Wenig Befürworter  Wirbel um Kopfhörer-Verbot beim Ossiloop

| | 05.05.2025 17:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kopfhörer waren bei der 1. Etappe noch häufig zu sehen. Beim zweiten Abschnitt waren es deutlich weniger. Edzard Wirtjes möchte sie aber gänzlich vom Ossiloop verbannen. Fotos: Klaus Ortgies
Kopfhörer waren bei der 1. Etappe noch häufig zu sehen. Beim zweiten Abschnitt waren es deutlich weniger. Edzard Wirtjes möchte sie aber gänzlich vom Ossiloop verbannen. Fotos: Klaus Ortgies
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Die 3. Etappe startet am Dienstag in Bagband. Auf das Musikhören müssen die Läufer verzichten. Ossiloop-Chef Edzard Wirtjes hält trotz Gegenwind am Verbot fest – es geht ihm um praktische Gründe.

Leer - Im Laufschritt durch die Natur und dabei die Lieblingsmusik im Ohr – so genießen immer mehr Hobbysportler ihren Feierabend. Doch beim Ossiloop ist der Kopfhörer-Trend fehl am Platze. Dabei starteten zunächst etliche Akteure mit dezenten Knöpfen im Ohr oder dicken Hörmuscheln auf dem Kopf – zum Leidwesen der Organisatoren. „Wir haben es generell verboten. Das muss wirklich nicht sein“, betont Ossiloop-Chef Edzard Wirtjes noch einmal vor der 3. Etappe, die am Dienstag von Bagband nach Holtrop führt.

Dieses Verbot sorgte für einigen Wirbel, aber überwiegend für Verständnis in der Szene. Wirtjes geht es nicht um Ästhetik, sondern er verfolgt mit dem Verbot rein praktische Gründe. „Wir haben immer wieder Beschwerden, weil sich auf den teilweise sehr engen Wegen Leute mit Kopfhörern nur schwer überholen lassen.“ Diese „Musikläufer“ nehmen weder irgendwelche Hinterleute wahr, noch die Zurufe – falls mal etwas auf der Strecke passiert ist.

Wenig Verständnis für Musik-Läufer

„Deshalb sind Kopfhörer bei Meisterschaften strikt verboten“, sagt Wirtjes. „Und beim Triathlon führt das zur sofortigen Disqualifikation.“ Der Chef des Ossiloops setzt hingegen lieber auf die Einsicht. „Ein paar Nummern hat unser Organisationsteam bei der 2. Etappe noch notiert. Diese Leute werden wir jetzt freundlich ansprechen.“

Bei Volksläufen wird die Kopfhörer-Thematik unterschiedlich bewertet. Beim Gros der Ossilooper stößt der Knopf im Ohr auf Unverständnis. Routinier Peter Steinke vom SV Warsingsfehn (212 Ossiloop-Etappen) kann den Musik-Konsum auf der Strecke überhaupt nicht nachvollziehen. „Dafür habe ich null Verständnis“, sagt er. „Das kann im Extremfall sogar richtig gefährlich werden.“ Vor allem passe die akustische Abschottung von der Außenwelt ganz und gar nicht zum Ossiloop. „Es herrscht eine Bombenstimmung, die Zuschauer jubeln und manchmal piepen sogar die Vögel – das alles bekommen diese Läufer gar nicht mit.“

Trost für Silberhochzeitspech

Edzard Wirtjes hingegen genoss just diese Atmosphäre am Freitag bei der 2. Etappe erstmals nach 19 Jahren wieder einmal im Läuferfeld. Am 27. Hochzeitstag begleitete er seine Frau Heike Dirks beim Abschnitt von Holtland nach Gut Stikelkamp. „Die Idee kam kurzfristig“, erzählt er. „Am Montag fehlten uns zunächst noch zwei Anmeldungen, um die 1700er-Marke zu erreichen. Da hat sich dann schon mal Heike angemeldet.“

Seite an Seite absolvierten Heike Dirks und Edzard Wirtjes an ihrem 27. Hochzeitstag die 2. Etappe.
Seite an Seite absolvierten Heike Dirks und Edzard Wirtjes an ihrem 27. Hochzeitstag die 2. Etappe.

Am nächsten Tag hatte Wirtjes zufällig Heye Erchinger getroffen, der drei Tage später heiraten wollte und vom Vorhaben erzählte, dann am Abend gemeinsam mit seiner Maximiliane zu starten. So kam auch Wirtjes auf die Zweisamkeitsidee. „Da haben wir uns noch schnell ein T-Shirt bedrucken lassen.“ So lief das Organisatorenpaar mit dem Schriftzug „Just married – 2. Mai 1998“ durch die Lande. Es war für die beiden auch ein kleiner Ausgleich für die verkorkste Silberhochzeit vor zwei Jahren. „Da lag meine Frau mit Corona zu Hause im ersten Stock“, sagt Wirtjes. „Und ich lag nach einer Herz-OP im Erdgeschoss.“ So gab es weder eine Feier noch persönliche Gratulanten. Am Freitag konnte das Läufer-Ehepaar seinen Hochzeitstag umso mehr genießen.

Dritte Etappe teilweise abweichend vom Wanderweg

Bei der 3. Etappe ist Heike Dirks nun wieder ohne Mann unterwegs. Edzard Wirtjes wird wie gewöhnlich die Abbauarbeiten in der Startzone verrichten und später im Ziel eintrudeln. Mit 11,95 Kilometern steht die längste und damit die Königsetappe auf dem Plan. Wirtjes weist darauf hin, dass die Läufer in Spetzerfehn wegen Arbeiten am Wanderweg für ein paar hundert Meter die übliche Strecke verlassen und parallel dazu auf der Straße weiterlaufen müssen.

Beim Zielort in Holtrop stehen – wie schon in Holtland – zunächst die Minis im Mittelpunkt. Start der Bambiniläufe über 300 Meter (bis 5 Jahre), 500 Meter (bis 10 Jahre) und 800 Meter (bis 12 Jahre) ist um 19 Uhr. Anmeldungen sind ab 18 Uhr beim Gemeindehaus möglich.

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