Emden gewinnt 1:0 in Havelse Kickers siegt beim Meister – Trainer zeigen sich spendabel
Vor 100 mitgereisten Fans zeigte der ostfriesische Regionalligist in Havelse einen guten Auftritt. Ein in die Startelf gerückter Spieler überzeugte. Das Team erhält eine besondere „Prämie“.
Emden - Im Kampf um eine Top-Platzierung oder vielleicht sogar die Vizemeisterschaft in der Fußball-Regionalliga Nord hat der BSV Kickers Emden am Freitagabend, 2. Mai, ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Aufsteiger siegte beim feststehenden Meister TSV Havelse 1:0 und schob sich zumindest für eine Nacht auf Platz zwei vor. Die Garbsener spielen nach Saisonende noch zwei Aufstiegsspiele zur 3. Liga, treffen dort auf dem 1. FC Lok Leipzig oder den Halleschen FC.
„Alles in allem war es ein verdienter Sieg. Wenn man jetzt mal beide Spiele sieht, war es insgesamt auch ausgeglichen. Im Hinspiel war Havelse etwas reifer als wir“, sagte Emdens Trainer Stefan Emmerling. Nachdem die Emder im Oktober 1:2 im Ostfrieslandstadion verloren hatten, revanchierten sie sich nun und fügten den Garbsenern vor 1177 Zuschauern die erst sechste Saisonniederlage zu. In Hinblick auf die Relegation zur 3. Liga sagte der Emder Coach. „Wir drücken dem Meister Havelse für die Aufstiegsspiele die Daumen.“
Staatsanwalt im TSV-Tor
Das Tor des Tages erzielte Michael Igwe nach 53 Minuten. Nachdem Kai Kaissis sich dynamisch durchgesetzt hatte und aus spitzem Winkel im Strafraum per Flachschuss abgeschlossen hatte, parierte Alexander Dlugaiczyk noch stark. Doch der mitgelaufene Igwe war zur Stelle und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (53.). Alexander Dlugaiczyk war zur Pause für Stammtorhüter Tom Opitz eingewechselt worden. Dlugaiczyk ist außerhalb des Platzes Staatsanwalt und 42 Jahre alt.
Der exakt halb so alte Mika Eickhoff war in der ersten Halbzeit einer der auffälligsten Spieler auf dem Feld. Kickers zeigte eine gute Leistung und besaß ein klares Chancenplus – vor allem dank Eickhoff. Der scheiterte zweimal an Opitz, verzog einmal knapp und hatte auch die größte Möglichkeit der ersten 45 Minuten auf dem Fuß. Dabei retteten die Fingerspitzen von Opitz und die Torlatte nach einem Eickhoff-Heber die Havelser vor dem 0:1 (18.). Die Gastgeber hatten in der ersten Halbzeit auch Abschlüsse in dem verteilten Spiel. Aber die waren längst nicht so zielstrebig wie die der Emder. „Nach vorne hatten wir gute Aktionen“, sagte Stefan Emmerling. „Über allem stand natürlich auch mal wieder zu null zu spielen.“
Die besondere Trainer-Prämie
Dabei machte Isaak Djokovic einen sicheren Eindruck vor der Dreier- bzw. Fünferkette. Djokovic war für Marcel Bergmann ins Tor gerückt und zahlte das Vertrauen zurück. Nach der Emder Führung in der 53. Minute und einem weiteren Abschluss von Eickhoff starteten die Gastgeber eine Drangphase mit mehreren Ecken. Dabei kam Julius Düker zweimal aussichtsreich zum Abschluss. Aber mit Djokovic und etwas Glück blieb der Kasten sauber. „Da hätte es auch 1:1 stehen können“, meinte Emmerling. „Hinten raus können wir auch das 2:0 machen.“
Damit spielte der Emder Erfolgstrainer besonders auf eine Szene an, als Tobias Steffen den eingewechselten Kapitän Tido Steffens bediente (80.). „Da hätte er selbst abschließen müssen.“ Das 2:0 lag dabei ebenso in der Luft wie bei einem Lattenkopfball von Joker Marten Schmidt in der 90. Minute. Die beste Ausgleichschance besaß Oliver Schindler. Aber Djokovic parierte stark (77.).
Spieldaten
Emden: Djokovic, Engel, Eilerts, Herbst, Kébé, Kaissis, Igwe (83. Podolski), Dietrich, Eickhoff (74. Steinwender), Steffen (90. Schmidt), Schiller (67. Steffens).
Tore: 0:1 Igwe (53.).
So hielt er die Null und damit den nicht unverdienten Sieg fest. So garnierten die Emder die bereits vor dem Spiel bestellte Pizzen mit drei Punkten. Apropos Essen: Der 1:0-Sieg brachte nicht nur die Punkte 52 bis 54, sondern auch das siebte Geschenk des Trainerteams: Das spendiert für jeden Sieg ohne Gegentor in der Folgewoche nämlich immer ein Mannschaftsessen.