Bremer Paukenschlag  Werner ist weg – spannende Ostfriesen-Ideen für Werder-Bank

| | 27.05.2025 13:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Abschied von Ole Werner als Werder-Trainer ist perfekt. Darüber freut sich kaum ein ostfriesischer Fan des Bundesligisten. Foto: DPA
Der Abschied von Ole Werner als Werder-Trainer ist perfekt. Darüber freut sich kaum ein ostfriesischer Fan des Bundesligisten. Foto: DPA
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Die Bremer Trennung von Ole Werner machten viele Ostfriesen traurig. Als mögliche Nachfolger werden die verschiedensten Kandidaten genannt.

Ostfriesland - Ostfriesland ist Werder-Land. Und so bewegt die Trennung des Bremer Bundesligisten von Trainer Ole Werner die Bundesligafans der Region. Von „tieftraurig“ bis „nachvollziehbar“ reichen die Reaktionen der Experten. Und ähnlich breit gefächert sind die Wunschvorstellungen in Sachen Nachfolger. Ob Urs Fischer, Sandro Wagner oder U19-Trainer Cédric Makiadi – Ostfriesen nennen die unterschiedlichsten Favoriten für den Chefplatz auf der Trainerbank.

Peter Bartsch

Der langjährige Schiedsrichter und heutige Fußball-Funktionär Peter Bartsch (stellvertretender Sportgerichtsvorsitzender des Niedersächsischen Fußballverbandes) zeigte sich regelrecht geschockt über die Entwicklung bei seinem Lieblingsklub. „Ich bedaure die Trennung von Ole Werner sehr. Das ist kein guter Tag für den SV Werder“, sagt der Emder Rechtsanwalt. „Ole Werner hat dreieinhalb Jahre lang einen überragenden Job in Bremen gemacht. Ohne ihn würde Werder vielleicht heute noch in der 2. Liga spielen.“

Peter Bartsch
Peter Bartsch

Mit Werner auf der Werder-Bank machte sich Bartsch nie wirklich Sorgen um „seinen“ Verein. Bartsch nennt ohne zu zögern den aus seiner Sicht besten Nachfolger: „Ich würde mir Urs Fischer wünschen. Er passt von seiner Art her gut nach Bremen.“ Der Schweizer führte einst Union Berlin in die 1. Liga. „Er hat aus wenig viel gemacht. Genauso so jemanden braucht Werder.“

Michael Zuidema

Weniger enttäuscht vom Werner-Abschied klingt Michael Zuidema. Der langjährige Trainer von Germania Leer und TuRa 07 Westrhauderfehn besitzt eine Dauerkarte in Bremen und ist somit Stammgast im Weserstadion. „Ole Werner war sicherlich der richtige Trainer zur richtigen Zeit“, sagt Zuidema, nennt aber auch einen Kritikpunkt: „Er hat Talente nicht wirklich entwickeln können.“ Als Beispiel führt er Nick Woltemade an. „Der ist nun bei Stuttgart voll eingeschlagen.“

Zuidema wünscht sich nun einen echten Talentförderer als Nachfolger. „Ideal wäre Sandro Wagner, aber auch Marco Rose könnte ich mir gut vorstellen. Der hat sich auch mal als Werder-Fan zu erkennen gegeben.“ Michael Zuidema findet die neue Situation zumindest spannend. „Jetzt werde ich meine Dauerkarte auf jeden Fall verlängern lassen.“

Imke Wübbenhorst

Kaum jemand aus Ostfriesland kennt Ole Werner so gut wie Imke Wübbenhorst. Die Auricherin, die als Trainerin jüngst die Frauen von YB Bern zur Schweizer Meisterschaft geführt hat, machte gemeinsam mit Ole Werner 2020 die Fußballlehrerlizenz. „Ole war im Kurs ein megabeliebter Typ“, erzählt die 36-Jährige. „Er ist intelligent, sachlich und hat mit seinem trockenen Humor alle zum Lachen gebracht“, sagt Wübbenhorst.

Imke Wübbenhorst
Imke Wübbenhorst

Sie findet, dass Ole Werner perfekt zum Nordklub gepasst hat. „Er ist kein Selbstdarsteller und kein Rampenlicht-Typ, sondern herrlich bodenständig.“ Die Auricherin, die seit drei Jahren in Bern lebt, würde sich als neuen Bremer Trainer eine Art „Werner 2.0“ wünschen. „Die leisen Typen wie eben Ole Werner oder Florian Kohfeldt passen perfekt zu Werder. Vielleicht holen die ja wieder einen Trainer, der noch gar nicht so populär ist.“

Matthias Schmidt

Fußballtrainer Matthias Schmidt vom VfR Heisfelde findet es persönlich nicht toll, dass Werner nicht weiter an der Seitenlinie stehen wird. Er zeigt aber Verständnis dafür, dass der Coach den Vertrag nicht verlängern wollte. „Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, vor allem weil die Kaderplanung in Bremen immer sehr spät begann. Siehe auch jetzt – Werder ist immer noch nicht auf dem Transfermarkt aktiv geworden.“ Für Schmidt kämen nur Marco Rose oder Horst Steffen als Nachfolger infrage. „Gerade Steffen hat mit Elversberg bewiesen, dass er mit jungen Spielern zusammenarbeiten kann“, ergänzt Schmidt. In seinen Augen sollte Werder genau das in den Mittelpunkt stellen: „Die Arbeit mit einem jungen Kader sollte im Fokus stehen.“

Manfred Kramer

Äußerst überrascht von der Entwicklung in Bremen war auch der Vorsitzende des Fanclubs „Werder-Ossis“, Manfred Kramer. Er glaubt nicht, dass es alleine an der Kaderplanung lag, dass Werner den Vertrag nicht vorzeitig verlängern wollte. „Irgendwas muss da außerdem nicht in seinem Sinne gewesen sein“, spekuliert Kramer. Die Reaktion von Werder, den Trainer sofort zu entlassen, hält er für richtig.

Manfred Kramer
Manfred Kramer

Der Fanclubvorsitzende hält zwei Nachfolge-Lösungen am wahrscheinlichsten. „Horst Steffen kann ich mir auf der Werder-Trainerbank vorstellen“, so Kramer. Allerdings sieht er vereinsintern auch eine Lösung: „Cédric Makiadi hat mit Werders U19 den DFB-Junioren-Vereinspokal gewonnen. Er wäre vielleicht auch eine gute Alternative.“

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