Zoff am Ring  Boxer wollen MTV Aurich nicht – Präsident schaltet sich ein

| | 03.03.2025 13:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Boxsportsparte des MTV Aurich wächst und wächst seit Jahren. Doch an Wettkämpfen dürfen die Jungen und Mädchen nicht teilnehmen. Das verhindert seit eineinhalb Jahren der Landesverband der Boxer. Foto: Privat
Die Boxsportsparte des MTV Aurich wächst und wächst seit Jahren. Doch an Wettkämpfen dürfen die Jungen und Mädchen nicht teilnehmen. Das verhindert seit eineinhalb Jahren der Landesverband der Boxer. Foto: Privat
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Dreimal hat es der Landesverband abgelehnt, die Auricher Sportler in den Boxverband aufzunehmen. Nun kümmert sich der Präsident des Deutschen Boxsportverbandes um die Angelegenheit.

Aurich - Der Zoff am Ring zwischen dem MTV Aurich und dem Niedersächsischen Boxsportverband (NBSV) währt nun schon seit eineinhalb Jahren. So lange verweigert der Verband den rund 100 Nachwuchsboxern aus Aurich nun schon den Zutritt zu Wettkämpfen. Dreimal stellte der zweitgrößte Verein Ostfrieslands den entsprechenden Antrag zur Aufnahme in den NBSV, bislang immer vergeblich. Nun aber scheint Bewegung in den wundersamen Fall zu geraten. Denn der Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes, Prof. Dr. Jens Hadler, hat sich persönlich in die Sache eingeschaltet. „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch“, sagt der MTV-Vorsitzende Wilfried Theessen.

Prof. Dr. Jens Hadler versucht, in dem kuriosen Fall zu vermitteln. Foto: Imago
Prof. Dr. Jens Hadler versucht, in dem kuriosen Fall zu vermitteln. Foto: Imago

Der Auricher Klubchef führt den MTV seit fast 40 Jahren, hatte zuvor aber noch nie erlebt, dass ein Verband Kinder oder Jugendliche mit fadenscheinigen Begründungen ablehnt. Angeblich soll sich ein MTV-Trainer unsportlich geäußert haben. Die Auricher halten diese Begründung für vorgeschoben und überzogen.

Keine Antwort vom Landesverband

Im November 2024 hatte der MTV Aurich nun zum dritten Mal schriftlich um die Aufnahme in den Landesverband gebeten. Erst die Nachfrage unserer Zeitung beim Vizepräsidenten des Landesverbandes brachte Anfang Februar Klarheit. „Wir haben den Antrag in unserem Hauptausschuss einstimmig abgelehnt“, sagte Nico Fiedler gegenüber der Ostfriesen-Zeitung. Der Niedersächsische Boxsportverband hielt es aber offenbar noch nicht einmal für nötig, den MTV Aurich über seine ablehnende Haltung zu informieren. „Bis heute haben wir keine Antwort erhalten“, sagt Theessen.

In dieser verzwickten Situation wandte sich Theessen nun an den Deutschen Box-Sportverband. Und während der Landesverband auch fast vier Monate nach dem MTV-Antrag keine offizielle Reaktion zeigte, meldete sich der Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes umgehend. „Ich fand das einfach höflich, dass er auf mein Schreiben reagiert hat“, sagt der MTV-Chef. Bei einem Telefongespräch zeigte sich Präsident Jens Hadler erstaunt über diesen Vorgang und versprach, zwischen dem Landesverband und dem MTV Aurich zu vermitteln.

Danach sollen die Ostfriesen eine Einladung zu einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Landesverbandes Niedersachsen in Hannover erhalten. „Wir würden solch eine Einladung natürlich jederzeit annehmen“, sagt Theessen. „Wir werden alles dafür tun, dass unser Kinder und Jugendliche künftig an Boxwettkämpfen teilnehmen können.“ Nach dem „sehr positiven“ Gespräch mit dem Deutschen Boxsport-Präsidenten zeigt sich Wilfried Theessen vorsichtig optimistisch, dass der Wunsch bald in Erfüllung gehen wird.

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