Casto-Nachfolger gefunden  Nach Zusage in Aurich – jetzt spricht Daniel Franziskus

| | 23.04.2025 16:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Daniel Franziskus wird ab Sommer Trainer der SpVg Aurich. Das Bild zeigt ihn im Sommer 2021 in Firrel. Archivfoto: Doden/Emden
Daniel Franziskus wird ab Sommer Trainer der SpVg Aurich. Das Bild zeigt ihn im Sommer 2021 in Firrel. Archivfoto: Doden/Emden
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Der Ex-Profi soll den „Ausverkauf“ bei der SpVg stoppen und ab Sommer als Trainer fungieren. Der 33-Jährige sprach über die Ziele, erste Personalien und eine mögliche Doppelrolle.

Aurich - Nun spricht auch Daniel Franziskus. Nachdem die SpVg Aurich über Ostern erfolgreich um den Ex-Profi als neuen Trainer geworben hatte und er sich am Dienstagabend, 22. April, der Mannschaft vorgestellt hatte, sprach unsere Zeitung am Mittwoch, 23. April, mit dem künftigen Trainer des Fußball-Bezirksligisten. Eines wurde dabei schnell deutlich: Der 33-Jährige ist darauf bedacht, dass schnell wieder Ruhe einkehrt am Ellernfeld und sich die Lage entspannt.

Stefan Wilts (links) und Hendrik Poppinga (rechts) aus dem SpVg-Vorstand präsentierten Daniel Franziskus am Montag als neuen Aurich-Trainer ab Sommer. Foto: Verein
Stefan Wilts (links) und Hendrik Poppinga (rechts) aus dem SpVg-Vorstand präsentierten Daniel Franziskus am Montag als neuen Aurich-Trainer ab Sommer. Foto: Verein

„Nachdem der Verein mein Engagement ab Sommer am Montag verkündet hatte, war es mir wichtig, auch schnell zur Mannschaft zu sprechen. So ein persönlicher Eindruck ist wichtig“, sagte der langjährige Stürmer, der als Profi unter anderem für VfB Oldenburg, Jahn Regensburg und VfB Lübeck in der 3. und 4. Liga spielte. Wegen einer schweren Knie-Verletzung musste er mit 28 Jahren bereits seine Spieler-Laufbahn beenden. Seit wenigen Jahren lebt der gebürtige Auricher mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter wieder in seinem Heimatort Victorbur.

Auch Möhle wird gehen

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe, weiß aber auch um die Schwierigkeit. Es weiß noch keiner, wie der Kader am Ende des Tages aussieht. Ich werde nun schnell und nach und nach die Gespräche mit den Jungs führen“, sagt Franziskus. Die Abgänge von Hendrik Schulz, Maximilian Beccard (Trainer SV Wallinghausen), Dirk Frerichs, Klaas Folkerts (beide zum TuS Pewsum) und Keno Buß (Ziel unbekannt) standen schon vor der Franziskus-Verpflichtung fest und resultierten größtenteils auch aus den Unruhen der vergangenen Wochen rund um die Personalie und das Hickhack mit Claudio Casto, der als Trainer nun nicht weitermacht. Casto hatte viele Spieler nach Aurich geholt, war in seiner Rolle mehr als „nur“ ein Coach.

„Auch der Abgang von Nico Möhle steht fest, er wird uns auch verlassen“, ergänz Franziskus. Das Talent aus Emden wird mit Blau-Weiß Borssum in Verbindung gebracht. Auch der Möhle-Abschied stand schon vor der Franziskus-Verpflichtung fest.

Keine Doppelrolle in Aurich

Weil sozusagen „Gefahr in Verzug“ ist und der Posten des Sportlichen Leiters nach dem Rücktritt von Steffen Reifschneider vor zwei Wochen vakant ist, übernimmt Franziskus derzeit im Grunde auch diese Aufgaben, führt Gespräche. Doch für die Zukunft stellt er klar: „Ich bin ausschließlich als Trainer gekommen. Trainer und Sportlicher Leiter zusammen ist im Grunde ein Full-Time-Job. Das hatte ich bei meinem letzten Engagement bei Frisia Wilhelmshaven gemerkt.“ Das endete zum Ende der Saison 2023/2024. Zuvor hatte der B-Lizenz-Inhaber eine kurze Zeit als Trainer-Partner von Bernd Grotlüschen bei Landesligist Grün-Weiß Firrel und in der Saison 2021/2022 als hauptamtlicher Co-Trainer bei Regionalligist Phönix Lübeck gearbeitet. „Da habe ich bei der Arbeit mit Fußball-Lehrer Oliver Zapel am meisten gelernt.“

Daniel Franziskus arbeitete auch schon kurzzeitig bei GW Firrel mit Bernd Grotlüschen. Archivfoto: Doden/Emden
Daniel Franziskus arbeitete auch schon kurzzeitig bei GW Firrel mit Bernd Grotlüschen. Archivfoto: Doden/Emden

Das Trainer-Sein sei absolut seins, wie er es in den vergangenen Jahren festgestellt habe. Bereits nach seiner Rückkehr nach Ostfriesland und vor seiner Zeit bei Frisia Wilhelmshaven gab es Kontakte zur SpVg Aurich. „Wir freuen uns sehr, dass es nun geklappt hat. Ich kenne Daniel schon lange“, sagt der SpVg-Vorsitzende Ralf Dreiling.

„Keine One-Man-Show“

Der Sperren-Ärger um Casto, das Trennungs-Gespräch mit Casto, eine Petition mancher Mitglieder für Casto und in Teilen gegen den Sportlichen Leiter Steffen Reifschneider, eine mögliche „Rolle rückwärts“ vom Trainerwechsel im Sommer und schließlich das von Casto selbst verkündete endgültige Ende im Sommer sorgten für Schlagzeilen und Unruhe. Und dafür, dass Dreiling seinen Oster-Urlaub in den Niederlanden vorzeitig beendete. „Der Vorstand mit Ralf saß am Ostersamstag bei mir zuhause. Ich habe mich für Aurich entschieden, weil das ein toller Verein mit einer Infrastruktur ist, die einige Oberligisten nicht einmal haben“, schwärmt Daniel Franziskus.

Claudio Casto (links) ist derzeit noch Trainer in Aurich und wird die SpVg im Sommer ebenso verlassen wie einige Spieler. So auch Hendrik Schulz. Foto: Doden/Emden
Claudio Casto (links) ist derzeit noch Trainer in Aurich und wird die SpVg im Sommer ebenso verlassen wie einige Spieler. So auch Hendrik Schulz. Foto: Doden/Emden

Große sportliche Töne angesichts des noch unklaren Kaders „spuckt“ Franziskus, der grundsätzlich ambitioniert ist, nicht. Man müsse die Lage realistisch einschätzen: „Wir werden sicher nicht Platz eins bis drei als Saisonziel ausrufen oder ähnliches. Es wird ein Neuanfang und soll künftig auch keine One-Man-Show mehr werden. Die Dinge sollen hier gemeinsam nach vorne gebracht werden.“ Der Verein und Daniel Franziskus hoffen, dazu auch zeitnah einen neuen Sportlichen Leiter präsentieren zu können – oder wird es der alte? „Wir waren mit der Arbeit von Steffen Reifschneider zufrieden und fanden es schade, dass er zurückgetreten ist. Wir suchen derzeit nochmal das Gespräch mit ihm“, sagt Ralf Dreiling.

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