Vor 100. Geburtstag Ministerpräsident besucht Weinberg in Leer
Am Freitag, 7. März 2025, wird Albrecht Weinberg 100 Jahre alt. Da Ministerpräsident Stephan Weil bei der Feier verhindert ist, war er an diesem Mittwoch bereits in Leer. Wir waren dabei.
Leer - Im großen Trauzimmer des historischen Rathauses von Leer ist an diesem Mittwoch, 5. März 2025, ein Tisch in der Mitte platziert. Ostfriesische Teekannen, Stövchen, Teetassen und Krintstuut sind zu sehen. An einem Ende sitzt Albrecht Weinberg und wartet auf seinen Besuch. Der Holocaust-Überlebende und Ehrenbürger von Leer und Rhauderfehn wird am kommenden Freitag, 7. März, 100 Jahre alt.
Ministerpräsident Stephan Weil kann zu der großen Feier allerdings nicht kommen, weswegen er nun zwei Tage vorher mit Weinberg, dessen Mitbewohnerin und enger Freundin Gerda Dänekas, Bürgermeister Claus-Peter Horst sowie den Vorsitzenden der Ratsfraktionen gemeinsam Tee trinkt.
Weil ist Weinberg ungeheuer dankbar
Nachdem die zahlreich anwesenden Vertreter der Presse Fotos und Videoaufnahmen gemacht haben, betont der Ministerpräsident, warum er gerne zu Weinberg nach Leer gekommen ist. „Ein 100. Geburtstag ist immer ein besonderer Geburtstag, aber dieses hier ist ein ganz besonders besonderer Geburtstag“, sagt Weil. Albrecht Weinberg habe ein unendlich schweres Leben gehabt – die Verfolgung der ganzen Familie und von ihm selbst in der NS-Zeit. „Die Ausrottung seiner Familie hat tiefe Spuren hinterlassen“, so Weil.
Er sei Weinberg ungeheuer dankbar, dass er im hohen Alter in seine Heimat zurückgekehrt ist trotz seiner Erfahrungen. „Ich bin ihm aber noch dankbarer, dass er mit 80 Jahren angefangen hat, den jungen Leuten von den schrecklichen Ereignissen, die er selbst erlebt hat, zu erzählen.“ Dass er das so lange durchgehalten habe, finde er großartig. Er kenne auch kein Beispiel, bei dem ein Gymnasium nach einer lebenden Person benannt wurde wie in Rhauderfehn das Albrecht-Weinberg-Gymnasium.
„Ich bin Albrecht Weinberg einfach tief dankbar und abgesehen davon, ist er einfach ein total liebenswerter Mensch“, betont der Ministerpräsident, bevor er die Presse bittet, den Raum zu verlassen, um sich in Ruhe noch mit dem baldigen Jubilar auszutauschen.