Rätselraten um Regionalliga-Primus Drittliga-Frist endet – hat der TSV Havelse eine Lizenz beantragt?
Die Vereine mussten nun die Unterlagen beim DFB abgeben. Während andere aufstiegswillige Nord-Klubs Auskünfte erteilen, ist die Informationslage beim Kickers-Konkurrenten mau. Was bedeutet das?
Havelse/Drochtersen - Der TSV Havelse steuert in der Fußball-Regionalliga Nord weiter auf die Meisterschaft zu. Durch das 0:0 beim ärgsten Verfolger SV Drochtersen/Assel verteidigten die Kicker aus der Nähe von Hannover den Zehn-Punkte-Vorsprung bei nun noch elf zu absolvieren Spielen. Für Spannung sorgt der TSV aber abseits des Rasens. Hat der Verein eine Lizenz für die 3. Liga beantragt?
Bis zu diesem Montag, 3. März, haben und hatten die Vereine Zeit, die aufwendigen Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund einzureichen. Der TSV ließ Anrufe und eine schriftliche Anfrage dazu schon am Freitag unbeantwortet, die entscheidenden Personen waren am Montag ebenfalls nicht zu erreichen. Ein Geschäftsstellenmitarbeiter verwies wiederum auf den spielenden Sportdirektor Florian Riedel und Klubchef Daniel Wolter – mehrere Anrufe gingen in die Leere.
Schon im Januar keine Auskunft
Gegenteilige Meldungen, dass der TSV verzichtet, sind zwar nicht zu finden. Doch schon im Januar hatte der TSV sich zum Thema Lizenz gegenüber unserer Zeitung nicht äußern wollen. Der TSV Havelse spielte in der Saison 2021/2022 bereits einmal in der 3. Liga, stieg nach nur einem Jahr aber wieder ab. Für die Heimspiele musste der Klub kostspielig ins Stadion von Zweitligist Hannover 96 umziehen, weil das Wilhelm-Langrehr-Stadion nicht den höheren Anforderung der 3. Liga entsprach.
Das gilt derzeit auch für das Kehdinger Stadion in Drochtersen. Um die geforderte Mindestkapazität von 5000 Zuschauern (davon 2500 Sitzplätze) zu erreichen, müsste der SV Drochtersen/Assel seine Plätze verdoppeln. „Wir würden das mit mobilen Zusatztribünen angehen. Das hatten wir auch schon bei unseren drei DFB-Pokal-Spielen“, sagt Rigo Gooßen. Er ist der Macher, Vorsitzender und Sponsor beim Tabellenzweiten SVA. Sein Verein hat die Lizenz schon vor Wochen beantragt. „Wir haben vom DFB auch die Rückmeldung erhalten, dass wir alles eingereicht haben“, so Goosen. Der Aufbau der neuen und drittligatauglichen Flutlichtanlage folgt in diesen Wochen.
Drochtersen nach Lübeck?
Ob man die Lizenz dann erhält – besonders infrastrukturell – steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber bei gewissen Themen, wie einer Rasenheizung, gibt es Übergangsfristen. Zudem muss man ein Ausweichstadion benennen. „Unseres ist das Stadion des VfB Lübeck“, sagt Rigo Goosen. Das Ausweichen in die großen Arenen nach Bremen oder Hamburg wäre viel zu teuer gewesen.
Den Lizenz-Antrag zu stellen, sei keine „Spielerei“ gewesen, sagt Rigo Gooßen. Sollte man sich sportlich qualifizieren und die Voraussetzungen erfüllen, würde man das Wagnis 3. Liga auch angehen wollen. Doch sportlich hält der TSV Havelse alle Trümpfe in der Hand, um Meister zu werden und sich für die zwei Aufstiegsspiele gegen den Nord-Ost-Meister zu qualifizieren. Was das Thema Lizenz angeht, hält sich der Tabellenführer öffentlich aber maximal zurück – nun auch nach Fristende. Der DFB dürfte in einigen Tagen die Liste aller Vereine veröffentlichen, die eine Lizenz beantragt haben. Neben dem SV Drochtersen/Assel werden aus dem Norden dort auch der kriselnde SV Meppen (6.) und Phönix Lübeck (7.) zu finden sein. Kickers Emden (3.) hatte auf einen Antrag verzichtet.