TuS holt Titel Nach Horror 2024 muss Hinte nun über Aufstieg entscheiden
Rauf, runter und nun wieder rauf? Der TuS Hinte hat über den vierten Aufstieg seit 2019 noch nicht offiziell entschieden. Doch inoffiziell herrscht Klarheit.
Hinte - Die Spieler des TuS Hinte sind die Stehaufmännchen der ostfriesischen Fußballszene. 37:111 Tore, nur 10 Punkte in 32 Spielen – so sang- und klanglos stiegen die Schützlinge von Trainer Matthias Voss vor einem Jahr als Schlusslicht aus der Bezirksliga ab. Andere Vereine wären an solch einer Horrorsaison mit unzähligen Verletzungen und Gegentoren vielleicht zerbrochen – doch nicht die Kicker aus Hinte. Sie berappelten sich eine Liga niedriger eindrucksvoll, starteten nach Hinrunden-Rang vier in der Rückserie eine imposante Siegesserie und krönten das Fußballjahr am Sonntag mit einem 4:0-Sieg in Moordorf und der Meisterschaft.
„Gefeiert haben wir noch nicht“, sagt Voss. „Rein theoretisch fehlt ja noch ein Punkt zum Titel.“ Doch bei sechs Zählern und 26 Toren Vorsprung gegenüber dem Süderneulander SV sind solch negative Extrem-Rechnungen zwei Spieltage vor Schluss fern jeder Fußball-Realität. Rauf, runter und nun wieder rauf. Der Fahrstuhl mit dem TuS-Team saust nun wieder in die Bezirksliga-Etage. „Da kommt er hoffentlich zum Stillstand“, sagt Voss trotz begrenzter „Einkaufsmittel“. „Wir sind ein Verein, bei dem die Spieler keinen Cent verdienen.“
Voss seit 2018 Trainer
Trotzdem kannte der Fahrstuhl seit dem Voss-Einstieg 2018 nur eine Richtung. Von der B-Klasse ging es ab 2019 nur aufwärts. A-Klasse, Ostfrieslandliga und Bezirksliga lauteten die Stationen. Und nach dem schmerzhaften Rücksetzer im Vorjahr feierte der Trainer nun bereits seinen vierten Aufstieg mit dem Klub. „Hinte ist ein super geführter Verein“, gilt sein Dank dem Vorstand. „Der Klub hat mit mir vor einem Jahr im Winter den Vertrag verlängert, obwohl wir damals ganz unten in der Tabelle standen.“
Nun übergibt Voss den Trainerposten an seinen bisherigen Assistenten Ralf Ludwigs. Endgültig hat sich der Klub aber noch gar nicht entschieden, ob er nach der Desastersaison 2023/24 nun mit Ludwigs als Chef das erneute Wagnis in der Bezirksliga eingeht. „Da müssen wir diese Tage noch konkret drüber reden“, sagt Voss. Doch an einen Verzicht auf den Aufstieg mag er nicht glauben. „Ich denke, wir werden das Abenteuer wieder angehen.“ Der Reiz der höheren Liga ist nicht das alleinige Argument. „Wenn wir verzichten, dürfen wir laut Reglement im Folgejahr auch nicht aufsteigen“, erklärt der Coach. „Dann würden wir nächste Saison um die goldene Ananas spielen. Und das will keiner.“
Meisterparty am 31. Mai
Gedanklich befasst er sich bereits wieder mit der höchsten ostfriesischen Spielklasse und sieht die Akteure in der Pflicht. „Bis auf zwei Leute haben wir nach dem Abstieg alle zusammengehalten. Ich als aktiver Spieler würde nun in der Bezirksliga versuchen, die missglückte Saison vom Vorjahr ungeschehen zu machen.“
Als Sportlicher Leiter würde Matthias Voss langfristig allzu gerne daran mitwirken, den TuS Hinte auf Dauer zum lebenden Inventar der Bezirksliga zu machen. Kurzfristig blickt er aber mit Vorfreude auf den letzten Kreisliga-Spieltag am 31. Mai. Da steigt beim TuS nach der Heimpartie gegen Friesenstolz Riepe die Meisterparty. Gewiss wird auch Voss als gebürtiger Suurhuser, der nun im Nachbarort seinen neuen Herzensverein gefunden hat, mit dem ein oder anderen Bierchen anstoßen: auf die Wiedergutmachung des „Betriebsunfalls“ von 2024, auf seinen vierten Aufstieg mit dem TuS in sechs Jahren und ein bisschen wehmütig auf seinen Abschied von der Trainerbank.