Trennung nach der Saison  Nächster Trainer-Hammer – Claudio Casto hört in Aurich auf

| | 10.04.2025 13:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Trainer Claudio Casto wird sein Projekt bei der SpVg Aurich nach dieser Saison beenden. Foto: Doden/Emden
Trainer Claudio Casto wird sein Projekt bei der SpVg Aurich nach dieser Saison beenden. Foto: Doden/Emden
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Nach dem SV Wallinghausen muss sich auch die SpVg Aurich nach einem neuen Trainer umsehen. Coach Claudio Casto wird sein Projekt nach dieser Saison beenden. Der Trainer ist sehr enttäuscht.

Aurich - Sportlich spielt die Sportvereinigung Aurich eine der erfolgreichsten Spielzeiten der letzten Jahre, aber hinter den Kulissen gab es am Mittwochabend den großen Knall. Der Verein und Trainer Claudio Casto gehen ab dem Sommer getrennte Wege. An dem Termin nahmen der Auricher Vorstand mit Ralf Dreiling, Stefan Wilts und Hendrik Poppinga und Steffen Reifschneider sowie Coach Claudio Casto teil. „Ich bin ergebnisoffen in dieses Gespräch gegangen. Leider haben wir keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Ich bin schon sehr wehmütig, dass es im Sommer zu Ende geht, denn es war ja auch mein Baby“, ist Casto die Enttäuschung stark anzumerken.

„Der sportliche Erfolg gibt Claudio Casto recht. Es gab jetzt nicht den einen Grund, sondern wir hatten unterschiedliche Auffassungen, was die strategische Ausrichtung angeht. Daher werden wir uns nach der Saison einvernehmlich trennen“, erklärte Steffen Reifschneider, Sportlicher Leiter der Sportvereinigung.

Casto über einen Trennungsgrund

Wie Casto erklärte, seien die Trainingszeiten und Platzbelegungen wieder Punkte gewesen, wo der Verein nicht auf seine Wünsche eingegangen sei. „Wenn da keine Bereitschaft besteht, der ersten Herrenmannschaft etwas entgegenzukommen, muss ich da meine Konsequenzen draus ziehen.“ Die Mannschaft wurde über die Entwicklungen am Mittwochabend in der Kabine ebenfalls schon informiert. Die Spieler, die nicht am Training teilnehmen konnten, erhielten eine Whats-App-Gruppen-Nachricht von Kapitän Stanislav Geis.

Die Zeit von Claudio Casto endet nach dieser Saison in Aurich. Foto: Doden/Emden
Die Zeit von Claudio Casto endet nach dieser Saison in Aurich. Foto: Doden/Emden

Bis zum Sommer wird Casto die Mannschaft auch noch weiterhin betreuen, das sei er dem Team einfach schuldig. Casto hatte die Mannschaft im Winter 2023 auf einem Abstiegsplatz übernommen und führte die Auricher noch zum Klassenerhalt. Er lockte zahlreiche ehemalige Kickers-Spieler und weitere Akteure nach Aurich und spielte in dieser Saison ganz lange um den Aufstieg in die Landesliga mit.

Casto war mehr als ein Trainer

„Wir waren ja noch lange nicht am Ende, drei Neuzugänge hatten wir schon präsentiert, einige andere wären auch nach Aurich gekommen, aber das ist jetzt nicht mehr mein Thema“, so Casto. Laut Casto habe er nicht nur die Mannschaft zusammengestellt, sondern aufgrund seiner Kontakte hätten sich auch die Sponsoren-Einnahmen für die 1. Herren verdreifacht. Casto selbst tritt mit seinem Restaurant als Trikot-Sponsor in Erscheinung. „Ich habe ein Herz für Kickers Emden und die Sportvereinigung Aurich. Einen Trainer Claudio Casto wird es nicht mehr geben, dafür fehlt mir einfach auch die Kraft, so etwas noch einmal aufzubauen“, so der 35-Jährige.

Hendrik Schulz (rechts) könnte sich vorstellen, dass einige Spieler Aurich verlassen werden. Foto: Doden/Emden
Hendrik Schulz (rechts) könnte sich vorstellen, dass einige Spieler Aurich verlassen werden. Foto: Doden/Emden

Wie es in Aurich weitergehen wird, ist noch offen. Viele Spieler kamen wegen Claudio Casto. Für die neue Spielzeit präsentierte der Verein bereits Leon und Jürgen Zimmermann (Germania Wiesmoor) und Eric Gwosdenko (TuS Pewsum) als Neuzugänge. Der Vereinsvorstand gehe auch fest davon aus, dass die Zimmermann-Brüder und Gwosdenko zu ihrer Zusage stehen werden, so Reifschneider.

Was machen die Spieler?

Es erscheint allerdings möglich, dass viele Spieler dem Verein nach der neuen Entwicklung den Rücken kehren könnten. „Claudio Casto war in Aurich mehr als nur ein Trainer“, sagt SpVg-Spieler Hendrik Schulz. „Er war ja auch ganz stark in die Transfers mit eingebunden. Einige Spieler hat er ja schon seit der C-Jugend trainiert, wenn ich an die Emder Jungs denke. Ich kann mir schon vorstellen, dass einige jetzt ins Grübeln kommen.“ Für den 29-jährigen Hendrik Schulz ist nach dieser Saison in Aurich ohnehin Schluss, da er beruflich in Trier tätig ist und die langen Fahrten nicht länger auf sich nehmen will.

„Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen. Wir hoffen, dass wir in Kürze den Nachfolger präsentieren können. Auch in der neuen Spielzeit möchten wir oben angreifen“, meinte Steffen Reifschneider. Dem Vorstand sei aber auch klar, dass einige Spieler den Verein verlassen könnten. „Viele Spieler waren mit Claudio so eng verwurzelt, da ist es klar, dass sich der ein oder andere umorientieren könnte“, so Reifschneider. Nach der Vorstellung des neuen Trainers werde der Verein die Gespräche mit allen Spielern intensivieren. Eins ist klar: Bei der Sportvereinigung Aurich stehen turbulente Tage an.

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