Was 2024 alles passierte Borkums Feuerwehr erinnert an Großeinsatz im vergangenen Jahr
Personensuche, Dachstuhlbrand, Sturmschäden: Die Freiwillige Feuerwehr Borkum hatte auch im vergangenen Jahr wieder einiges zu tun. Vor allem ein Ereignis ist aber besonders in Erinnerung geblieben.
Borkum - „Wenn nachts der Melder geht mit dem Stichwort F Wohnungsbrand Y, dann weiß man, das ist kein Fehlalarm – so geschehen am 23. August.“ Eindringlich hat Aike Brinkmann bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am Samstag, 15. März, an den größten Einsatz 2024 erinnert. „Beim Eintreffen der ersten Einsatzfahrzeuge: Menschen-Geschrei, Flammen schlugen aus allen Fenstern und man dachte, was ist hier denn los?“, beschrieb Borkums Stadtbrandmeister die Lage.
Der Großbrand
Brinkmann skizzierte den Ablauf jenes nächtlichen Einsatzes in der Hindenburgstraße, der inklusive Aufräumarbeiten sechs Stunden dauerte – und die Schwierigkeiten vor Ort. So habe man eine Person mit der Schiebeleiter aus dem Dachgeschoss retten müssen, da es keine Chance gab, über den Rasen mit der Drehleiter nah genug ans Gebäude zu kommen. „Und der Angriffstrupp hatte starke Probleme, in die Wohnung zu gelangen, zu groß war die Hitzeentwicklung“, erklärte der Stadtbrandmeister.
Daher habe man sich entschieden, erst einmal von außen zu löschen, um ein Begehen zu ermöglichen. Die verletzten Menschen, die sich nur durch einen Sprung durchs Fenster hatten retten können, seien durch DRK und DLRG (erst)-versorgt worden. Aike Brinkmann dankte allen Helfenden für ihre Unterstützung an diesem Tag – und generell den Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement, den Familien und Arbeitgebern für die Freistellung zu Einsätzen und Lehrgängen.
Die weiteren Einsätze
Der Stadtbrandmeister ließ in seinem Rückblick weitere Einsätze 2024 Revue passieren. So habe das Jahr im wahrsten Sinne stürmisch mit sechs wetterbedingten Einsätzen an drei Tagen begonnen. „Extrem nervig“ sei der 31. Januar gewesen: Innerhalb von zwei Stunden habe es drei unterschiedliche Brandmeldeanlagen-Alarmierungen gegeben – wie fast immer Fehlalarme. Anders die Lage im Februar bei einem Feuer in einer Dachgaube und in einem Müllcontainer.
Ein Höhepunkt sei die Indienststellung des Tanklöschfahrzeugs TLF 3000 (die Kosten von knapp 300.000 Euro wurden durch private Spenden ermöglicht) gewesen – das wenig später Bekanntschaft mit den Insel-Gegebenheiten machen konnte. Bei einer Personensuche auf Hooge Hörn „hat es gleich festgestellt, wie es ist, wenn man sich eingräbt“, schilderte Brinkmann. Die Feuerwehr war zur Unterstützung eines über Bord gegangenen Fischers alarmiert worden, der bekanntlich einige Tage später tot in der Nordsee gefunden wurde. Auch bei einem havarierten Segelboot auf der Seehundsbank rückten Kameradinnen und Kameraden aus.
Das Grußwort
Bürgermeister Jürgen Akkermann überbrachte einmal mehr stellvertretend Gruß und Dank von Rat, Verwaltung und Bevölkerung für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Er erinnerte ebenfalls an die „schreckliche Tragödie“ in der Hindenburgstraße und an deren Folgen für die Opfer und die Einsatzkräfte – auch die psychischen. „Sowas ist nicht leicht wegzustecken, das nimmt man mit nach Hause. Mein Appell ist daher an alle, die an Einsätzen beteiligt sind, die Hilfsangebote, die es gibt, auch die Notfallseelsorge, in Anspruch zu nehmen.“ Es sei wichtig für die psychische Gesundheit, das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, so Akkermann. Für die Feuerwehr im Landkreis Leer sprach Peter Eggers, Brandabschnittsleiter Nord.
Die Statistik
Die Freiwillige Feuerwehr Borkum verzeichnete nach Angaben von Aike Brinkmann 2024 insgesamt 122 Einsätze. Dabei verteilen sich die 79 Brandeinsätze wie folgt: 65 mal Brandmeldeanlage (BMA), drei unklare Rauchentwicklungen, sieben Kleinfeuer, zwei Feuer Mittel, ein Großbrand, eine Erkundung aufgrund von Gasgeruch. Dazu gab es 43 Hilfeleistungen (zehn Sturmschäden, drei Wasserschäden, 24 mal Personen in Not, drei Umwelteinsätze, zwei Verkehrsunfälle, ein Einsatz wegen einer defekten Sauerstofflasche). Zusammen ergaben das laut Brinkmann 82 Einsatzstunden.
Der Musikzug – den Jahresbericht übernahm stellvertretend Axel Held – kam 2024 auf 51 Proben, zwölf Auftritte und acht Ständchen. Highlights waren ein Auftritt bei „Insulaner unner sück“ auf Langeoog, das Jahreskonzert („Kino für die Ohren“) und der Mitsing-Abend in der Adventszeit (Termin für 2025: 11. Dezember).
Das Personal
Stand 31. Dezember 2024 zählte die Feuerwehr 64 Aktive, davon 14 Frauen. Im Musikzug waren 39 Musiker aktiv (22 Frauen, 17 Männer). Dazu kommen 83 Mitglieder in der Senioren/Ehrenabteilung, 240 fördernde Mitglieder, vier Ehrenmitglieder. Die Zahl der Atemschutzgeräteträger: 20. Zur Jugendfeuerwehr gehörten zum Jahresende 14 Jugendliche (elf Jungs, drei Mädchen). Wiedergewählt wurden Jens Wagner als Sicherheitsbeauftragter, Carsten Duprée als Kassierer und Tanja Wolthausen als Schriftführerin.
Die Ehrungen
Vom Niedersächsischen Landesfeuerwehrverband geehrt wurden: 1. Hauptfeuerwehrmann Klaus-Dieter Poppinga (40 Jahre aktive Verdienste), 1. Hauptfeuerwehrmann Volker Apfeld (40 Jahre Mitgliedschaft), Oberlöschmeister Reinhard Tapper (50 Jahre Mitgliedschaft) und Brandmeister Henrik Poppinga (Ehrennadel in Bronze für besondere Verdienste).
Die Beförderungen
Mirko Dunkel (Ernennung zum Feuerwehr-Anwärter); Michael Wybrands-Franz, Andrei Bratina, Sven Stolper, Damian Thiemann (alle Beförderung zum Oberfeuerwehrmann); Marc Byl (Beförderung zum 1. Hauptfeuerwehrmann), Christian Vomacker (Beförderung zum Oberlöschmeister).