts. Sieben Ziele formulierte die Frauen- und Mädchenabteilung im Jahre 2020. Die anderen sechs Vorhaben waren bereits erledigt. Punktgenau schafften nun auch die Frauen den Regionalliga-Aufstieg.

2. Liga ist das Fernziel

„Jetzt brauchen wir neue Ziele für die nächsten fünf Jahre“, sagte Wilts. Vielleicht auch der Aufstieg in die 2. Liga? „Ja, das ist tatsächlich unser mittelfristiger Plan.“ Und die drei externen Verstärkungen für die neue Saison könnten schon ein Fingerzeig Richtung höhere Sphären sein. So verpflichteten die Ostfriesen neben Anna Osburg vom Karlsruher SC auch zwei US-Amerikanerinnen – eine davon zieht in Kürze direkt aus Florida nach Ostfriesland.

US-Spielerin Natalie Joy Oliver (rechts) spielt künftig für Aurich und war in Worpswede schon mit dabei.
US-Spielerin Natalie Joy Oliver (rechts) spielt künftig für Aurich und war in Worpswede schon mit dabei.

„Sie haben beide locker Zweitligaformat“, schwärmte Wilts von den US-Talenten.“ Eine der beiden jubelte in Worpswede bereits am Seitenrand. Die 24-jährige Natalie Joy Oliver spielte bereits in der 1. türkischen Liga und ging zuletzt für den fränkischen FFC Hof in der Regionalliga Süd auf Torejagd. „Sie ist am Freitag nach Aurich gezogen und hat am Sonntag gleich mitgefeiert“, erzählt Aurichs Teammanager Hendrik Poppinga. Für die 21-jährige US-Erstligaspielerin Isabella Ruggiano wird Aurich hingegen die erste Station in Deutschland sein.

Drei Abgänge

Natalie Joy Oliver erlebte in Worpswede vor dem verdienten Auricher Erfolg reichlich Hektik auf der Sportanlage. Ein Fahrzeug des Gegners war mit vier Spielerinnen auf der Autobahn in einen Auffahrunfall verwickelt. Gleich beide Ahrensburger Torhüterinnen waren betroffen. Trotz des Schocks und leichterer Prellungen erklärten sich alle Spielerinnen bereit, in Worpswede aufzulaufen. Der Anpfiff verzögerte sich lediglich um 20 Minuten.

Erst floss bei 33 Grad der Schweiß und dann der Sekt. Die Auricher Frauen feierten ihren Aufstieg zünftig. Foto: Vortanz
Erst floss bei 33 Grad der Schweiß und dann der Sekt. Die Auricher Frauen feierten ihren Aufstieg zünftig. Foto: Vortanz

Danach zeigten die Auricherinnen ihre Klasse. „Die überragende Spielerin auf dem Platz war Teresa Frizberg“, hobt Trainer Stefan Wilts seine U17-Offensivkraft hervor. Die junge Frau, die vor einem Jahr aus der Nähe von München nach Aurich gezogen war, bestritt ihr Abschiedsspiel im Auricher Dress. Sie wechselt zum Zweitligisten FC Ingolstadt. „Teresa wird sich in der 2. Liga durchsetzen“, prophezeit Wilts. „Davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Natürlich schmerzt ihn der Abgang. „Aber damit müssen wir leben, wenn wir Spielerinnen aus ganz Deutschland ausbilden.“ Auch Lucy Minne und Leonie Kreuz (beide SG Essen) verabschieden sich Richtung Bundesligafußball.

25 WG-Plätze besetzt

Allerdings kann der Ostfriesenklub auch auf eine bemerkenswerte „Einbürgerungsbilanz“ verweisen. Denn neben diesen drei Talenten standen am Sonntag noch vier weitere Spielerinnen aus der Ferne in der Auricher Startelf: Jule Kersten zog es vor nunmehr fünf Jahren von Kiel nach Aurich. Sophie Musal (Kassel) und Marie Okoroh (Frankfurt) wurden vor drei Jahren Ostfriesinnen und Sina Brühl zog es vor zwei Jahren aus Baden-Württemberg in den hohen Norden.

Dieses Quartett bleibt den Auricherinnen in der Regionalliga treu. Diese Spielerinnen belegen vier der 25 Plätze in den Wohngemeinschaften des Vereins. Die Form der Unterbringung, der Betreuung und des nahezu täglichen Trainings überzeugt immer mehr Spielerinnen und Eltern aus dem gesamten Land.

Der Sprung der Frauenmannschaft in die 3. Liga steigert noch die Attraktivität der SpVg Aurich. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga bis zum Jahr 2030 muss alsowirklich kein Hirngespinst bleiben.

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