Leeraner Unternehmen  Das ist der Stand bei der Übernahme von Orgadata

| | 25.02.2025 08:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Gebäude von Orgadata auf der Nesse soll auch künftig Hauptsitz der neuen Sparte Forterro Windows & Doors sein. Foto: Ortgies
Das Gebäude von Orgadata auf der Nesse soll auch künftig Hauptsitz der neuen Sparte Forterro Windows & Doors sein. Foto: Ortgies
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Im November wurde bekanntgegeben, dass der Leeraner Softwareanbieter Orgadata verkauft wurde. Er wird Teil des europaweit agierenden Unternehmens Forterro. Ist der Schritt mittlerweile vollzogen?

Leer - Es war eine sehr überraschende Nachricht, die Mitte November 2024 publik wurde. Der Leeraner Softwareanbieter Orgadata wird verkauft. Er wird künftig eine Sparte des europaweit agierenden Softwareanbieters Forterro sein. Diese werde dann Forterro Windows & Doors heißen. Der Sitz bleibt auf der Leeraner Nesse.

Marcus Pannier, Regional President Central Europe bei Forterro (links), und Bernd Hillbrands, Vorstandsvorsitzender von Orgadata, gaben die neu gegründete Sparte Forterro Windows & Doors bekannt. Foto: Orgadata
Marcus Pannier, Regional President Central Europe bei Forterro (links), und Bernd Hillbrands, Vorstandsvorsitzender von Orgadata, gaben die neu gegründete Sparte Forterro Windows & Doors bekannt. Foto: Orgadata

Die Orgadata AG wurde 1999 in Leer gegründet. Mehr als 600 Beschäftigte sind an 24 Standorten weltweit tätig. Orgadata entwickelt und liefert Software für den Fenster-, Türen- und Fassadenbau. Der Vorstandsvorsitzende Bernd Hillbrands hatte dieser Zeitung erklärt, dass er als Mehrheitsgesellschafter sowie die weiteren Gesellschafter ihre Anteile verkauft haben. Forterro halte damit 100 Prozent der Anteile. Doch bis dieser Schritt offiziell vollzogen werden kann, müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.

Ist die Übernahme mittlerweile genehmigt?

Wie Andreas Meinders, Pressesprecher von Orgadata, auf Nachfrage sagte, stehen noch Genehmigungen aus Kasachstan und der Türkei aus. Diese seien ebenfalls notwendig, da die Unternehmen weltweit agieren. Somit arbeiten beide Unternehmen weiterhin vollständig unabhängig voneinander.

Wie viel Geld für die Übernahme bezahlt wurde, wollte der Vorstandsvorsitzende im November auf Nachfrage nicht sagen. Er erklärte aber, dass er künftig Minderheitsteilhaber an Forterro sein werde. Die Gruppe hat sich eigenen Angaben zufolge seit der Gründung 2012 zu einem der führenden Software-Anbieter für die Industrie entwickelt. Das Unternehmen besteht aus mehreren kleineren Firmen. Von mehr als 40 Standorten in ganz Europa aus stellten mehr als 1600 Beschäftigte Software-Lösungen für mehr als 13.000 Industrieunternehmen bereit.

Mehr als 600 Mitarbeitende sind bei Orgadata beschäftigt. Foto: Ortgies
Mehr als 600 Mitarbeitende sind bei Orgadata beschäftigt. Foto: Ortgies

Gibt es weitere Übernahmen?

Im Januar dieses Jahres wurde nun bekanntgegeben, dass Forterro die britische BM Group übernehmen wird. Das 1979 gegründete Unternehmen mit Niederlassungen in Schottland und England sei nach eigenen Angaben der führende Anbieter von IT-Lösungen im Bereich der Fenstersoftware in Großbritannien und Irland. Es wird künftig wie Orgadata Teil der neu gegründeten Geschäftssparte Forterro Windows and Doors.

Zusätzlich zu ihren eigenen Produkten sei die BM Group der einzige Reseller von Orgadatas Logikal-Software in Großbritannien. Logikal digitalisiere und vereinfache die Prozesse rund um die Konstruktion von Aluminiumfenstern, -türen und -fassaden. Geleitet werde die gesamte Geschäftssparte Forterro Windows and Doors nach Abschluss der Orgadata-Transaktion von Bernd Hillbrands. Im Grunde bedeute es, dass er die gleiche Funktion wie bisher haben werde, hatte der Vorstandsvorsitzende im November erklärt. „Die Zentrale der Sparte wird in Leer sein und soll hier auch wachsen“, betonte er. Auch der steuerliche Sitz werde weiterhin in der Stadt sein.

Bleibt der Name Orgadata erhalten?

Laut Andreas Meinders steht das noch nicht endgültig fest. Bernd Hillbrands hatte im November gesagt, dass dies eine wichtige Frage sei, bei deren Beantwortung man sich in einem Spannungsfeld bewege: „Zum einen fördert ein gemeinsamer Name für alle die Identifikation und damit die Integration unter einem Dach. Auf der anderen Seite hat der Name Orgadata einen gewissen Bekanntheitsgrad“, erläuterte Hillbrands. Sowohl in Ostfriesland als auch innerhalb der Fensterbaubranche – national und international – verbinde man mit Orgadata ein ganz bestimmtes Image.

Wie geht es mit dem regionalen Sponsoring von Orgadata weiter?

Auch diese Frage ist laut Andreas Meinders noch nicht abschließend geklärt. Orgadata ist sehr aktiv, wenn es um das Sponsoring beziehungsweise die Förderung von Veranstaltungen sowie von gemeinnützigen Vereinen und Gruppen geht – seien es Festivals wie das Pixxen in Neukamperfehn oder das Free For All in Stapelmoor, aber auch der Ossiloop oder die Ostfriesische Turnshow. Auch die Leeraner Aktionsgruppe der Welthungerhilfe oder der Zonta-Club Leer-Ostfriesland werden regelmäßig unterstützt.

„Wir sind davon überzeugt, dass es für Unternehmen wichtig ist, gesellschaftliches Leben in vielen Bereichen zu unterstützen“, hatte Hillbrands betont. Es sei zudem schön, zu sehen, wie viele Menschen sich für die Allgemeinheit einsetzen. „Nach heutigen Überlegungen gehen wir davon aus, dass wir uns weiterhin für die Region stark machen werden“, betonte der Orgadata-Chef. Dabei könne es sein, dass man gegebenenfalls gewisse Schwerpunkte anders setzen werde.

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