Emder 4:0-Party gegen Flensburg  Lasse Rosenboom sieht eine Kickers-Gala mit Traumtoren

| | 21.03.2025 22:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kickers-Party am Freitagabend: Tim Dietrich (links) und Luis Podolski feiern einen Treffer von Tobias Steffen. Foto: Doden/Emden
Kickers-Party am Freitagabend: Tim Dietrich (links) und Luis Podolski feiern einen Treffer von Tobias Steffen. Foto: Doden/Emden
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Nicht nur der Bundesligaspieler war angetan vom Emder Auftritt vor 2150 Zuschauern. Trainer Emmerling sprach einem Spieler ein Sonderlob aus. Und ein anderer Emder wurde von den Fans gefordert.

Emden - Da hat sich Lasse Rosenboom mal das richtige Kickers-Heimspiel ausgesucht: Mit prominenter Tribünen-Unterstützung aus Kiel hat Emden am Freitagabend, 21. März, Weiche Flensburg in der Fußball-Regionalliga Nord mit 4:0 abgefertigt. Vor den Augen des ostfriesischen Bundesliga-Profis von Holstein Kiel festigte der starke BSV den dritten Tabellenplatz und rückte bis auf zwei Punkte an den Tabellenzweiten SV Drochtersen/Assel heran, der allerdings auch zwei Spiele weniger absolviert hat. „Das war ein sehr starkes Spiel von Kickers“, sagte der Willmsfelder Rosenboom.

Vor seinem 201. Pflichtspiel für Kickers erhielt Marvin Eilerts noch eine Ehrung für sein 200. Spiel beim jüngsten 2:1 in Kiel. Teammanager Bastian Dassel (links) und der Sportliche Leiter Henning Rießelmann ehrten das Urgestein, das seit 2017 in Emden spielt. Foto: Doden/Emden
Vor seinem 201. Pflichtspiel für Kickers erhielt Marvin Eilerts noch eine Ehrung für sein 200. Spiel beim jüngsten 2:1 in Kiel. Teammanager Bastian Dassel (links) und der Sportliche Leiter Henning Rießelmann ehrten das Urgestein, das seit 2017 in Emden spielt. Foto: Doden/Emden

Nach dem Spiel wurde von den Kickers-Fans auch Marvin Eilerts gefeiert, der nach langer Zeit zum zweiten Mal in Folge in der Startelf stand und als Vorsänger auf den Zaun musste. „Das ist Gänsehaut pur“, sagte der Verteidiger. Er fasste den tollen Abend vor 2150 Zuschauern so zusammen: „Besser geht es nicht, jetzt freue ich mich auf ein kaltes Bier.“

Rosenboom mit Papa da

Lasse Rosenboom war mit seinem Vater Andre von Kickers-Verteidiger Tim Dietrich eingeladen worden. Dietrich und Rosenboom spielten viele Jahre zusammen in der Jugend und bei der U23 von Werder Bremen. Rosenboom nutzt die Länderspielpause für einen Heimatbesuch, schaut am Samstag noch bei seinem Bruder Finn beim TuS Esens vorbei.

Marten Schmidt (links) hatte im Zentrum alles im Griff und erzielte gegen seinen Ex-Klub Flensburg das 1:0. Foto: Doden/Emden
Marten Schmidt (links) hatte im Zentrum alles im Griff und erzielte gegen seinen Ex-Klub Flensburg das 1:0. Foto: Doden/Emden

Für die ersten zehn Minuten dürfte der Begriff „zerfahren“ erfunden worden sein. Sechsmal war das Spiel unterbrochen, weil ein Spieler verletzt auf dem Boden lag. Flensburgs Malte-Christoph Petersen musste nach dem zweiten Mal auch verletzt ausgewechselt werden (8.). Für einen Schreckmoment auf Emder Seite sorgte Torwart Marcel Bergmann, als ihm im Strafraum ein Stockfehler unterlaufen war und Weiche fast eine klare Torchance dadurch gehabt hätte (9.). Zu Beginn des Spiels wurde noch ein gefährlicher Kopfball der Gäste gerade noch geblockt.

Fast das 3:0 vor der Pause

Doch viel mehr kam in Halbzeit eins nicht von den Gästen, die seit acht Spielen nicht mehr gewonnen haben - zuletzt am 25. Oktober gegen den Hamburger SV II. Gegen jenes Team verlor Kickers sein letztes Heimspiel 1:3, obwohl man einige Chanen besaß. Doch diesmal lief es anders. Nach einer schnellen taktischen Umstellung von einer Vierer- auf eine Fünferkette näherte sich Kickers immer näher dem Weiche-Tor und traf nach 16 Minuten zum 1:0. Nach Freistoß von Marvin Eilerts und einem Kopfball von Tim Dietrich drückte Marten Schmidt den Ball gegen seinen Ex-Verein über die Linie.

Spieldaten

Emden: Bergmann; Stöhr, Dietrich, Eilerts (84. Herbst), Ndiaye (77. Abbey), Podolski, Kaissis, Schmidt, Steffen (64. Steinwender), Igwe (64. Dudock), Steffens (64. Schiller).

Tore: 1:0 Schmidt (16.), 2:0 Steffens (25.), 3:0 Steffen (47.), 4:0 Steffen (58.).

Zwei strammen Fernschüssen folgte das 2:0 durch Tido Steffens. Nach Zucker-Pass von Tobias Steffen auf Andre Ndiaye und dessen knallharter Hereingabe hielt der „Capitano“ nur noch den Fuß hin (25.). Danach hatten Eilerts und Michael Igwe noch vor der Pause jeweils das 3:0 auf dem Kopf.

Party vor Block 5

Das fiel dann, als die Flensburger sich gerade neu eingeschworen hatten. Denn kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit traf Kickers schon zum 3:0 - und wie. Nach einem tollen Emder Angriff schlug Weiche-Keeper Jovan Jovic einige Meter vor seinem Kasten den Ball aus der Gefahrenzone. Doch die „Pille“ landete bei Tobias Steffen, der mit einem Geniestreich aus mehr als 30 Metern über den zurückeilenden Jovic traf: Party vor Block 5.

Tobias Steffen (links) war der Mann des Spiels und erhielt ein Sonderlob. Foto: Doden/Emden
Tobias Steffen (links) war der Mann des Spiels und erhielt ein Sonderlob. Foto: Doden/Emden

Kurz darauf besaß auch der Gast durch Ben Opoku Labes mal wieder eine Möglichkeit (50.). Doch kurz darauf war die Partie endgültig entschieden. Der sehr agile Igwe gewann das Laufduell gegen Marshall Murray Ngassa Faleu, der eigentlich die bessere Position zum Ball hatte. Aber Igwe arbeitete sich vorbei und wurde vorm Strafraum kurz vor dem Torabschluss gefoult: Notbremse, Rote Karte, klare Sache (56.).

Noch ein Steffen-Geniestreich

Und was machte Tobias Steffen beim anschließenden Freistoß? Er „schweißte“ den Ball gefühl- und kraftvoll in den Winkel. Ein Tor des Monats zum 4:0 (58.). „Der hätte auch in der Bundesliga gepasst“, erklärte Rosenboom anerkennend. Und Trainer Stefan Emmerling lobte: „Wir haben mit einem herausragenden Tobias Steffen den Spieler des Spiels gehabt“, so der Coach, der aber von seinem gesamten Team angetan war: „Das war eine sehr, sehr gute Leistung von uns.“

Lasse Rosenboom weilte unter den rund 2100 Zuschauern und saß neben Weltenbummler Kai Schoolmann. Foto: Doden/Emden
Lasse Rosenboom weilte unter den rund 2100 Zuschauern und saß neben Weltenbummler Kai Schoolmann. Foto: Doden/Emden

Danach passierte nicht mehr all zu viel, wobei Kickers alles im Griff hatte und dem 5:0 näher war als der Gast dem 4:1. So blieb auf der Tribüne für Lasse Rosenboom noch etwas Zeit, sich mit Fußball-Weltenbummler Kai Schoolmann zu unterhalten. Der Emder war Donnerstagabend noch in Mailand beim 2:1-Sieg der Nationalmannschaft in Italien. So erlebte Schoolmann binnen 24 Stunden zwei Fußballfeste - eines in San Siro und eines im Ostfrieslandstadion.

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