Fußball-Bezirksliga  Auricher Stürmer Keno Buß nach Roter Karte „völlig ratlos“

| | 24.03.2025 15:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Keno Buß ist die Überraschung für die Rote Karte deutlich anzusehen. Foto: Doden/Emden
Keno Buß ist die Überraschung für die Rote Karte deutlich anzusehen. Foto: Doden/Emden
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Das über weite Strecken faire Spiel zwischen dem TuS Pewsum und der SpVg Aurich (3:2) endete am Sonntag sehr hitzig. Der Auricher Stürmer Keno Buß sprach nach der Partie mit dem Schiedsrichter.

Pewsum - Fußball-Bezirksligist SpVg Aurich musste im Aufstiegskampf einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Dabei schmerzte den Mitfavoriten nicht nur die 2:3 (0:2)-Niederlage am Sonntag beim TuS Pewsum, sondern im Laufe der Partie wurden mit Milad Faqiryar (Gelb-Rote Karte), Pawel Antoniuk, Keno Buß und Trainer Claudio Casto (alle Rote Karte) auch noch drei Spieler sowie der Coach mit einer Strafe belegt. Vor allem die Rote Karte für den langjährigen Pewsumer Angreifer Keno Buß sorgte für Diskussionen.

Nach dem harten Foul vom Auricher Pawel Antoniuk an Jannis Hempelmann (90.+4) unmittelbar vor der Pewsumer Bank folgte eine Rudelbildung mit zahlreichen Spielern, Betreuern und Trainern beider Mannschaften. Der Konflikt löste sich aber relativ schnell wieder auf. Stürmer Keno Buß eilte ebenfalls zum Geschehen und erhielt zu seiner großen Überraschung von Schiedsrichter Kai Prikker nach dem Tumult die Rote Karte. „Ich war völlig ratlos. Als der Schiedsrichter in meine Richtung lief, dachte ich zunächst, er meint vielleicht einen Pewsumer Spieler, der hinter mir stand. Ich bin mir überhaupt nicht bewusst, warum ich bestraft wurde“, erklärte Buß einen Tag später. Für ihn sei der Platzverweis die erste Rote Karte in seiner Karriere gewesen.

Buß bestreitet den Vorwurf

Da er ja viele Spieler von seiner Pewsumer Zeit her kennt, habe er versucht zu schlichten. Auf dem vorliegenden Videomaterial der Partie ist ein rotwürdiges Fehlverhalten von Buß nicht erkennbar. Der Unparteiische mit seinem Linienrichter verfolgte das Geschehen aus unmittelbarer Distanz und zeigte Buß den Roten Karton. „Ich habe während der Rudelbildung wahrgenommen, dass der Pewsumer Spieler Sandro Poppenga einen Schlag ins Gesicht bekommen hat. Zunächst konnte ich nicht genau sehen, um welchen Auricher Spieler es sich handelt, habe dann aber den Spieler weiter beobachtet, das war dann meiner Ansicht nach Keno Buß“, erklärte Kai Prikker auf Nachfrage seine Entscheidung. Der Auricher Stürmer bestreitet vehement, Poppenga geschlagen zu haben.

Der Pewsumer Kapitän bestätigte, dass er einen Griff ins Gesicht bekommen habe, er habe aber in dem Getümmel nicht wahrnehmen können, wer der Verursacher war. Buß und Poppenga waren nach der Partie noch zusammen beim Schiedsrichter in der Kabine und erklärten sich. Der Unparteiische sagte, dass er diesen Sachverhalt auch im Spielbericht vermerkt habe.

Schiedsrichter Kai Prikker diskutierte nach dem Spiel mit Trainer Claudio Casto und zeigte ihm dann noch die Rote Karte. Foto: Doden/Emden
Schiedsrichter Kai Prikker diskutierte nach dem Spiel mit Trainer Claudio Casto und zeigte ihm dann noch die Rote Karte. Foto: Doden/Emden

Scharfe Kritik von Trainer Claudio Casto

Eine längere Sperre von Keno Buß würde die Auricher empfindlich treffen, schließlich führt der Torjäger mit aktuell 18 Treffern die Torjägerliste der Bezirksliga an. Am kommenden Wochenende kämpft die Sportvereinigung, derzeit sieben Punkte hinter der Spitze, im Heimspiel gegen den Tabellenführer TuS Esens (15 Uhr, Ellernfeld) vielleicht schon um die letzte Chance im Aufstiegskampf.

Trainer Claudio Casto wollte den Platzverweis für seinen Angreifer nach dem Spiel nicht begreifen, übte grundsätzlich scharfe Kritik am Schiedsrichter und sah dann ebenfalls noch die Rote Karte: „Ich habe den Platzverweis für Keno Buß nicht verstanden. Er will die Spieler wegholen und bekommt dafür Rot, warum?“

So geht es weiter

Wie lange Buß möglicherweise gesperrt werden wird, stand am Montagnachmittag noch nicht fest. Staffelleiter Frank Schulte lagen die Berichte noch nicht vor. „Ich gehe davon aus, dass ich im Laufe des Montags die Unterlagen zusammen habe. Bevor ich nicht weiß, was dort drin steht, kann ich auch nicht beurteilen, ob ich die Strafmaße festlegen kann oder ob es je nach Vorfall noch weiter zum Sportgericht geht“, meinte Schulte.

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