Bruderpaar mit 71 Toren Ostfrieslands Top-Torjäger erzielte 43 Treffer
Zwei Stürmer aus Ostfriesland erreichten in der abgelaufenen Saison die 40-Tore-Marke. Einer davon kickt in der C-Klasse. Bei den Frauen rangiert auf Platz eins keine Auricherin.
Leerhafe - Der Name Menken trieb auch in der abgelaufenen Fußballsaison wieder so manch einer gegnerischen Abwehrreihe die Sorgenfalten auf die Stirn. Denn zu dieser Familie gehören zwei Stürmer mit einem stark ausgeprägten Torjäger-Gen. In der D-Klasse führte Malte Menken mit 28 Toren in nur 18 Partien den SV Ardorf zur Meisterschaft. Bruder Pascal trieb sein „Unwesen“ beim TuS Leerhafe-Hovel in der Ostfrieslandliga. Mit 43 Treffern war er in den Männerligen Torjäger Nummer 1 in ganz Ostfriesland. Und obendrein ist das Menken-Duo mit 71 Toren das treffsicherste Brüder-Paar der Region.
Natürlich steht Pascal Menken als Kreisligaspieler und als 43-Tore-Mann besonders im Rampenlicht. Während er das Bruder-Duell aufgrund der weitaus größeren Anzahl der Spiele klar gewann, verlief der Kampf um den inoffiziellen Torjäger-Titel der Region weitaus dramatischer.
Sanders ist der C-Klassen-König
So katapultierte sich Ino Sanders vom TuS Weener mit fünf Toren beim 9:1-Erfolg im letzten Saisonspiel der C-Klasse über den Holter SV II Anfang Mai mit 40 Treffern an die Spitze dieser inoffiziellen Wertung. Doch Tormaschine Menken nahm sich zum Saisonende im Dress des TuS Leerhafe-Hovel auch noch keinen Stürmer-Urlaub. Beim 8:1 über TV Bunde II feierte er drei eigene Tore und thront nun mit 43 Treffern an der Spitze.
„Das ist schon cool“, freut sich der 28-Jährige über die Sonderstellung an der Nordseeküste. Natürlich steht auch bei ihm der Mannschaftserfolg über allem. „Aber es wäre gelogen, wenn mir so etwas völlig egal wäre.“
43:40 lautete letztlich der Erfolg des Kreisliga-Torjägers gegen den C-Klassenstürmer. Die weiteren Konkurrenten folgten mit nur minimalem Abstand. Renke Harms vom SV Leezdorf (A-Klasse) belegte mit 39 Treffern Rang drei vor den C-Klassen-Angreifern Christian de Beer (Moordorf II) und Tido Janssen (SpVg Aurich II, jeweils 37).
Maike Ackermann auf Platz eins
Bei den Frauen (11er-Mannschaften) mussten sich die erfolgsverwöhnten Spielerinnen der SpVg Aurich Rang zwei teilen. Ana-Carolin Hoffmann (Oberliga) und Jana Brinkmann (U20, Bezirksliga) kamen jeweils auf 23 Tore. Es triumphierte unangefochten Bezirksliga-Stürmerin Maike Ackermann vom SV Leybucht mit 28 Treffern.
Pascal Menken aber hat ein Dutzend Mal mehr gejubelt. „Wir haben einen sehr kleinen Platz in Leerhafe und spielen nun einmal sehr, sehr gerne nach vorne“, erklärt er seinen Torrausch. 8:1, 7:4, 6:4 oder 5:3 lauteten die wildesten Resultate bei den Torfreunden aus Leerhafe. Ihre Spiele bieten höchsten Unterhaltungswert. Davon zeugt auch das unfassbare Torverhältnis von 104:75.
Trotz bescheidener Abwehrarbeit – nur die vier Absteiger verzeichneten mehr Gegentreffer – verpasste der TuS die Relegation zur Bezirksliga als Tabellenvierter nur haarscharf gegenüber dem TSV Riepe. „Wir waren darüber nicht sonderlich traurig“, räumt Menken ein. „Mit unserem Defensivverhalten hätten wir es eine Liga höher schwer gehabt.“
Torjäger-Urlaub auf Mauritius
So spricht Menken von einer tollen Saison und erholt sich nun mit seiner Freundin auf Mauritius von den Stürmer-Strapazen, um in der nächsten Saison ausgeruht aufs Neue auf Torejagd zu gehen. Seine 43 Treffer sind gigantisch, aber bedeuten nicht einmal einen persönlichen Rekord. In der Saison 2016/17 brachte es der Superstürmer für Leerhafe in der B-Klasse sogar auf unfassbare 55 Tore.
Danach buhlten ostfriesische Spitzenklubs um den Mann mit dem außerordentlichen Torriecher. Menken lief zunächst ein Jahr für Kickers Emden in der Landesliga auf, dann kickte er in der Bezirksliga je zwei Jahre in Loga und Westrhauderfehn. „Während des Masterstudiums wurde mir der Aufwand aber zu viel“, erklärte Menken die Rückkehr zu seinen Kumpels nach Leerhafe.
Mittlerweile hat er sein Studium zum Bauingenieur abgeschlossen und arbeitet bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Er ist dort für den „Brückenbau“ zuständig. Ob bei Brücken oder Abwehrreihen – Pascal Menken ist immer zur Stelle, wenn es irgendwo an Stabilität mangelt.