Bleibt der Boss? Rummel um Rießelmann – Ruhe im Kickers-Kader
Laut eines Presseberichts hat der SV Meppen Henning Rießelmann ein Vertragsangebot vorgelegt. Die Kickers-Spieler bringt das nicht aus der Ruhe. Sie vertrauen auf ihren Fußball-Chef.
Emden - Die Fußball-Regionalligisten BSV Kickers Emden und SV Meppen verbindet eine innige Fanfreundschaft. Doch die Harmonie scheint aktuell etwas getrübt, weil die Emsländer um die Dienste des Emder Fußballchefs Henning Rießelmann buhlen. Während die wildesten Gerüchte kursieren und die Meppener ganz professionell dementieren, zeigen sich die Akteure des BSV Kickers vor dem Spiel am Sonntag beim Bremer SV (Anstoß 15 Uhr) ganz gelassen. „Diese Gerüchte sind bei uns im Training wirklich kein Thema“, beteuert Kapitän Tido Steffens. „Von dem, was alles in der Presse steht, lassen wir uns nicht aus der Ruhe bringen.“
Eine besonders große Nähe zwischen Meppen und Rießelmann stellten die „OM-Medien“ (Mediengruppe Oldenburger Münsterland) her, die zwischen Cloppenburg und Vechta und damit auch in Rießelmanns Heimatregion (Dinklage) angesiedelt sind. Laut „om-online“ stehe der Macher der Ostfriesen in Meppen als Sportlicher Leiter und Nachfolger des vor wenigen Tagen geschassten David Vrzgovic „ganz oben auf der Kandidatenliste“. „Es soll auch bereits erste Gespräche und ein erstes Angebot gegeben haben“, heißt es in dem Artikel.
Emmerling spricht von Spekulationen
Während Henning Rießelmann selber offiziell dazu keinen Kommentar abgibt, sind die Emder Kicker optimistisch, dass die durch den neuen Macher vor zwei Jahren in Ostfriesland entfachte Fußballbegeisterung nicht wieder erlischt. „Dieses Thema ist nicht das Kerngeschäft für uns Spieler“, sagt Leistungsträger Pascal Steinwender. Er kann sich einen Abschied des Bosses ganz und gar nicht vorstellen „Was uns in Emden geglückt ist, das ist einmalig. Und wir haben die Vision, noch Weiteres zu schaffen. Dabei vertrauen wir zu 100 Prozent auf Henning und seine Leute.“
Trainer Stefan Emmerling hält sich aus der pikanten Angelegenheit ganz raus. „Ich äußere mich nur zu sportlichen Dingen. Alles andere sind Spekulationen“, sagt er. Aber ein Schmunzeln kann er sich nicht verkneifen – angesichts der Tatsache, dass eine Kickers-Niederlage beim Bremer Kellerkind die mittlerweile in Meppen aufgekommenen Abstiegssorgen verschlimmern würden. „Wir werden sicher nicht freiwillig dem Bremer SV helfen“, sagt der BSV-Coach mit einem Augenzwinkern. Emmerling erwartet trotzdem einen bärenstarken Gegner. Der Langzeit-Tabellenvorletzte ist so etwas wie die Mannschaft der Stunde und kletterte durch drei Siege in Folge – zuletzt 3:2 über den Tabellenzweiten SV Drochtersen-Assel – aus dem tiefsten Schlamassel. „Die Mannschaft hat zuletzt imponierend gespielt“, sagt Emmerling.
Bremer besser ohne Goguadze
Dabei verloren die Bremer in der Winterpause ihren Torjäger Nikky Goguadze an den Drittligisten VfL Osnabrück. Kurioserweise ist der Bremer Punkteschnitt ohne den Top-Torjäger deutlich höher. Von sieben Partien nach der Winterpause gewann die Mannschaft vier. Zuvor hatte es in 19 Begegnungen mit Goguadze nur fünf Erfolge gegeben. „Manchmal übernehmen dann andere Akteure Verantwortung, und es läuft sogar besser“, erklärt der Kickers-Coach diesen Effekt. „Außerdem sind die Bremer nun unberechenbarer.“ Emmerlings Akteure wollen am Sonntag die Serie des Kontrahenten stoppen und laut „Calli“ Steinwender den Rießelmännern weitere Argumente für die Fortsetzung des gemeinsamen Weges liefern.
Kickers muss bei diesem Unterfangen auf Marten Schmidt (5. Gelbe Karte), Janek Siderkiewicz (fortwährende Adduktorenprobleme) und wohl auch noch auf den angeschlagenen David Kébé verzichten. So wird der Mann aus dem Rampenlicht der vergangenen Wochen vermutlich wieder zum Einsatz kommen. Marvin Eilerts bestritt sein 200. Spiel für Kickers, erzielte dabei das 2:1-Siegtor in Kiel, überzeugte beim 4:0 über Flensburg, ehe ihm zuletzt bei der 1:3-Niederlage in Drochtersen ein Eigentor unterlief. Höhen und Tiefen erlebte Eilerts auch in all den Jahren mit seinem Verein. Titel, Abstieg, Geldnot, sogar Insolvenzgefahr – und nun die Rießelmann-Gerüchte. „Ich habe in Emden viel mitgemacht“, sagt Marvin Eilerts. „Was jetzt gerade abläuft, können wir nicht richtig einschätzen. Deshalb kümmern wir uns um Fußball und konzentrieren uns auf den Bremer SV.“