Klima schützen, Wirtschaft fördern  Borkum will bei Klima-Taler-App mitmachen

| | 14.03.2025 06:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit dem Klima-Taler sollen Einkäufe durchs Radfahren, Laufen und Bahnfahren günstiger werden. Das funktioniert in Leer schon sehr gut. Foto: Ortgies
Mit dem Klima-Taler sollen Einkäufe durchs Radfahren, Laufen und Bahnfahren günstiger werden. Das funktioniert in Leer schon sehr gut. Foto: Ortgies
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Ob emissionsfreie Mobilität oder Energieeinsparungen zu Hause: User, die klimaneutral handeln, werden mit Klima-Talern belohnt. Was man mit denen anstellen kann, wurde im Verkehrsausschuss verraten.

Borkum - „Klimafreundliches Handeln soll belohnt werden.“ Mit diesen Worten brachte Sandra Franke das Prinzip der Klima-Taler-App im Ausschuss für Verkehr, Umwelt-, Feuer- und Katastrophenschutz jüngst auf den Punkt. Borkums Umweltbeauftragte nutzte das Forum, um die App, die Klimaschutz und Wirtschaftsförderung verbindet, näher vorzustellen.

Klima-Taler lassen sich auf verschiedene Arten sammeln, erklärte Franke, etwa durch Reduzierung des eigenen Strom-, Gas-, und Wasserverbrauchs. Oder durch klimafreundliche Mobilität: Radfahren, zu Fuß gehen, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. So bekomme man zum Beispiel pro fünf Kilogramm eingespartem CO2 einen Klima-Taler. Ebenfalls belohnt wird das Lesen von Info-Blogs in der App zu Themen wie Energiesparen oder bewusster leben und einkaufen – und die Teilnahme an Umweltaktionen wie der Inselreinigung. Als zusätzlichen Anreiz gibt es CO2-Wettbewerbe, in denen App-Nutzer in Teams aus verschiedenen Städten und Regionen gegeneinander antreten.

„Währung kann auch auf dem Festland eingelöst werden“

„Man kann die Klima-Taler bei teilnehmenden Unternehmen einlösen. Sie erklären sich bereit, kleine Vergünstigungen gegen die Klima-Taler einzutauschen, zum Beispiel zehn Prozent Rabatt auf ein Frühstück“, so Sandra Franke. Die jeweiligen Partnergeschäfte könnten selbst entscheiden, welche Leistungen sie für wie viele Taler anbieten. Auch Giveaways oder freier Eintritt seien möglich. Und: Inselbewohner können die „Währung“ sowohl auf Borkum als auch bei Klima-Taler-Partnern auf dem Festland einlösen – und umgekehrt Touristen und Gäste auch auf der Insel.

Die Umweltbeauftragte wies zudem darauf hin, dass für eine App-Nutzung grundsätzlich keine Daten (Namen, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) freigegeben werden müssten, lediglich der Standort. Für User und teilnehmende Geschäfte ist die App kostenlos, für Städte unter 10.000 Einwohnern fällt eine jährliche Teilnahmegebühr von 1990 Euro (plus Mehrwertsteuer) an. Die Ausschussmitglieder haben die Stadt einstimmig beauftragt, „die Umsetzung der Teilnahme am Klima-Taler voranzutreiben. Dies beinhaltet unter anderem lokalen Unternehmen Informationen zur Klima-Taler-App zur Verfügung zu stellen und eine erste Abfrage zur Teilnahmebereitschaft durchzuführen“.

Leer belegt einen Spitzenplatz

Die Stadt Leer hatte sich im Mai 2024 dem Klima-Taler-Netzwerk angeschlossen. 2282 Leeranerinnen und Leeraner waren im vergangenen Jahr registriert. Sie liefen unter anderem 292.423 Kilometer zu Fuß, fuhren 690.148 Kilometer mit dem Rad und legten 322.154 Kilometer mit Bus und Bahn sowie 941.674 Kilometer im Fernverkehr zurück. Mit den so eingesparten 291,3 Tonnen CO2 belegte Leer unter den teilnehmenden Kommunen mit großem Vorsprung den ersten Platz. Es folgten die Städte Meiningen (Thüringen) mit 201,5 Tonnen und Kempen am Niederrhein (170 Tonnen). Große Einsparungen gab es ebenso beim Strom- (108.393 Kilowattstunden), Wärme- (982.081 Kilowattstunden) und Wasserverbrauch (30.324.632 Liter). Die Leeraner hatten insgesamt 67.273 Klimataler gesammelt, die sie bei lokalen Einzelhändlern gegen spezielle Rabatte und Angebote eintauschen können.

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