Start am Dienstag Neuzeit-Rekord beim Ossiloop – wichtige Meldung fehlt noch
Die Organisatoren verzeichnen 200 Anmeldungen mehr als 2024. Mit dabei ist der Vorjahressieger. Mit-Organisator Enno Heidergott hat einen engen persönlichen Bezug zum Favoriten.
Leer - Die Laune der Ossiloop-Organisatoren befindet sich schon ein paar Tage vor dem Start am Dienstag (19 Uhr) auf dem Höhenflug. Denn aktuell trudeln ausnahmslos positive Nachrichten ein. So versprechen die Wetterprognosen nach dem völlig verregneten „Nassiloop“ 2023 diesmal zumindest für die ersten Etappen einen wahren „Sonnenloop“. Noch schöner ist für die Ausrichter die Entwicklung der Anmeldezahlen. „Wir werden die Marke von 1700 Meldungen knacken“, prophezeit der langjährige Spitzenläufer Enno Heidergott, der zum Orgateam des Ossiloop-Chefs Edzard Wirtjes gehört. Bis Freitagmorgen waren 1658 Sportler registriert.
Die Anmeldephase läuft online bis Samstag 24 Uhr. Wer am Montag im Sportgeschäft von Edzard Wirtjes (Spass mit Sport) in Leer persönlich vorbeischaut, erhält laut Heidergott aber auch noch eine Startberechtigung. „Das kriegen wir hin.“
Vor Corona 3000 Anmeldungen
Nach dem Einbruch der Anmeldezahlen von rund 3000 im Jahr 2019 durch die Coronapause geht es nun langsam wieder bergauf. 2022 waren es nur knapp 1000 Läufer, vor einem Jahr 1500 und nun sind es erneut 200 mehr – ein Neuzeit-Rekord sozusagen. „Das freut uns“, sagt Heidergott. „An die alten Zahlen werden wir aber wohl kaum noch einmal herankommen.“ Die Coronazeit war in vielen Bereichen des Lebens eine Zäsur, die auch der Ossiloop zu spüren bekommen hat.
Nun wächst die Ossiloop-Familie wieder langsam aber stetig. Ein neuer Familienzweig verzeichnet laut Heidergott die deutlichsten Zuwächse. „67 Leute haben sich für den Ossiloop ohne Zeitnahme angemeldet. Das ist ein riesiger Zuwachs.“ Bei der Premiere dieser Variante im Vorjahr waren es nur 28. Das ist eine Steigerung um weit mehr als 200 Prozent. „Viele Leute wollen gerne anonym im großen Feld von Leer nach Bensersiel mitlaufen und in keiner Ergebnisliste auftauchen.“ Das gilt natürlich nicht für die Elite. Als großer Favorit geht Vorjahresgewinner Tammo Oldigs ins Rennen. Vor drei Wochen stellte das Ausdauertalent einen neuen Ostfrieslandrekord im Marathon auf und gilt auf dieser Strecke nun zur erweiteren nationalen Spitzengruppe. „Ihn kann eigentlich keiner schlagen“, sagt Enno Heidergott.
Favorit ist ein Spätzünder
Der Mann aus dem Orgateam muss es wissen. Heidergott gewann einst nicht nur selber zweimal den Sechs-Etappen-Lauf (1997 und 2001), sondern unterstützt den 24-Jährigen auch bei Trainingsplänen. Und obendrein sind die beiden noch freundschaftlich verbandelt. „Meine Frau ist die Patentante von Tammo.“ Also drücken Enno und Britta Heidergott dem neuen Stern am ostfriesischen Langstrecken-Himmel kräftig die Daumen.
Tammo Oldigs begann erst vor einem Jahr seine Läufer-Karriere. Der „Spätzünder“ und Ex-Fußballer von Concordia Ihrhove eilt seitdem von Rekord zu Rekord. Er hofft, dass seine Form nach dreiwöchiger Regeneration vom Marathon wieder stimmt. Den ersten Abschnitt von Logabirum nach Holtland betrachtet er als Härtetest. „Da möchte ich eigentlich volles Tempo laufen und in den folgenden Etappen vielleicht lieber das Laufen in der Gruppe genießen.“
Bei den Frauen ist die Favoritenrolle nicht ganz so eindeutig verteilt. Vorjahressiegerinn Verena Coordes (TuS Weene) sollte aber schwer zu schlagen sein. „Bis Freitag hatte sie sich noch nicht gemeldet“, sagt Heidergott. „Ich schätze, sie kommt am Samstag persönlich im Sportgeschäft vorbei. Das macht sie meistens so.“ So wird vermutlich auch Verena Coordes dazu beitragen, dass die Marke von 1700 Anmeldungen noch geknackt wird.