Ganz alleine zum Kickers-Spiel gefahren Todesfelde-Fan reiste nach dem Trecker-TÜV noch nach Emden
Im Ostfrieslandstadion waren am Samstag mehr Zuschauer, als es Einwohner in Todesfelde gibt. Mit auf den Weg machte sich auch Tjark Finnern. So erlebt er das erste Regionalliga-Jahr des Dorfklubs.
Emden - Der SV Todesfelde löste im Sommer den SSV Jeddeloh als kleinsten Spielort in der Fußball-Regionalliga Nord ab. Die 1100-Menschen-Gemeinde spielt mit ihrem Dorfklub erstmals in der Klubgeschichte in der 4. Liga. Am vergangenen Samstag, 22. Februar, reiste das Team aus dem Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein erstmals auch nach Emden – mit dabei waren auch knapp 20 Todesfelde-Anhänger, die an ihren gelb-blauen Schals zu erkennen waren. Sie erlebten vor 1900 Zuschauern eine 0:1-Niederlage bei Kickers Emden.
Einer von ihnen war Tjark Finnern, der die 300-Kilometer-Tour ganz alleine im Auto antrat. Normalerweise fährt er auch mit manch anderen Fans, entweder per Bus, Bahn oder Auto. Doch diesmal stand am Vormittag noch ein wichtiges Ereignis an: „Ich besitze privat zwei Trecker. Um 10 Uhr am Samstag kam der TÜV, der insgesamt 29 Trecker abnahm.“ Als alles erledigt war, setzte er sich um 14 Uhr ins Auto nach Emden und erreichte das Ostfrieslandstadion-ebenso rechtzeitig vor dem Anstoß um 18 Uhr wie eine Gruppe, die um 9.30 Uhr in Bad Segeberg sich schon mit dem Zug auf den Weg gemacht hatte.
Hoffen auf eine Rückkehr
Im Spiel mischte sich der 34-Jährige unter die Emder Fans auf der Gegentribüne, lernte so einige Spieler der Kickers-Reserve aus der A-Klasse kennen und sah einen hochverdienten 1:0-Sieg der Emder. „Es hat trotzdem Spaß gemacht in diesem Stadion. Ich hoffe, dass wir die Klasse halten und ich nächste Saison nochmal kommen kann.“ Die Todesfelder sind derzeit Drittletzter und kämpfen um den Klassenerhalt. Chancenlos sind sie aber nicht, auch manches Auswärtsspiel wie in Lohne (3:0) konnte der Dorfklub schon gewinnen. „Die Anlage in Lohne hat mir bisher am besten gefallen.“ Sein nächstes Auswärtsspiel führt ihn am 22. März nach Meppen.
Trecker-Fahrer und Dorfklub-Fan Tjark Finnern wohnt im Nebenort Bark. „Von meinem Dachfenster aus kann ich den SV-Sportplatz sehen“, sagt der 34-Jährige und lacht. Den SSV Jeddeloh löste der SV Todesfelde im Sommer als kleinster Viertliga-Ort in der Nord-Staffel ab – im Ammerland-Dorf wohnen rund 200 Menschen mehr. Das erste sportliche Duell der Dorf-Klubs mit zusammen 2400 Einwohnern gewann der SV Todesfelde Anfang November 2:0. Das Rückspiel folgt am letzten Regionalliga-Spieltag im Mai.